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Test - Ein Minecraft Film : Filmkritik: Dieser Film macht so richtig B(l)ock!

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    Jack Blacks Erfolgsrate, wenn es um Videospielverfilmungen geht, in denen er mitspielt, ist in letzter Zeit ja eher schwankend. Während der Super Mario Movie (2023) mit ihm als Bowser als die bis dato erfolgreichste Leinwand-Adaption eines Videospiels in die Geschichte eingehen wird, muss sich Borderlands (Kritik) und somit auch Black als Claptrap definitiv am unteren Ende der Skala einfügen. Entsprechend skeptisch war ich, als bekannt wurde, dass für ihn als Nächstes ein Film zu Minecraft ansteht. Einem Spiel, das jetzt nicht unbedingt für seine tiefgreifende Story oder charismatische Charaktere bekannt ist. Aber mit dem, was sich dann in den 101 Minuten des Films abspielt, hätte ich niemals gerechnet.

    Der kleine Steve hat nur einen Traum. Statt wie andere Kinder Feuerwehrmann oder Astronaut werden zu wollen, sieht er seine Zukunft unter Tage. Doch natürlich sind Minen für Kinder viel zu gefährlich und so bleibt ihm nichts anderes übrig, als wie jeder Normalo weiter die Schulbank zu drücken, nur um dann auch noch in einem richtig langweiligen Bürojob zu enden.

    Doch da erinnert er sich an seinen Kindheitswunsch und weil er mittlerweile alt genug ist (und von Jack Block äääääh Black gespielt wird), kann ihn nichts und niemand davon abhalten, sein Glück in der Mine zu versuchen. Bei einer Ausgrabung findet er schließlich ein Artefakt, das ihm ein Portal in die Oberwelt von Minecraft öffnet. Hier darf er endlich seine Kreativität ausleben und hat die Macht, alles zu erschaffen, wovon er nur träumt (solange man es aus Klötzchen bauen kann).

    Nach vielen Jahren glücklichen Bauens stolpert Steve über ein Portal in den Nether und gerät dort in die Fänge der bösen Piglin-Priesterin Malgosha (gesprochen von Rachel House), die in dem leuchtenden Artefakt die Kugel der Dominanz erkennt. Die würde sie gerne in ihre Finger bekommen und ihre Macht dazu nutzen, die Sonne zu verdunkeln.

    Das würde die Oberwelt auch für die lichtempfindlichen Piglins bewohnbar machen, aber auch eine ewige Nacht einläuten, in der Zombies, Skelette und andere Monster durch die Welt streifen. In letzter Sekunden kann Steve das Artefakt in die reale Welt schaffen, wodurch sich das Portal schließt und Malgosha keine Möglichkeit mehr hat, ihren Plan umzusetzen.

    Jahre später gelangt die bunt zusammengewürfelte Gruppe aus dem jungen Henry (Sebastian Hansen), seiner großen Schwester Natalie (Emma Myers), dem alternden Gamer Garret “The Garbageman” Harrison (Jason Momoa) und der Maklerin/Besitzerin eines mobilen Zoos Dawn (Danielle Brooks) in den Besitz des Artefakts und stolpert ebenfalls in das Klötzchen-Universum. Dabei ahnen sie allerdings noch nicht, dass Malgosha nur auf eine Gelegenheit gewartet hat, die Kugel der Dominanz endlich in ihren Besitz zu bringen.

    Enthält simulierte Ziegen!

    Klingt jetzt vielleicht nach einer epischen Geschichte, tatsächlich ist der Plot am Ende aber so dünn wie Papier (craftet man übrigens aus 3x Zuckerrohr). Die Hintergrundgeschichten von Steve und Garret werden zu Beginn kurz von einem Erzähler zusammengefasst und nach einer kleinen Einführung der Geschwister Henry und Natalie dient die Story auch nur noch als Ausrede, um sich in der kunterbunten Klötzchen-Welt aufzuhalten.

    Aber darum geht es auch gar nicht. Die Filmemacher wissen ganz genau, dass allein die Idee eines Minecraft-Films komplett absurd ist und versuchen deswegen gar nicht erst, einen logischen Plot zusammenzustöpseln. Stattdessen gibt es eben viel Witz mit einer gehörigen Portion Selbstironie. Da wird auch mal eine Pause eingelegt, um vollkommen willkürlich ein Wrestling-Match zwischen Jason Momoa und einem Baby-Zombie einzulegen, der auf einem Huhn reitet, oder Jack Black bricht plötzlich unaufgefordert in eine Gesangseinlage aus. Der Film soll einfach nur Spaß machen und das tut er auch.

    Am besten beweist diese These wohl eine Szene aus dem Film selbst: Nachdem Garrett Henry aus freiem Fall rettet, indem er einen Ghast-Ballon (große Monster mit Tentakeln, die fliegen und Feuerbälle verschießen) zu ihm steuert, fragt ihn dieser, woher er denn wisse, wie genau man damit umgeht. Garretts knappe Antwort: “Frag nicht!” Und das ist weniger eine Ansage an Henry als direkt an die Zuschauer. “Ja, wir wissen, dass das hier alles total unlogisch ist und nichts davon Sinn ergibt. Also hört bitte auf, alles zu hinterfragen, lehnt euch zurück und habt einfach Spaß!”

