Preview - Monster Hunter Wilds : Sechs Stunden angespielt: Das ist der perfekte Serienteil für Solisten
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Gemeinsames Jagen stellt schon immer ein Kernelement von Capcoms Monster-Hunter-Reihe dar. Selbst mit Hilfen wie Palicos und Palamutes gestaltete sich die Monsterhatz alleine wahnsinnig herausfordernd und schlicht und ergreifend nicht so spaßig. Nachdem ich die ersten Stunden von Monster Hunter Wilds bei Capcom in Osaka mit einer noch nicht finalen Version gezwungenermaßen solo absolvieren musste, kann ich voller Freude sagen: Der neueste Serienteil bockt auch alleine ungemein!
Schon TV-Maler Bob Ross wusste, dass es manchmal die netten kleinen Fehler sind, aus denen Schönheit erwächst. Hier geht es aber nicht um fluffig gezeichnete Bäume, sondern um nicht funktionierende Multiplayer-Server. Diese machten aus der angepeilten Koop-Session in Monster Hunter Wilds einen Solo-Ritt, der enorm aufschlussreich ausfiel.
Schon der verstärkte Fokus auf die Story macht klar: Das Team rund um den Producer Ryozo Tsujimoto will euch einen sanfteren Einstieg als noch bei früheren Serienteilen bieten. In der ersten Stunde von Monster Hunter Wilds gibt es haufenweise kinoreif inszenierte Zwischensequenzen. Es geht um einen geretteten Jungen und sein Heimatdorf, das von einem Monster bedroht wird, dessen Spezies eigentlich als ausgestorben gilt. Wie so oft liegen Realität und Theorie aber weit auseinander.
Im Vergleich zu Monster Hunter World gibt sich der neueste Serienteil noch einmal deutlich mehr Mühe, den Charakteren Tiefe zu verleihen. Ob die Schmiedin Gemma oder eure ständige Begleiterin Alma, sie alle verraten in kleinen Dialogen mehr über ihre Motivationen, wirken empathisch oder reißen kleine Witze. Freilich solltet ihr nicht die packenden Hintergrundgeschichten eines ausgewachsenen JRPGs erwarten. Dennoch hilft die Erzählung besonders Einsteigern dabei, genügend Motivation aufzubauen.
Helden der Jagd
Eine für Monster-Hunter-Verhältnisse interessante Story reicht natürlich nicht aus, um bei der Stange zu halten. Die 14 Waffengattungen überzeugen abermals mit abwechslungsreichen und teils stark überarbeiteten Movesets. Bei den neuen Monstern geht Capcom mitunter ungewöhnliche Wege. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Gebiete sehr vielfältig ausfallen und die Designs der Biester an ihre jeweiligen Biome angepasst wurden. Vom furzenden Affe Congala über den lustigen Lurch Rompopolo bis zur wild herumhüpfenden Spinne Lala Barina bietet Monster Hunter Wilds deutlich mehr Biester, die vom klassischen Wyvern- und Drachen-Muster abweichen. Das sorgt für deutlich mehr Abwechslung im harten Jagd-Alltag.
Besonders im Alleingang können derart vielfältige Monster aber gerne mal überfordern, da ihre Äußerlichkeiten nicht ersichtlich machen, wie sie genau angreifen. Wo Vierertrupps die Aggro aufteilen und so genügend Luft zum Beobachten der Biester haben, müssen Solisten sich mit Heiltränken, schnellen Angriffen und noch schnelleren Fluchtmanövern behelfen. Dank der NPC-Hilfsjäger eignet sich Monster Hunter Wilds trotzdem wie kein Serienteil zuvor für Einzelgänger. Die Begleiter ruft ihr innerhalb einer Quest jederzeit via Notsignal herbei.
Die computergesteuerten Gesellen unterstützen nicht nur durch saftige Attacken, sie wirken auch Heilungen und Buffs; auf ihre Ausrüstung habt ihr jedoch keinen Einfluss. Doch in meinen Spielstunden kam nie das Bedürfnis zu Veränderungen auf, weil die automatisch zugewiesenen Waffen der Hilfsjäger stets zur Quest und dem jeweiligen Monster passten.
Doch selbst wenn ihr das knüppelharte Erlebnis eines einsamen Wolfs schätzt, bietet Monster Hunter Wilds mit dem Reittier Saikrii ein unverzichtbares Hilfsmittel. Nicht nur erweist sich das Federvieh als deutlich agiler als der Palamute aus Monster Hunter Rise, in seiner Satteltasche findet auch eine zweite Waffe Platz. Der pompöse Fischwyvern und Spitzenprädator des Karminwaldes Uth Duna macht euch die Hölle heiß und ihr kommt mit dem langsamen Großschwert einfach nicht gegen ihn an? Dann erleichtert ein Wechsel auf die flotten Doppelklingen den Kampf ungemein!
Überleben um jeden Preis
Neben der Story und den Kämpfen setzt das Team hinter Monster Hunter Wilds verstärkt auf mehr Survival-Mechaniken, wie Producer Ryozo Tsujimoto im Interview ausführte. Das Wettersystem stellt euch demnach vor mehr Herausforderungen, was die großen Sandstürme in meinen Quests eindrucksvoll unterstrichen. Nicht nur raubten sie die Sicht, auch die stetige Gefahr, als menschlicher Blitzableiter zu enden, sorgte für eine gewisse Anspannung.
In den offenen Gebieten errichtet ihr neuerdings nahezu überall die neuen Pop-Up-Camps. Das verstärkt noch einmal deutlich das Gefühl, sich in einer lebendigen Welt zu befinden. Ihr müsst nicht mehr ständig ins Basislager zurück, stattdessen erkundet ihr die offenen Gebiete nach eigenem Gusto. Ihr dürft die temporären Unterkünfte sogar anpassen. Ressourcen sammelt ihr nicht mehr allein von Hand ein. Stattdessen pflückt ihr Beeren und packt Käfer mit der Schleuder, ganz bequem vom Rücken eures Saikriis aus.
Dieses Video zeigt euch das Gebiet Ölquellbecken und den Kampfwyvern Rompopolo.
Laut Ryozo Tsujimoto wird die KI von NPCs und Monstern in Echtzeit berechnet, was meinem Ersteindruck nach noch mehr zur Immersion beiträgt. Wenn ganze Horden gemeinsam vor einem Sandsturm fliehen oder mich gebündelt ins Visier nehmen, fühlt sich das wie eine reale Bedrohung und nicht wie ein Ereignis nach Skript an. Ich bin der einzige Jäger in der Umgebung und die gesamte Welt ist mein Feind.



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