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Test - Immortal Realms: Vampire Wars : Vampires of Might & Magic

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Greift zu, wenn...

… ihr gewillt seid, euch auf ein erfrischend anderes Rundenstrategie-Spiel einzulassen.

Spart es euch, wenn...

… euch spielerische Experimente im Genre der Heroes-Klone zuwider sind.

Fazit

Matthias Grimm - Portraitvon Matthias Grimm
Ein erstaunlich frisches Rundenstrategiespiel, das nicht alles besser, aber Vieles bewundernswert anders macht

Immortal Realms: Vampire Wars ist ein Heroes of Might & Magic, das anders ist. Allein schon durch sein düsteres Vampir-Setting dürfte es Spieler ansprechen, die das ewige Fantasy-Einerlei des Genres aus Rittern, Orks und Zauberern leid sind. Doch auch darüber hinaus findet es für viele spielerische Kleinigkeiten einen erstaunlich gewitzten neuen Weg, entschlackt das festgefahrene Spielprinzip des Vorbilds wohltuend an etlichen Stellen und erweitert es an anderen um frische Ideen.

Immortal Realms entwickelt vom ersten Moment an den unnachahmlichen Reiz dieser Art Spiele mit ihren taktischen Schlachten und motivierenden Eroberungsfeldzügen von Armeen und Rollenspiel-artigen Helden. Doch ist Immortal Realms auch ein Spiel, dem man Zeit geben muss, um überhaupt zu verstehen, was es ist bzw. sein will. Vieles wirkt auf den ersten Blick gewöhnlich, im Vergleich zum großen Vorbild Heroes mag es manchem Fan zu reduziert und vereinfacht vorkommen und etliche Neuerungen machen zunächst einen krampfhaft um Originalität bemühten Eindruck. Erst auf den zweiten oder gar dritten Blick offenbart sich der klug durchdachte Ansatz der Entwickler, die manchmal nur mit vermeintlichen Kleinigkeiten im Spielkonzept große Wirkungen erzielen.

Immortal Realms: Vampire Wars will kein Ersatz für ein vollwertiges Heroes of Might & Magic in lediglich anderem Setting sein. Stattdessen ist es ein davon inspiriertes Kleinod, das allein durch seine bewundernswerte Eigenständigkeit manchen einfallslosen Klon bei Weitem überstrahlt. Das mag nicht jedem Fan schmecken. Das hat auch durchaus seine Macken und Nachteile, aber eben auch Vorteile, wenn man sie aus unvoreingenommenem Blickwinkel betrachtet. Indem es seinen Verlauf linearer strukturiert und das Management von Gebäuden und Einheiten simpler gestaltet, spielt es sich geradliniger und flotter, ufert nicht in stundenlangem Endgame und zähem Klein-Klein von Micro-Management aus. Die kompakteren Missionen sind angenehm abwechslungsreich gestaltet, und die drei Vampir-Clan-Fraktionen spielen sich erstaunlich unterschiedlich.

All das muss man erst einmal erkennen, um für sich selbst zu entscheiden, ob man sich dafür begeistern kann oder nicht. Denn jeder Vor- hat auch seinen Nachteil. Die geradlinigere Spielweise hat zur Folge, dass Immortal Realms dem Spieler nur selten das Gefühl vermittelt, seine Armeen wie Schachfiguren auf einem epischen Spielbrett der globalen Strategie zu verschieben. Auch die allesamt recht ähnlich ablaufenden Kämpfe verlieren in der etwa 60-stündigen Kampagne zwischenzeitlich an Reiz, und der Aufbau-/Management-Part verkommt phasenweise zur Nebensache. Die sonst so charakteristische „Nur noch eine Runde“-Wirkung kann Immortal Realms nicht in gleicher Intensität entfalten, wie man es von ähnlich gearteten Spielen gewohnt ist.

>> Bis(s) zum Fremdschämen: Die 5 peinlichsten Vampir-Spiele

Wer einfach nur ein weiteres stromlinienförmiges Heroes of Might & Magic sucht, wird vermutlich leidlich glücklich. Wer jedoch aufgeschlossen und neugierig ist, findet ein konsequent auf Andersartigkeit getrimmtes Kleinod, das man dafür einfach lieben muss. Denn Immortal Realms ist frisch und mutig und anders. Und das allein ist in einem Genre, das seit Heroes of Might & Magic 2 aus dem Jahr 1996 eigentlich nur auf der Stelle tritt, mehr als irgendjemand erwarten kann, hat großen Respekt und vor allem: einen Blick darauf verdient.

Überblick

Pro

  • Heroes-Spielprinzip erfrischend anders interpretiert
  • originell düsteres Vampir-Setting mit motivierendem Handlungsfaden
  • viele originelle Ideen wie das Kartenspiel-System
  • taktische Schlachten mit gewitzten taktischen Kniffen
  • angenehm entschlackte Heroes-Spielmechaniken
  • flott und geradlinig strukturiert, statt ausufernd in die Länge gezogen
  • abwechslungsreiche Missionen
  • viele scheinbare Nebensächlichkeiten bewirken große Unterschiede zum Vorbild
  • 60 Stunden und mehr Spielzeit

Contra

  • für manch eingefleischten Heroes-Fan möglicherweise zu simpel und reduziert
  • linearere Spielweise vermittelt mitunter mehr RPG- statt Strategie-Feeling
  • es dauert eine Weile, bis man die spielerische Tiefe erkennt
  • kleinere Macken bei technischer Umsetzung
  • kein Multiplayer

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