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Test - Darksiders Genesis : Höllisch gut

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Vor sieben Jahren bereits für Tod erklärt, erfreut sich Darksiders dank der Lizenzübernahme von THQ Nordic wieder bester Gesundheit. Schließlich konnte der im letzten Jahr erschienene dritte Teil laut Publisher nach kurzer Zeit bereits die Entwicklungskosten einspielen. Bevor wir jedoch ein vollwertiges Darksiders 4 zu Gesicht bekommen, erscheint mit Genesis ein Prequel-Spin-off. Das orientiert sich an Hack'n'Slay-Rollenspielen wie Diablo und überrascht mit einer gesunden Mischung aus Action und Rätseln.

Es ist mal wieder Weltuntergangsstimmung: Laut dem feurigen Rat kooperiert Luzifer mit dem Dämonen Samael, um die Menschheit zu vernichten. Die beiden Apokalyptischen Reiter War und Strife sollen deshalb losziehen und den Schurken Einhalt gebieten. Doch schnell stellt sich heraus, dass Samael selbst im Visier von Luzifers Intrigenspielchen steht.

So unspektakulär dieser Plotansatz klingt, so uninteressant entwickelt sich die Handlung auch in den folgenden Spielstunden. Kein Wunder: Sie wird über weite Strecken in knappen Audiodialogen zwischen War und Strife oder zwischen den Missionen an einem Ort namens Die Leere abgehakt, wo ihr euch mit ein paar Verbündeten unterhaltet. Dabei wirken sämtliche Gespräche wie ein notdürftiges Beiwerk anstatt ein essentiell wichtiger Bestandteil von Darksiders Genesis. Daran ändern auch die wenigen Zwischensequenzen nichts, die sich auf dürftig animierte Comic-Bildchen beschränken.

Somit werden Fans der Vorgänger, die sich vor allem für deren Geschichte und Inszenierung interessierten, enttäuscht sein. Zum Glück entpuppt sich das Spiel an sich als bedeutend gehaltvoller, obwohl es ebenfalls stark von der Hauptserie abweicht.

Doppelt schnetzeln

Zunächst übernehmt ihr wie bereits angedeutet die Rolle beider Reiter, zwischen denen ihr jederzeit wechseln dürft. Alternativ könnt ihr gemeinsam mit einem Freund online oder wie in den guten alten Zeiten via Splitscreen an einem Bildschirm spielen. Dabei verfolgt ihr das Geschehen aus der isometrischen Vogelperspektive, was den Vergleich mit dem Action-RPG-Klassiker Diablo aufdrängt.

Interessant wird Darksiders Genesis, wenn man sich die unterschiedlichen Fähigkeiten der beiden Protagonisten anschaut: Krieg zählt zu den klassischen Nahkämpfern und teilt mit seinem Schwert kräftige Hiebe aus. Strife hingegen mausert sich dank Schusswaffen zum Meister des Fernkampfs. Dabei ballert er selbst in der Grundausrüstung mit einer hohen Frequenz um sich, was wiederum an Twin-Stick-Shooter wie Nex Machina erinnert. Überhaupt ist das Spiel sichtlich auf Strife zugeschnitzt, weil er sich mit seinem Equipment viel effektiver gegen die Horden von Gegnern zur Wehr setzen kann als sein Kollege – wohlgemerkt trotz deutlich schwächerer Angriffsstärke.

Ihr müsst zum Absolvieren der Geschichte insgesamt 16 Kapitel meistern, wobei sich fünf davon auf je einen knackigen Endboss beschränken. Dabei kämpft ihr euch nicht nur durch Reihen von Dämonen, sondern öffnet Truhen, sammelt Schlüssel und löst kleine Rätsel. Diese wiederum erfordern den Einsatz der individuellen Fähigkeiten, die War und Strife nach und nach erbeuten. So betätigt der eine mit einer Art Bumerang kristallförmige Schalter, während der andere Portale erzeugen und auf diese Weise bestimmte Orte miteinander verknüpfen kann.

Der Rollenspielanteil ist ebenfalls nicht zu verachten: Die Gegner hinterlassen Kreaturenkerne, mit denen ihr beispielsweise eure Angriffsstärke erhöht, diverse Fähigkeiten optimiert oder mehr Munition von getöteten Dämonen erhaltet. Die Kerne verbessert ihr, je mehr ihr von der gleichen Sorte einsammelt. Aus dem Grund lohnt sich auch das wiederholte Bekämpfen von Endbossen, was zum Glück dank bequemer Kapitelanwahl problemlos funktioniert. Nebenbei erwähnt schaltet ihr bis zu 21 Levels einer Arena frei, in der ihr eine Gegnerwelle nach der anderen vernichtet und ebenfalls fleißig Kerne einheimst.

Fähigkeiten-Überschuss

Insgesamt erfindet Darksiders Genesis kein Rad neu, packt jedoch viele Spielelemente passend in einen Topf. Trotzdem haben es die Entwickler in manchem Aspekt etwas übertrieben, weil sie die Fähigkeiten in viel zu viele unterschiedliche Arten aufteilen und keine sauber sortierte Benutzerführung ermöglichen. Egal mit welchem Knopf oder Analogstick ihr welches Feature nutzt: Die Steuerung fühlt sich nie so wirklich intuitiv an.

Das größte daraus resultierende Problem ist die suboptimale Balance des Schwierigkeitsgrads. Beginnt ihr auf “Normal“, dann kommt ihr über weite Strecken mit ein paar Grundfähigkeiten gut voran. Doch in den letzten Kapiteln begegnet ihr ein paar richtig biestigen Endgegnern, bei denen ihr plötzlich deutlich mehr Fähigkeiten auf dem Kasten haben müsst - oder zerknirscht den Schwierigkeitsgrad auf “Entspannt“ herunterregelt.

Ein Fest für Musikliebhaber

Technisch kann Darksiders Genesis auf den ersten Blick nicht mit seinen Vorgängern mithalten, was an der distanzierten Kameraperspektive liegt. Jedoch trügt der Schein: Zwar sehen sämtliche Figuren und Dämonen viel kleiner aus als beispielsweise jene in Darksiders 3, doch dafür sind sie hervorragend animiert. Besonders die Endbosse schinden in dieser Hinsicht mächtig Eindruck.

Darksiders Genesis - gamescom 2019 Gameplay Trailer
Im neuen Trailer zu Darksiders Genesis gibt es neues Gameplay zu sehen!

Erzeugen die knackigen Soundeffekte bereits richtig viel Flair, so schießt der orchestrale Soundtrack von Gareth Coker den Vogel ab: Er fällt erfreulich abwechslungsreich aus, weil fast jedes Kapitel ein bis drei eigene Musikstücke zu bieten hat. Viele davon sind hervorragend komponiert und haben im Idealfall sogar Ohrwurmcharakter, was bei dieser Stilrichtung selten vorkommt.

Die Musik ist mal emotional, mal schweißtreibend und mal pompös, ohne jemals zu übertreiben. Coker addiert zaghaft, aber bestimmt synthetische Klänge hinzu, die der Atmosphäre den passend-düsteren Unterton verleihen. Die einzige, kleine Schwäche: Es mangelt an Dynamik. Der Soundtrack passt sich kaum an die aktuelle Spielsituationen an und dreht allenfalls bei besonders dramatischen Kämpfen auf.

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