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Test - Life is Strange: True Colors : Noch einmal mit Gefühl

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Greift zu, wenn...

… ihr eine für Videospiele einzigartige Erfahrung über Geborgenheit und Selbstfindung machen wollt.

Spart es euch, wenn...

… ihr euch ungern von zu offensichtlichen Rührseligkeiten manipulieren lasst.

Fazit

Matthias Grimm - Portraitvon Matthias Grimm
Das „Zurück zu den Wurzeln“ ist in seinen besten Momenten ein charmant-sympathisches Best-of der Reihe, offenbart darin aber auch seine Formelhaftigkeit

Nachdem sich der zweite Teil für viele Fans zu weit von der Erfolgsformel entfernt hatte, die Life is Strange zu einem Phänomen werden ließ, wollten die Entwickler mit True Colors „zurück zu den Wurzeln“: mit einer sympathischen Heldin, die sich zu den interessantesten Videospiel-Figuren der letzten Zeit zählen darf, mit einer Geschichte, die echte Menschen und authentische Sorgen zu ihrem Mittelpunkt wählt, und einer spielerischen Erfahrung, die besinnlichen Momenten und zwischenmenschlichen Augenblicken mehr Platz einräumt als abenteuerlichem Firlefanz. In seinen besten Szenen ist True Colors eine bodenständige Geschichte über die Sehnsucht nach Geborgenheit und die schmerzhafte Heilung geschundener Seelen. Oder einfach eine Ode an verspielte Unbekümmertheit zwischen ausgelassenen Dorffesten und der kindlichen Vorstellungskraft, aus der mal eben die komplette Stadt zur Bühne für ein Live-Rollenspiel wird.

>> Emotion pur: 11 Spiele, die zu Tränen rühren <<

Am besten man gibt sich dem neuen Life is Strange einfach hin, genießt seine schönen Momente und denkt ansonsten nicht lange drüber nach. True Colors ist ein Spiel, das seine Spieler emotional einlullen möchte und dem das auch über weite Strecken gut gelingt, für meinen Geschmack dabei aber zu offensichtlich und eindeutig vorgeht. Denn sobald man sich nicht affektiv davon aufsaugen lässt, sondern sich die Einzelteile aus der Nähe betrachtet, fallen sie in sich zusammen. Wo das Spiel Gefühle vermitteln will, tritt es sie oftmals nur verbal breit. Wo es authentisches Leben abzubilden behauptet, wird es am Ende zur plumpen Räuberpistole über profitgeile Konzerne. Seine besten Momente hat True Colors bezeichnenderweise in Szenen, in denen der eigentliche Plot komplett auf die Seite rückt und purer Lebensfreude Platz macht. Doch gerade jene wirken wie eine unverhältnismäßig aufgeblähte Best-of-Platte aus den beliebtesten Szenen der Vorgänger und offenbaren am Zurück-zu-den-Wurzeln der Erfolgsformel auch deren durchkalkulierte Formelhaftigkeit.

Wer solcherlei Vorgehen als Service am Fan versteht, der bekommt mit True Colors genau das, was er erwartet. Und allein die Tatsache, dass ich mich regelmäßig dabei ertappe, wie ich gedanklich immer noch mit Alex in sternklarer Nacht auf dem Frühlingsfest tanze, zeigt, dass es bestens funktioniert. Und das ist schließlich alles, was die Entwickler erreichen wollten.

Überblick

Pro

  • einzigartig sympathische Heldin
  • zauberhafte Momente übersprudelnder Lebensfreude
  • herzergreifende Erfahrung über Geborgenheit und Seelenheilung
  • melancholischer Songwriter-Soundtrack
  • exzellente deutsche Vertonung
  • lauter kleine (optionale) Nebengeschichten

Contra

  • durchschaubare Gefühlsduseleien
  • plumpes Groschenheft-Finale
  • viel „Mehr vom Gleichen“ statt „Zurück zu den Wurzeln“
  • nur wenige halbwegs relevante Entscheidungen

Awards

  • Sound
    • PS4
    • XSX
    • PC
    • PS5
    • NSw
    • One

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