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Test - Mina the Hollower : Test: Das neue Spiel der Shovel-Knight-Macher ist anders, aber trotzdem spitze!

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Die junge Mausedame Mina ist Abenteurerin, und zwar eine von der hilfsbereiten Sorte. Vor vielen Jahren half sie dem Baron von Finsteringen, das dunkle Eiland mittels selbstentwickelter Funken-Generatoren zu erhellen – das sorgte für Lebensqualität und Wohlstand. Aus ungeklärten Gründen gingen besagte Generatoren jedoch unlängst kaputt. Zugleich tauchen viele Monster auf und machen die Insel unsicher. Also kehrt Mina zurück, um der Sache auf den Grund zu gehen – in einem Action-Adventure mit 8-Bit-Ästhetik, das Titeln auf dem altehrwürdigen Game Boy Color ähnelt.

Zu Spielbeginn darf zwischen drei Waffen gewählt werden. Doppeldolche, Kettenpeitsche und Axt lassen sich vor der Entscheidung ausprobieren, und das ist wichtig. An den jeweiligen Prügel ist man fortan nämlich gebunden, denn eine neue Waffe gibt es in den nächsten Stunden erstmal nicht. Wohl aber Zweitwaffen wie eine schwere Wurfaxt, die beim Aufprall Schockwellen aussendet, oder ein Schwert, das wie ein Bumerang zu Mina zurückkehrt. Jede Nutzung verbraucht eine gewisse Menge an Energie, die sich durch überall auffindbare Phiolen erneuern lässt.

Nicht so leicht ist es, verlorene Lebensenergie zurückzugewinnen. Mina führt anfangs nur sehr wenige Heiltränke mit sich. Ihre Effektivität ist unmittelbar mit Minas Angriffslust verknüpft: Jeder Treffer bei einem Gegner füllt eine zweite Leiste, die angibt, welche Menge Energie die Einnahme eines Tranks regenerieren würde. Das bedeutet in letzter Konsequenz: Ohne den Modus Attacke verpufft die Wirkung. Und das kann mächtig wehtun, gleich in mehrfacher Hinsicht.

Die Qual der Wahl

Mina the Hollower verfolgt einen Souls-lite-Ansatz. Das bedeutet: Jeder Feind stellt eine ernstzunehmende Gefahr dar. Nach dem Ableben besteht die Chance, beim zweiten Anlauf die zuvor gesammelten Erfahrungspunkte, genannt Knochen, zu retten. Geht Mina dabei erneut drauf, ist alles futsch. Und das geschieht nicht gerade selten.

Abseits der normalen Feinde warten einige stattliche Bosse, deren Muster man teils erst nach mehrfachem Ableben erkannt hat – sie zu erledigen, dauert dann nochmal eine Weile. Weitere Hürden stellen die zahlreichen Platforming-Passagen dar, die Mina manchmal sogar unter feindlichem Beschuss absolvieren muss. Woanders wird Frau Maus von unbesiegbaren Feinde gejagt oder muss Windstöße nutzen, um besonders große Abgründe zu überwinden. Es warten einige richtig knifflige Abschnitte, die das Nervenkostüm kräftig auf die Probe stellen können.

Die für einen Stufenaufstieg erforderliche Menge an Knochen steigt mit jeder Verbesserung für Angriffskraft, Verteidigungsfähigkeit und die Stärke der Seitenwaffe. Zugleich werden die XP für Upgrades der Lebensleiste, Heiltränke-Menge und mehr benötigt. Die Wege zu den Shops in der zentralen Hub-Stadt sind allerdings weit, daher sollte man sich überlegen, ob sich das Risiko der Reise lohnt.

Es ist aber auch möglich, beim Stufenaufstieg die gesammelten Knochen in Knochensplitter umzuwandeln, die nicht verloren gehen, sondern in Minas Erdlabor (ihrem persönlichen Hub) in einer Art Tresor gespeichert werden. Dort lassen sie sich abheben und in Knochen zurückverwandeln, die dann für Upgrades oder Shop-Items zum Einsatz kommen.

Minas Unterschlupf bietet noch weitere Vorteile: Hier kann sie im weiteren Verlauf die Hauptwaffe wechseln, ihre Lebensenergie regenerieren sowie den Heiltrank-Vorrat aufstocken. Einen Zugang zum Erdlabor bieten die fair verteilten Checkpoints. Aber: Jeder Besuch bedeutet auch den Respawn sämtlicher Gegner im jeweiligen Gebiet – typisch Souls eben.

Eine weitere Schwierigkeit: Mina the Hollower stellt keine Karte zur Verfügung – man muss sich diese im Spiel verdienen. Bis dahin braucht es ein gutes Gedächtnis oder eigene Aufzeichnungen, um sich in der zusammenhängenden Spielwelt zurechtzufinden. Diverse Abkürzungen existieren, müssen aber ebenfalls erst entdeckt oder freigeschaltet werden. Überhaupt gibt das Spiel nur sehr wenige Tipps oder Hilfestellungen. Getreu dem Motto “Selbst ist die Maus” will nahezu alles in Eigenregie herausgefunden werden. 