    Das scheinen sich auch Jason Momoa und Jack Black vorgenommen zu haben. Als Steve lässt Black alles raus, wofür er bekannt ist. Seien es die übertriebenen Rock’n’Roll-Gesten, das klassische hohe Kreischen, welches man aus so vielen Filmen, Liedern und Bühnenshows mit ihm kennt, und natürlich seine einmalige überzogene Körperlichkeit. Selten war Jack Black so sehr Jack Black wie in seiner Rolle als Steve.

    Wer Jason Momoa hauptsächlich als grummeligen Aquaman aus dem DC-Universum, grummeligen Schwertmeister in Dune oder grummeligen Ex-Ehemann der Mutter der Drachen aus Game of Thrones kennt, dürfte überrascht werden. Garrett ist ein Kindskopf, der in den 80er Jahren einmal für sein Können in einem Videospiel regional bekannt wurde und dieser Zeit seitdem nachhängt. Zwar ist er auch ein bisschen grummelig, wirkt aber in seiner quietschpinken Lederjacke mit Fransen eher wie ein sympathischer Loser als wie der furchteinflößende Anführer der Dothraki. Momoa genießt es richtig, sein inneres Kind mal zum Spielen an die frische Luft lassen zu dürfen.

    Aber erst im Zusammenspiel blühen die beiden so richtig auf. Die freundschaftliche Rivalität zwischen Garrett und Steve führt zu einigen der besten Gags im gesamten Film und die Beziehung der beiden wird schnell zum Motor der gesamten Story. Nur leider lässt das nicht viel Raum für die anderen Charaktere.

    90% fehlerfrei!

    Bei all dem Lob muss ein kleines bisschen Kritik nämlich dann doch erlaubt sein. Während Black und Momoa den Spaß ihres Lebens haben, steht der restliche Cast absolut im Schatten der beiden Stars. Vor allem Emma Myers und Danielle Brooks haben über weite Strecken schlichtweg nichts zu tun und verschwinden sogar für einige Zeit aus dem Film, während die “Jack und Jason Show” weitergeht.

    Dabei würden die beiden schauspielerisch durchaus überzeugen. Aber wenn man in entscheidenden Momenten nur wenige Zeilen hat und die meisten davon Abwandlungen von “Du bist verrückt!” oder “Das ist verrückt!” sind, fällt es schwer zu zeigen, was man kann.

    Sebastian Hansen als Henry hat da mehr Glück, weil er mit den beiden großen Jungs abhängen darf, verkommt aber dennoch eher zum Nebencharakter. Das alles macht den Film zwar nicht weniger lustig, ist aber dennoch schade um die schauspielerische Leistung des restlichen Casts.

    Die oft angesprochenen Probleme mit dem CGI kann ich übrigens nicht bestätigen. Natürlich wirken die realen Personen in der digitalen Minecraft-Welt ein wenig fehl am Platz, aber das sind sie ja auch. Ansonsten ist mir nur eine einzige Stelle aufgefallen, an der man den Greenscreen hinter den Schauspielern fast schon schmecken kann, da sind die Charaktere aber so klein, dass es die meisten wohl nicht mal bemerken werden.

    Überraschenderweise schafft es der Film unter all den Gags dann doch noch, eine kleine, ernste Botschaft zu platzieren. Die ist nicht wirklich versteckt, wird einem aber auch nicht mit Gewalt ins Gesicht gedrückt. Kreativität ist etwas Wundervolles, das man nicht einsperren oder jemanden dafür verurteilen sollte. Aber manchmal lohnt es sich, den Bildschirm auszumachen und seine Kreativität in die echte Welt zu tragen. Inspiriert von diesem Gedanken, gehe ich jetzt erstmal auf den Dachboden, krame meine alten Bauklötzchen heraus und spiele ein bisschen analoges Minecraft.

    Fazit

    Sebastian Ruppert - Portraitvon Sebastian Ruppert
    Herrlicher Blödsinn ohne (8) Ecken und (12) Kanten

    Nach den Trailern war ich höchst skeptisch gegenüber dem Minecraft-Film und hatte eigentlich auf ein zweites Borderlands-Fiasko getippt, aber ich gebe gerne zu, dass ich mich geirrt habe. Die Zielgruppe der 12-jährigen Kids, die bestenfalls auch Minecraft wirklich spielen, wird sich köstlich amüsieren und selbst der billigste Pups-Witz (wovon es bemerkenswert wenige gibt) dürfte hier noch zünden.

    Aber selbst, wenn man die Phase der Adoleszenz schon hinter sich hat, holt einen der Film gut ab. Gamer dürfen sich an den Videospiel-Anspielungen laben und für die Eltern, die keine Ahnung von Minecraft haben, aber ihre Kids begleiten müssen, gibt es einen kompletten und unfassbar witzigen Handlungsstrang, in denen Jennifer Coolidge einen Villager datet, der in die reale Welt ausgebüxt ist. Das hat zwar überhaupt nichts mit dem eigentlichen Geschehen im Film zu tun, aber wir wollten ja aufhören, uns über Logik Gedanken zu machen.

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    „Ein Minecraft Film“ ist eine Ode an den unschuldigen, puren Spaß, die Kreativität und das innere Kind in uns, das viel zu oft über die Jahre verschüttet geht. Er bietet ein herrlich bescheuertes Filmerlebnis für die ganze Familie und ich für meinen Teil habe fast 101 Minuten durchgehend gelacht. Das sind immerhin ziemlich genau 101 Minuten mehr, als es bei Borderlands der Fall war.

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