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Preview - Ninja Gaiden 4 : Angespielt: Sehr anspruchsvoll, enorm blutig, unfassbar geil!

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Eigentlich ist es klar, aber zur Sicherheit erwähne ich es dennoch gleich zu Beginn: Ninja Gaiden 4 ist schwer! Wenn ihr nichts mit irrsinnig schnellen Actionspielen anfangen könnt, die kaum einen Fehler verzeihen, werdet ihr hier unter Umständen frustriert, bis euer Kreislauf wackelt. Aber wenn ihr Herausforderungen mögt, die zwar unbarmherzig, aber zugleich auch hervorragend austariert sind, dann lest weiter. Und packt Ninja Gaiden 4 gleich auf eure Wunschliste.

Zur Einordnung der folgenden Zeilen muss ich etwas ausholen. Ninja Gaiden (in der erweiterten Black-Fassung) habe ich mir um 2006 herum für die altehrwürdige Xbox gekauft – ohne recht zu wissen, was mich erwartet. Ninjas, Action, Blut? Super, her damit. Aber Freunde, was bekam ich anfangs auf die Fresse! Mit solch einem hohen Spieltempo und derart toughen Gegnern hatte ich nicht gerechnet. Und die Bosse kamen erst noch ...

Schon nach wenigen Minuten war klar: Wenn ich hier das Ende sehen will, muss ich über mich hinauswachsen und quasi selbst zum Ninja werden. Und das tat ich. Gegen Ende fiel mir das Spiel sogar leicht, weil ich sämtliche Mechaniken und Möglichkeiten komplett verinnerlicht hatte. Es war anstrengend, bisweilen sehr frustrierend, aber auch unfassbar belohnend. Eine prägende Erfahrung, die mich zum Hayabusa-Fan machte.

Natürlich wurde einige Jahre später auch Ninja Gaiden 2 durchgezockt – inhaltlich und spielerisch war der Nachfolger ein wenig schwächer, aber immer noch sehr gut. Dann allerdings kam der Absturz: Ninja Gaiden 3 wirkte weichgespült, uninspiriert, schlicht langweilig. Und es markierte folgerichtig das vorläufige Ende der Reihe, zumindest im 3D-Bereich. Und ja, ich ignoriere Yaiba: Ninja Gaiden Z bewusst – das war nämlich die reinste Zumutung.

Dass Ninja Gaiden 4 eines Tages kommen würde, war dennoch klar. Ebenso, dass erneut Team Ninja das Entwicklungs-Zepter schwingen würde. Allerdings tun sie es nicht allein, sondern gemeinsam mit den Leuten von Platinum Games. Die wissen durchaus, wie man hammermäßige Action-Titel macht – als wichtigste Beispiele seien Bayonetta, Vanquish sowie Nier: Automata genannt. Okay, auch das grauenhafte Babylon’s Fall geht auf ihre Kappe, aber selbst die Besten machen Fehler – vor allem, wenn sie Neues ausprobieren. Doch lasst euch gesagt sein: Ninja Gaiden 4 ist genau ihre Kragenweite.

Geht ab wie ein Ninja-Zäpfchen!

Es dauerte vielleicht zehn Minuten, da wusste ich bereits: Genau so muss Ninja Gaiden sein! Abartig schnell, extrem blutig, sehr schwer. Dass ich nicht den legendären Ryu Hayabusa, sondern Yakumo vom Raben-Clan spiele, ändert nichts an der Grundausrichtung. Der neue Ninja kämpft fast genauso wie der alte: flinke Combos mit zwei Schwertern, blitzschnelles Ausweichen und Blocken, Wandläufe sowie Izuna-Drop lösen bei mir eine Gänsehaut aus. Und keine Angst: Im Gegensatz zum exquisiten 2D-Comeback Ninja Gaiden: Ragebound (zum Test) spielt Ryu Hayabusa im vierten Gaiden-Teil eine große Rolle. Dazu später mehr. 

Mit Yakumo erlebe ich eine kurze Einführung samt Erklärung der zentralen Manöver. Hier droht noch kein Bildschirmtod – da fühle ich mich fast beleidigt. Nach der Aufwärmrunde auf einem fahrenden Zug landet Yakumo in einem von dämonischen Kräften korrumpierten Tokio. Die Story dreht sich grob um einen sagenhaften Drachen, der Unheil über die Menschheit bringt und darum "geläutert" werden muss. Okay, gecheckt, aber wichtig ist das nicht – zumindest im Hinblick auf die Demo. Hier ist Action angesagt!

Scharen futuristischer Soldaten gehen mit Hieb-, Stich- und Schusswaffen auf Yakumo los, aber solche Details jucken den Raben-Ninja kein bisschen. Und mich auch nicht, weil ich genau weiß, was zu tun ist. Wahnwitzig rasante Schwertcombos erledigen die ersten drei Gegner. Nummer vier ist ein paar Meter entfernt, was mir gerade genug Zeit für eine aufgeladene Attacke gibt – die folgende, automatisch ablaufende Kombination verfolge ich mit Genugtuung. Ein kurzer Wandlauf mit anschließendem Sprungangriff markiert den Auftakt zum nächsten Hagel gegen einen größeren Cyber-Samurai, der mit Katana-Hieben kontern will, letztendlich jedoch keine Chance gegen Yakumos Geschwindigkeit und Agilität hat.