Skill(s) sichern das Überleben

Wer bis hierhin gelesen hat, stört sich vermutlich kein bisschen am Schwierigkeitsgrad, sondern sucht nach einer solchen Herausforderung. Und sie ist machbar, weil sich Mina in jeder Situation präzise steuern lässt und das Design der Gebiete und Gegner hervorragend ist. Eine zentrale Rolle spielt dabei Minas wichtigste Fähigkeit: das kurzzeitige Graben durch den Boden. Damit weicht sie Angriffen und Geschossen aus, taucht unter Objekten durch oder katapultiert sich für einen besonders hohen Sprung aus dem Erdreich heraus.

Im Spielverlauf tun sich immer neue und teils überraschende Möglichkeiten auf, das Graben zu nutzen, insbesondere bei den zahlreichen Platforming-Einlagen. Zwar muss das Timing für jede Aktion verinnerlicht werden, denn bereits ein etwas zu frühes respektive zu spätes Ab- oder Auftauchen kann schmerzhafte Treffer nach sich ziehen oder mit dem Sturz in einen Abgrund enden. Hat man das Graben und die damit verbundenen Vorteile jedoch einmal verstanden, verlieren selbst äußerst knifflige Geschicklichkeitseinlagen und mächtige Bosse etwas von ihrem Schrecken.

Mindestens ebenso wichtig und abwechslungsreich fallen die Schmuckstücke aus. Ausgerüstet erlauben sie den Einsatz spezieller Fähigkeiten: So kann Mina unter anderem mehr Heiltränke tragen, beim Buddeln eine giftige Schleimspur hinterlassen, angriffslustige Fliegen als Helfer beschwören oder einmalig dem Tod von der Schippe springen. 

Einige der Gegenstände darf Mina in den Shops kaufen, andere lassen sich unterwegs entdecken oder über Sidequests verdienen. Ebenso können im Spielverlauf weitere Item-Slots gefunden oder mit Knochen freigeschaltet werden. Mit unterschiedlichen Kombinationen zu experimentieren lohnt sich, denn einige sind ausgesprochen effektiv und erleichtern das Überleben spürbar. 

Aber keine Sorge: Zum Spaziergang verkommt das Abenteuer trotzdem niemals. Jedes Gebiet der Insel hat seinen eigenen Charakter und konfrontiert Mina mit neuen Gegnern, Platforming-Herausforderungen und weiteren frischen Einfällen. Yacht Club Games haben sich viel Mühe gegeben, für Abwechslung zu sorgen – sowohl in optischer als auch spielerischer Hinsicht. So ist Mina the Hollower vom Anfang bis zum Ende ein schickes, spannendes und forderndes Action-Adventure, das Forscherdrang ebenso belohnt wie Risikobereitschaft.

Greift zu, wenn...

… ihr fordernde Action-Adventures im Retro-Look schätzt.

Spart es euch, wenn...

… euch locker-flockige Abenteuer-Ausflüge lieber sind. 

Fazit

Sascha Göddenhoff - Portraitvon Sascha Göddenhoff
Yacht Club Games liefern den nächsten Knaller ab

Ich bin ehrlich: In den ersten Stunden gab es einige Momente, in denen mich Mina the Hollower kräftig gestresst hat. Das lag weniger am Ableben durch Feinde oder Abgründe, sondern hauptsächlich am Verlust der Knochen – die braucht es schließlich für Upgrades jeder Art. Eine Weile hatte ich das Gefühl, auf der Stelle zu treten. Doch ich biss mich durch, weil ich meine Fehler erkannte und Lösungsansätze sah.

Dabei spielte meist das Graben eine Rolle: Es lässt sich sehr flexibel einsetzen und stellt zweifellos Minas wichtigste Fähigkeit dar. Zusammen mit den verschiedenen Schmuckstücken taten sich immer neue spielerische Möglichkeiten auf, sowohl in den Kämpfen als auch in den Geschicklichkeitspassagen. Respekt, Yacht Club Games, das habt ihr hervorragend hinbekommen!

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Mit jeder Stunde gefiel mir Mina the Hollower besser. Die verschiedenen Gebiete, die zahlreichen Geheimnisse, das durchdachte Upgrade-System – alles motivierte mich dazu, die Spielwelt bis in den letzten Winkel zu erforschen. Wollte ich etwas kritisieren, wären das die nicht ausgewogenen Waffen. Ich habe fast das komplette Abenteuer lang die Peitsche benutzt, weil ihre Reichweite unschlagbar ist und vieles einfacher macht – da kommen Hammer, Schwert und Co. nicht mit. Aber das ist Geschmackssache und ändert nichts an meinem Fazit: Mina the Hollower ist ein hervorragendes Action-Adventure, das jeder spielen sollte, der ansatzweise etwas mit Souls-lites im Retro-Stil anfangen kann.

Überblick

Pro

  • schicker Look im Game-Boy-Color-Stil
  • abwechslungsreiche Gebiete und Herausforderungen
  • permanente Upgrades und Items sehr hilfreich
  • präzise und kompakte Steuerung

Contra

  • kaum Tutorials oder anderweitige Hilfestellungen
  • Karte muss erst freigeschaltet werden
  • unausgewogene Hauptwaffen
  • einige Checkpoints etwas weit auseinander

Awards

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