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Test - Medal of Honor : Wiedergeburt in Afghanistan?

  • PC
  • PS3
  • X360
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Spiel auf Zeit

Nach Abschluss der Kampagne eröffnet sich ein weiterer Einzelspielermodus, der allerdings nur online gespielt werden kann. Im TIER-1-Modus geht es darum, die einzelnen Abschnitte der Kampagne unter verschärften Bedingungen auf Zeit nochmals zu spielen. Die Gegner teilen dabei mehr Schaden aus, Munition von den Kameraden gibt es nicht und im Falle eines Ablebens beginnt ihr den Abschnitt komplett von vorne.

Eure Ergebnisse in verschiedenen Kategorien wie Trefferquote, Kopfschüsse oder Zeit fließen dabei in Online-Rankings mit anderen Spielern ein. Damit soll etwas Motivation geweckt werden, die kurze Einzelspielerkampagne abschnittsweise nochmal zu spielen. Das gelingt aber nur bedingt, zwar sind die Einsätze unter diesen Bedingungen schwieriger, aber wirklich spannender werden sie dadurch nicht.

OPFOR gegen Koalition

Weiter geht es in den Online-Modus, der übrigens von den Battlefield-Machern von DICE entwickelt wurde. Hier treten bis zu 24 Spieler in vier Spielmodi auf acht Karten gegeneinander an. Es handelt sich dabei durch die Bank um Team-Modi, in welchen die Koalition (auf gut deutsch: die Amerikaner) gegen die OPFOR antreten. Früher waren dies noch die Taliban, aber kurz vor Release hat sich EA dazu entschlossen, diese Seite umzubenennen, damit kein Spieler als Taliban agiert. Der Innovationsfaktor der Spielmodi hält sich dabei in überschaubaren Grenzen.

Im Team-Sturmlauf erlebt ihr quasi das allerorts übliche Team-Deathmatch auf durchaus nicht uninteressant gestalteten Maps mit recht hohem Spieltempo. Im Kampfeinsatz gilt es, nacheinander fünf Ziele zu erreichen. Nach jedem erreichten Ziel wird ein weiterer Abschnitt der Karte und ein neues Ziel aktiv. Bei Sektor-Kontrolle findet ihr drei zunächst neutrale Kontrollpunkte auf der Karte. Beide Teams haben die Aufgabe, diese Punkte zu erobern und möglichst lange zu halten. Während ein Kontrollpunkt gehalten wird, sammelt das Team Punkte, wer am meisten Punkte erreicht, gewinnt die Runde. Den Abschluss bildet der Zielraid, bei dem zwei Ziele auf der Karte mit Sprengsätzen sabotiert werden müssen.

Als Spieler könnt ihr eine von drei Klassen wählen, diese aber während eines Matches auch wechseln. Als Schütze geht ihr mit Sturmgewehr in den Einsatz, der Spec Ops verfügt über leichtes Sturmgewehr, bzw. Maschinenpistole und eine schwere Waffe und den Abschluss bildet der Scharfschütze. Zudem könnt ihr für erzielte Punkte Unterstützungsaktionen wie Luftschläge starten. Es gibt ein Erfahrungspunktesystem, bei dem ihr für jeden Abschuss und diverse Team-Aktionen Punkte sammeln könnt. Habt ihr genug beisammen, folgt eine Level-Aufwertung, bei der Waffen und Waffenkomponenten wie Magazine oder Visiere freigeschaltet werden. Hinzu kommen diverse Orden und Medaillen für eure Leistuengen.

DICE, das könnt ihr doch besser!

Die Spielmodi sind durchaus interessant, wenn auch nicht gerade etwas Neues und das Rangsystem kann motivieren. Allerdings hat der Mehrspielermodus einige Schwächen. Das Design der Karten kann nur bedingt überzeugen. Die Wege sind oft zu schlauchig und fördern das Campen, zudem ist es oft möglich, die Spawn-Punkte zu belagern und Spieler direkt beim Erscheinen schon ins Nirvana zu schicken. Da es keine Killcam gibt, wird so der Einstieg zu einem immens frustrierenden Erlebnis mit einer sehr steilen Lernkurve.

Ein weiterer Schwachpunkt ist die Waffenbalance. Die wirkt in fast allen Belangen sehr unausgewogen, sowohl was die Reichweite der Wummen, als auch die Schadenswirkung angeht. Schade, dass die Entwickler das Feedback aus den Betaphasen augenscheinlich ziemlich ignoriert haben. Immer wieder sind zudem kleinere Macken zu entdecken, wie unbefriedigend gestaltete Hitboxen oder Schüsse, die sogar durch die Deckung noch treffen. Auch der Schutz gegen Cheater scheint nur unzureichend zu funktionieren.

Das ist schade, denn das Ambiente des Mehrspielermodus ist interessant durch den guten Sound, das hohe Spieltempo und das an sich gute Waffenhandling. Aber die nicht ausgereifte Mischung aus Kartendesign und Waffenbalance sorgt über weite Strecken mehr für Frust als für echten Spielspaß. Verwunderlich, ist man doch von DICE in der Hinsicht einiges mehr gewohnt.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Eine Wiedergeburt sollte es werden. So ganz hat das leider nicht geklappt. Mal abgesehen von dem strittigen Szenario erzählt EA zwar eine recht interessante Kampagne mit viel Abwechslung und einem guten Zusammenhang der Missionen, deren Verlauf quasi aus verschiedenen Blickwinkeln geschildert wird. Jedoch erlebt man im Spiel selbst wenig Außergewöhnliches – es fehlt einfach an Höhepunkten und echter Spannung. Vor allem auf Konsolen werden zudem technische Schwächen deutlich, von häufigen Clipping-Fehlern über Pop-ups und schwache Texturen bis hin zu KI-Mängeln. Die knapp sechs Stunden der Kampagne sind recht unterhaltsam, allerdings nicht besonders fordernd, da man zu oft nur den Team-Kollegen hinterherdackelt. Der Mehrspielermodus hingegen punktet mit Atmosphäre und Tempo, enttäuscht aber ebenso durch einige Mankos und absolute Innovationslosigkeit. In Summe gesehen ist Medal of Honor kein schlechter Shooter, aber auch ganz sicher keiner, vor dem die Konkurrenz Angst haben muss. Willkommen im oberen Mittelmaß.

Überblick

Pro

  • abwechslungsreiche Kampagne
  • bessere Erzählstruktur als bei den Vorgängern
  • solide Spielmechanik
  • guter Spielfluss
  • sehenswerte Landschaften
  • sehr gute Sprachausgabe
  • tolle Musikuntermalung
  • angenehm wenig Pathos
  • ordentliche Mehrspielermodi
  • motivierendes Rangsystem

Contra

  • kaum echte Höhepunkte
  • einige langweilige Elemente
  • grafisch ziemlich durchwachsen
  • Tearing (PS3/X360)
  • schwache Texturen (PS3/X360)
  • häufige Clipping-Fehler
  • streckenweise doofe KI
  • Einzelspielermodus zu kurz
  • Waffenbalance im Mehrspielermodus unzureichend
  • teilweise unglückliches Kartendesign
  • viele kleinere Macken im Mehrspielermodus

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