Preview - Monster Hunter Wilds : Angespielt: Diesen Kampf hätte ich den ganzen Tag zocken können
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Grob geschätzt existieren insgesamt über 230 große Monster in Capcoms immens beliebter Action-Rollenspielreihe. Oftmals handelt es sich um Variationen klassischer Wyvern mit regelmäßig eingestreuten Echsen oder Affen. In Monster Hunter Wilds geht das Studio bewusst neue und interessante Wege beim Design der Biester und eines davon sticht ganz besonders heraus.
Ein Umstand zeigt schon auf, wie interessant der Rompopolo tatsächlich ist: Ihn zu beschreiben fällt gar nicht mal so leicht. Der lila Lurch siedelt sich irgendwo zwischen einem schleimigen Uhrzeitgecko und einem fiesen Insekt an, wirklich schön würde ich ihn nicht nennen. Vielmehr sieht er wahnsinnig spannend aus und nutzt seine Umgebung im Ölquellbecken massiv aus. In Hamburg bot mir Capcom in einer fast fertigen Version von Monster Hunter Wilds endlich die Chance, mich Rompopolo zu stellen, und ich hätte am liebsten den ganzen Tag nur gegen ihn gekämpft.
Mehr als nur heiße Luft
Mit seinem langen Stachel im Gesicht versprüht das Monster giftiges Gas, das besonders unachtsamen Jägerinnen und Jägern schnell gefährlich wird. Noch viel spannender macht ihn sein Schwanz, denn mit diesem pumpt er explosives Gas in den Boden, was dank der mineralhaltigen Umgebung des Ölquellbeckens für massive Explosionen sorgt. Um diesen zu entgehen, gilt es zwingend, einige der neuen Mechaniken von Monster Hunter Wilds zu nutzen.
Beispielsweise hilft der Konter des Großschwerts dabei, eine Explosion abzuwehren. Mit dem Hammer hingegen springt ihr schnell an den Rompopolo heran, während er sein Gas in den Boden pumpt und bestraft den in diesem Moment unachtsamen Kamfpwyvern mit ein paar saftigen Schellen. Das sind nur die offensichtlichsten Taktiken, die sich mir offenbarten – sicherlich bietet der Kampf noch viel mehr Nuancen.
Landet ihr genügend Treffer, prügelt ihr im wahrsten Sinne die Luft aus ihm heraus und er sackt in fast schon comichafter Manier wie ein Luftballon mit einem Loch in sich zusammen. Seiner ohnehin schon unansehnlichen Optik ist diese Transformation nicht unbedingt zuträglich, er wirkt durch sie aber noch mehr wie ein Reptil, was die Immersion von Monster Hunter Wilds weiter steigert. Nicht, dass das Spiel euch wie kein Teil zuvor in sein Ökosystem zieht – ohne dabei den typischen Monster-Hunter-Charme zu verlieren.
Das wahre Monster Hunter World
In gewisser Weise erfüllt sich Capcom mit Monster Hunter Wilds einen Traum, der bereits bei der Entwicklung des Vorgängers bestand: eine zusammenhängende und glaubhafte Welt. Bei meinen erneuten Touren ließ ich mir betont Zeit, beobachtete die Umgebungen und saugte alles auf. Dadurch verdeutlichte sich, was Producer Ryozo Tsujimoto und Game Director Yuya Tokuda im vorangegangenen Interview ausführten.
Laut ihnen bestand die größte technische Herausforderung in der realistischen Simulation der Welt. Ihr bereist die Umgebung ohne Ladezeiten, es gibt keine Resets oder anderweitige Sicherheitsnetze für das Entwicklungsteam. Das Spiel behält in jedem Moment den Überblick über die Monster und NPCs, die ihren Abläufen folgen oder auf Ereignisse in ihrer Umgebung reagieren.
Erkundungstouren auf dem Rücken meines Seikrii-Reittieres bestätigten dies, zu keinem Zeitpunkt kam mir Monster Hunter Wilds übermäßig geskriptet vor, ganz ohne mein Zutun trabten Doshaguma-Herden durch die Wildnis und legten sich mit einem Ceranototh an. Alleine der Umstand, dass ich nach einer Jagd nicht zwangsläufig wieder im Basecamp lande, ändert das Spielgefühl so grundlegend, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Ich bin endlich Teil einer lebendigen Welt, die schlicht und ergreifend Sinn ergibt.
Auch die neuen Biome unterstützen das Bestreben des Teams. Der immens coole Kampf gegen den Rompopolo kann wirklich nur im Ölquellbecken und nirgends sonst stattfinden. Denn durch den ekelhaften Ölschlamm maximiert das Biest seinen Schaden und der Ausblick auf den Feueraffen Arajakan oder den in Flammen gehüllten Land-Oktopus Nu Udra lässt mich schon jetzt voller Vorfreude meine Klingen schärfen.
Arachnophobiker aufgepasst!
Mit Nerscylla setzte mir Capcom ein weiteres neues Monster vor, zumindest für Monster Hunter Wilds. Die Spinne existiert innerhalb der Reihe schließlich seit Monster Hunter 4. Ihre Angriffe fallen vor allem wegen der allgegenwärtigen Gift-Gefahr tückisch aus, lassen sich aber vergleichsweise gut lesen. Fährt sie ihre riesigen Reißzähne aus, springt ihr lieber schnell in Deckung oder geht das Risiko ein, ihr die Hauer zu brechen. Im Kampf ist aber stets Vorsicht geboten, denn oftmals begleiten ihre kleinen Jungen die Nerscylla.
Interessant fällt aus, dass Capcom überhaupt so stark auf die achtbeinige Temnoceran-Klasse setzt. Mit der komplett neuen Lala Barina und altbekannten Nerscylla gibt es bereits zwei der spinnenverwandten Biester, die spannende Kämpfe bieten, aber eben auch Albtraumfutter für Arachnophobiker. Monster Hunter Wilds soll aber auch extra einen Modus enthalten, der die Darstellung bei akuter Spinnenangst entschärft - wie genau das aussieht, bleibt abzuwarten. Schließlich nimmt Lala Barina einen wichtigen Part in der Story und im Gebiet des Karmesinwaldes ein.



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