Mit Dragon of the North füllt Nioh perfekt die Lücke, die derzeit zwischen The Ringed City und der Veröffentlichung von The Surge in Bälde klafft. Kernstück des DLC sind im Wesentlichen drei neue Level nach dem bewährten Muster, inklusive neuer Gegner und den mehr als offensichtlich geklauten Ideen aus dem From-Software-Repertoire. Doch wie schon im Hauptspiel ist Nioh nicht bloß Plagiat der klar erkennbaren Vorbilder, sondern interpretiert deren Versatzstücke auf kongeniale Weise neu, um letzten Endes genug Eigenständigkeit zu besitzen. Wer Dark Souls liebte, wird gar nicht anders können, als Nioh zumindest sehr zu mögen.
Dass Team Ninja nicht nur eilig Content nachschieben möchte, sondern ein Herz für ihre Marke und deren Spieler hat, beweisen die vielen kleinen Erweiterungen wie eine komplett neue Waffengattung und der zusätzliche Schwierigkeitsgrad. Nur die generischen Nebenmissionen gehen mir schon seit dem Hauptspiel allmählich auf den Keks. Zudem hätte ich mir mehr Originalität und Wagemut im Spiel-Design gewünscht. So ist Nioh vor allem ein großes Mehr von allem, was das Hauptspiel schon auszeichnete: ein handwerklich gekonnter Dauerkniefall des Lehrlings vor seinem Meister, der zwar in kaum einer Disziplin dessen Klasse erreicht, trotzdem oder gerade deswegen ein Bravourstück abliefert. Und das muss man auch erstmal schaffen …
Überblick
Pro
drei neue Level
neue Bosse, neue Gegner
11 neue Nebenmissionen
viele kleine Erweiterungen wie eine neue Waffengattung
endlich PvP (auch für Nicht-DLC-Besitzer)
Contra
Nebenmissionen auf Dauer sehr generisch
etwas mehr Wagemut im Spiel-Design wünschenswert
Könnte dichinteressieren
Kommentarezum Artikel
Kommentare können ohne Einwilligung zu Cookies nicht angezeigt werden
Kommentarezum Artikel