Länderauswahl:
Du wurdest von unserer Mobile-Seite hierher weitergeleitet.

Test - Okami : Malen mit der Wolfsgöttin

  • Wii
Von  |  |  | Kommentieren

Da jeder Pinselstrich jedoch Tinte kostet und diese sich im Laufe der Zeit immer wieder auffüllen muss, beschränken sich Amaterasus Fähigkeiten natürlich nicht nur auf die Zeichenkünste. Als Wölfin könnt ihr extrem flott durch die Landschaft huschen, riesige Abgründe überwinden, Menschen mit eurem Knurren verscheuchen und Löcher buddeln, um nach versteckten Schätzen Ausschau zu halten. Zudem trägt die Heldin scheibenartige Glyphen auf dem Rücken, welche wie Schwerter gegen Feinde eingesetzt werden können, falls Pinselstrich und Bissattacke nicht fruchten. Damit eine solche Fülle an Handlungsmöglichkeiten euch anfangs nicht überlasten, steht euch von Beginn an der freche Kobold Issun zur Seite. Er erklärt euch nicht nur die Spielmechanik, sondern sorgt mit seinen Sprüchen dafür, dass es auch im späteren Verlauf des Abenteuers nie langweilig wird und ihr stets wisst, wo ihr als Nächstes hin müsst. Ebenfalls hilfreich: Um den Überblick bei den unzähligen Nebenaufgaben behalten zu können, spendierten euch die Entwickler ein kleines Logbuch, in dem alle Aufgaben noch einmal detailliert aufgelistet sind.

Rollenspieltypisch verbessern sich im Laufe des Abenteuers Amaterasus Fähigkeiten und Ausrüstung. Auch wenn man ehrlicherweise sagen muss, dass verstärktes Trainieren nie wirklich nötig ist. Während des gut 30 Stunden langen Abenteuers dürftet ihr nie auf unüberwindbare Kämpfe stoßen. Hier und da kommt der Spielfluss zwar durch ein etwas schwierigeres Rätsel oder eine kniffligere Sprungpassage kurz ins Stocken, dennoch bleibt 'Okami' zu jedem Zeitpunkt leicht und einsteigerfreundlich. Selbst theoretisch schwierige Bossgegner stellen mit der richtigen Taktik keinerlei Herausforderung dar und den kleineren Scharmützeln kann man gar aus dem Weg gehen, sofern man keine Motivation hat, sich mit Zwischengegnern aufzuhalten. Diese sind nämlich jederzeit auf der Karte sichtbar und erst wenn man sich ihnen auf eine gewisse Entfernung nähert, beginnt der Kampf. Beginnt ein Scharmützel, werdet ihr und die Gegner von einem Kraftfeld umgeben, das sich erst nach Kampfende wieder senkt.

Kurioserweise ist die Wii-Fassung etwas schwieriger, wenn auch nicht gerade im positiven Sinne: Die Steuerung ist nicht hundertprozentig gelungen: Ähnlich wie in 'The Legend of Zelda: Twilight Princess' steuert ihr per Wiimote und Nunchuk und vollführt Attacken mittels Wiimote-Schüttelei. Den Pinsel steuert ihr dagegen direkt per Wiimote-Bewegung. Leider sind sowohl die Analog-Stick-Eingaben als auch die Pinselstrich-Moves ziemlich hakelig ausgefallen, wodurch gerade Letztere unnötig schwer von der Hand gehen. Auch die Kampfschüttelei wirkt schon bald eher anstrengend als spaßig. Ein Ausweichmanöver funktioniert oft sogar überhaupt nicht auf Anhieb. Schade, dass sich die Entwickler bei der Wii-Steuerung nicht mehr Mühe gegeben haben. Zum Glück sind die Steuerungsmankos nicht so stark, als dass der Spielspass merklich getrübt würde.

Grafikteppich

Grafisch ist das Geschehen auch auf der Nintendo-Konsole eine Klasse für sich. Das Spiel bedient sich stilsicher bei den japanischen Tuschezeichnungen, was im Klartext bedeutet, dass alle Figuren von besonders dicken, schwarzen Konturen umrahmt sind und ihr überall auf fließende Farbübergänge trefft. Das Ergebnis wirkt wie ein japanisches Gemälde, wobei unzählige animierte Details für das nötige Leben sorgen. Bäume wiegen sich im Wind, Blätter fallen langsam zu Boden, vielerorts tummeln sich kleine Tiere und egal wo Amaterasu auftaucht, überall erblühen die Landschaften fast sofort zu neuem Leben.
Erfreulicherweise wurde die Grafik auf der Wii im Vergleich zur PS2-Vorlage noch mal verbessert. Hinzugekommen sind ein 16:9-Modus sowie eine 480p-Unterstützung. Wer einen HDTV besitzt, sollte Letztere unbedingt nutzen; die ohnehin schon wunderschöne Optik von 'Okami' macht damit nochmals einen kräftigen Sprung nach vorn. Darüber hinaus wirkt die Grafik etwas bunter als auf der PS2, dafür ist der Papierfiltereffekt weniger deutlich sichtbar - Geschmackssache. Schade allerdings, dass die Framerate-Einbrüche nach wie vor vorhanden sind.

Dem steht die Akustik in nichts nach. Gelungene Soundeffekte werden von einem wahrhaft grandiosen Soundtrack begleitet. Diesem gelingt eine hervorragende Mixtur klassischer Japanklänge mit moderneren Kompositionen. Einzig die Soundeffekte, die anstelle der Sprachausgabe eingespielt werden, geben, wie schon erwähnt, Grund zur Kritik. An anderer Stelle stört wiederum die Lokalisation. Die Originaltexte wurden zwar inhaltlich gekonnt ins Deutsche übersetzt. Hier und da haben sich jedoch kleinere Rechtschreibfehler eingeschlichen, die schlussendlich minimal an der Atmosphäre kratzen.

Fazit

von David Stöckli
Okay, die Steuerung ist nicht gerade optimal auf die Wii umgesetzt worden. Na und? ’Okami’ ist trotzdem ein Meisterwerk, das in jede Spielsammlung gehört. Wer ’The Legend of Zelda: Twilight Princess’ mochte und keine Japanophobie hat, wird Capcoms Abenteuer rund um die göttliche Wölfin nicht so schnell zur Seite legen. Kein Wunder, punktet der Titel doch nicht nur mit seiner einmaligen Inszenierung, sondern auch mit großem Umfang. Das Haar in der Suppe ist am ehesten noch der sehr niedrige Schwierigkeitsgrad, aber das sollte niemanden vom Kauf abhalten.

Überblick

Pro

  • sehr umfangreiches Abenteuer
  • wunderschöner, einzigartiger Grafikstil
  • gelungenes Gameplay im ’Zelda’-Stil
  • atmosphärische Musik
  • innovatives Mal-Feature

Contra

  • sehr niedriger Schwierigkeitsgrad
  • verschlechterte Wii-Steuerung
  • Lokalisation mit kleineren Mängeln
  • nerviger Sprachausgabe-Sound

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel

OKAMI HD / 大神 絶景版
Gamesplanet.comOKAMI HD / 大神 絶景版16,98€ (-15%)PC / Steam KeyJetzt kaufen