Test - Half-Life 2 : Spiel der Woche 47/04

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Über kaum ein Spiel wurde in den letzten Monaten soviel geredet wie über 'Half-Life 2', das nun endlich, etliche Jahre nach dem legendären Vorgänger, in den Regalen steht und erneut die Messlatte des Shooter-Genres auf ein neues Level bringen will. Die Erwartungen sind, nach dem grandiosen ersten Teil, der seinerzeit das Shooter-Genre definierte, und den medienträchtigen Katastrophen wie geleaktem Source-Code und diversen Verschiebungen natürlich riesengroß. Wir haben uns wie die Geier auf das Spiel gestürzt, kaum dass die Tür hinter dem Postboten geschlossen war.

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Schon beim Intro wird klar, dass 'Half-Life 2' etwas anders ist, als andere Spiele. Der geheimnisvolle G-Man, ein alter Bekannter aus dem ersten Teil, nordet Gordon Freeman, dessen Rolle ihr natürlich wieder übernehmt, erst mal ordentlich auf kommende Ereignisse ein. Kurz danach findet sich Gordon in City 17 wieder, einer ranzigen Ostblock-Metropole, in der sofort klar wird, dass ein diktatorisches Regime an der Macht ist: Überwachungssonden drehen ihre Runden, Propaganda schallt aus riesigen Bildschirmen und die freundlichen Helfer der Polizei sind schnell mit dem Elektroschocker dabei, wenn man ihnen zu nahe kommt.

Dummerweise gerät auch Gordon schnell ins Fadenkreuz der Obrigkeit, ohne eigentlich so recht zu wissen warum. Glücklicherweise ist sein alter 'Black Mesa'-Kumpel Barney schnell zur Hand, um ihm aus der Patsche zu helfen. Ein erster Besuch bei Eli Vance und dessen ansehnlicher und resoluten Tochter Alix hilft ihm da schon etwas weiter auf die Sprünge. Doch nun geht die Hetzjagd erst richtig los und auf den Spieler warten so einige Wendungen und Wirrungen und auch, wenn der Spieler ab und an mal den roten Faden verliert, macht das wenig, denn bei 'Half-Life 2' ist der Weg das Ziel. Mehr wollen wir auch gar nicht verraten, denn das Spiel ist es wert, von jedem selbst erkundet zu werden.

Ungewöhnliche Erzählweise

Erzählt wird die Story übrigens nicht in Form von den sonst üblichen Zwischensequenzen, sondern direkt im Spiel selbst durch Dialoge mit diversen Charakteren. Der Spielverlauf selbst ist linear, jedoch löst sich Valve vom eingefahrenen Missions-Design mit Orts- und Zeitsprüngen und bietet ähnlich wie der TV-Thriller '24' eine durchgehende Handlung mit wenigen Ruhephasen und jeder Menge hochklassiger Action. Entsprechend gibt es auch kein Missions-Tagebuch, sondern ihr bekommt gesagt, was zu tun ist und wo ihr hin müsst. Wie, das bleibt dann im Rahmen des linearen Verlaufs euch selbst überlassen.

Interessanterweise bekommt ihr Gordon Freeman im Spiel nie selbst zu sehen, sondern betrachtet die Ereignisse immer aus der First-Person-Perspektive. Auch redet Gordon kein Sterbenswörtchen, somit bleibt der Held des Spieles ganz eurer Fantasie überlassen. Das führt natürlich zu einer ungemein starken Einbindung des Spielers in die Geschehnisse, hat allerdings auch den kleinen Nachteil, dass einem etwas der Heldenaspekt fehlt - es ist keine Figur da, die man zur Ikone machen kann, außer dem Antlitz auf der Verpackung.

Abwechslung pur

Der eigentliche Spielverlauf bietet ein wahres Wechselbad der Action-Spektakel. Los geht es mit einer rasanten Verfolgungsjagd durch leerstehende Gebäude, ihr hüpft ans Steuer eines Propellerbootes und rast, gejagt von Bomben werfenden Helikoptern, durch beinahe ausgetrocknete Kanäle, schleicht euch durch die Straßen einer von Zombies verseuchten Stadt, brettert mit dem Buggy über weite Strände und marode Straßen, turnt über Brückengerüste oder leistet euch Straßen- und Häuserkämpfe mit Ordnungshütern, Soldaten und deren Maschinen.

Abgesehen von den Fahrbereichen sind die Levels gar nicht mal so riesengroß, dafür aber verschlungen und verschnörkelt aufgebaut, was ihr spätestens dann merkt, wenn ihr euch in City 17 durch die Häuser kämpft. Das Suchen von Wegen durch die Levels bietet ein umfangreiches Element des Spieles, jedoch nie so verzwickt, dass man die Orientierung verliert.

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