Bald läuft bei mir alles nur noch aus Intuition ab. Muss es auch, denn Zeit zum Nachdenken lässt mir Ninja Gaiden 4 keine. Regelmäßig tauchen neue Feinde auf, die ich anders beackern muss als ihre Vorgänger. Es gilt also, in Höchstgeschwindigkeit die Muster zu erkennen und mindestens genauso flott eine Antwort darauf zu finden. Still stehen bedeutet draufgehen, denn bereits wenige Wirkungstreffer lassen die Lebensenergie bedrohlich schrumpfen. 

Ein paar Hilfsmittel bekomme ich jedoch an die Hand. Regelmäßige Checkpoints reduzieren den Frust, Heiltränke füllen sofort die Lebensenergie wieder auf und freischaltbare Manöver machen Yakumo zu einer noch krasseren Kampfmaschine. Eine spezielle Energieleiste ermöglicht langsame, jedoch weitreichende und sehr starke Klingenangriffe. Mehr als eine Handvoll Schwinger sind nicht drin, aber mich dünkt, dass ich mit dieser Kraft eher die dicken Brocken beackern sollte. Gleiches gilt für den Rage-Modus, der Yakumo kurzzeitig schneller und stärker macht. Nein, es braucht solche Spitzfindigkeiten keinesfalls zwingend, um erfolgreich zu sein. Aber sind sie sinnvoll und toll anzusehen? Absolut!

Abwechslung im Affenzahn

Allgemein macht Ninja Gaiden 4 optisch was her. Dass die Bildrate immer stabil bei 60 FPS bleibt, müsste ich gar nicht erwähnen – es gehört zur DNA der Reihe. Ebenso Blut, das in Hektolitern fließt, und massenhaft Körperteile, die in sämtliche Himmelsrichtungen fliegen. Weniger martialische Akzente setzen Straßenlaternen und andere Lichtquellen: mit intensiven Reflexionen auf den verregneten Straßen und satten Kontrasten in den Häuserschluchten, Lagerhallen und Laboren. Kabel, Kisten, Mülltonnen oder Straßenschilder setzen schöne Details in den Bereichen. Diese zu erkunden lohnt sich, denn hinter Abzweigungen verbergen sich Truhen mit Items oder besonders heftige Kampf-Herausforderungen.

Zu genau hinschauen darf ich allerdings nicht, ansonsten fallen einige unsauber aufgelöste Texturen sowie gelegentliches Kantenflimmern auf. Trotzdem: Im Vergleich zum unlängst veröffentlichten Ninja Gaiden 2 Black ist der grafische Sprung groß und dementsprechend erfreulich. 

Einen Vorgeschmack auf den zweiten Charakter gibt es ebenfalls. Ja, das ist selbstverständlich Ryu Hayabusa, dessen Geschichte mit der von Yakumo verbunden ist – wie genau, bleibt vorerst offen. Einige Gebiete der Demo laufen mit ihm genauso ab wie mit dem Neuling, andere wiederum unterscheiden sich komplett – darunter meine persönlichen Highlights.

Ryu rennt im Affenzahn auf dämonisch verschlungenen Schienen entlang, weicht entgegenkommenden Geister-Zügen aus und schwingt sich per Greifhaken zur nächsten Trasse, um die Sause fortzusetzen. Eine hervorragend inszenierte Passage, die andeutet, dass Ninja Gaiden 4 nicht ausschließlich aus Schlitzen und Schnetzeln besteht. 

Der zweite Höhepunkt ist die Jagd auf eine monströse Kabuki-Tänzerin. Nach einem ersten, allerdings kurzen Aufeinandertreffen muss ich der scheußlich lachenden Dame durch einen bizarren Tempel folgen – inklusive einiger Sackgassen, fieser Feinde und anderer böser Überraschungen. Die Hatz mündet in einer finalen Konfrontation, die alles hat, was die Ninja-Gaiden-Reihe ausmacht: mächtige Attacken auf beiden Seiten, Last-Second-Ausweichmanöver, perfekte getimte Konter und ein Finisher in bester Hayabusa-Manier, der keine Wünsche offen lässt.

Fazit

Sascha Göddenhoff - Portraitvon Sascha Göddenhoff
Das ist Liebe auf den ersten Schlitz!

Ich hatte meine Zweifel, ob es Ninja Gaiden 4 gelingen würde, an die Klasse der ersten beiden Teile anzuknüpfen. Aber sämtliche Bedenken wurden innerhalb weniger Minuten pulverisiert. Freunde, geht das Teil ab! Sowohl mit Yakumo als auch Ryu fetzte ich gleich mehrfach durch die ganzen Soldaten, Drohnen und Bosse der Demo – begleitet von einem Dauergrinsen. Klar, der Bildschirmtod gehört zu Ninja Gaiden 4 wie der Izuna-Drop. Allerdings war ich überrascht, wie schnell alte Schnetzel-Gewohnheiten zurückkehrten. Zum Glück, denn für ein Spiel dieser Reihe braucht es den gewissen Flow unbedingt.

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Ninja Gaiden 4 mag verschiedene Schwierigkeitsgrade haben – die hätte ich sogar schon auswählen können. Aber nix da, hier wird in der Standardeinstellung (oder höher) gespielt und im Zweifelsfall gelitten. Die Gegner und vor allem Bosse der Demo langten bereits kräftig hin – somit ist klar, wohin die Reise geht. Weil jedoch Moves, Kampfarenen, Gegner und Checkpoints hervorragend aufeinander abgestimmt waren, freue ich mich nun wie bekloppt auf den Release des Spiels am 21. Oktober. Ninja Gaiden 4 könnte der bislang beste Serienteil werden – und ein Kandidat für mein Spiel des Jahres.

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