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Test - Civilization V : Ein Barbar erringt die Weltherrschaft

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Reden ist nicht nur Silber

Die Diplomatie bietet indes einen ganzen Reigen an Möglichkeiten. Ihr könnt Kooperationen und Verteidigungsbündnisse verabreden, gemeinsame Forschung anstreben oder militärisch gegen verhasste Gegner vorgehen, von der Kriegserklärung bis hin zum teuer bezahlten Friedensvertrag. Auch der Handel von Ressourcen ist möglich, denn es wird kaum machbar sein, wirklich alles, was das Herz und das Volk begehrt, im eigenen Einflussbereich zu haben. Das Diplomatiesystem funktioniert erfreulich gut und ihr könnt immer wieder verfolgen, wie sich die Verhältnisse der Zivilisationen und Stadtstaaten im Laufe der Zeit verschieben und wie bei Bündnisbruch oder Kriegen zum Teil heftig reagiert wird. Zumal das gemeinsame Gerangel um einen bestimmten Stadtstaat Stress mit einer großen Zivilisation mit sich bringen kann.

Das ist alles so fein und minutiös umgesetzt, dass einige Streichungen gar nicht so stark ins Gewicht fallen. So wurden zum Beispiel die Spione aus dem Spiel geworfen und Religion nebst Politik stark vereinfacht. Über die Ressource Kultur könnt ihr stattdessen nun aus insgesamt zehn Sozialpolitiken auswählen, die jeweils fünf Ausbaustufen mit verschiedenen Boni mit sich bringen. Statt Diktatur oder Demokratie gibt es nun Tradition, Ehre, Wirtschaft oder Freiheit. Die Boni haben einen netten Vorteil: Man kann damit stärker auf die eigene Spielweise eingehen.

Entschlackt und überschaubar

Das eigentliche Meisterwerk des Spiels ist aber die Bedienung. Hier hat Firaxis offenbar massiv vom Konsolenableger Civilization Revolution gelernt. Statt euch mit Unmengen von Menüs, die bis zum Anschlag gefüllt sind, zu erschlagen, bekommt ihr jederzeit genau die Information, die ihr haben wollt. Ihr fragt euch, warum euer Gold zur Neige geht? Ein Mouse-over über den Goldbetrag zeigt euch, wo der Schotter hinfließt. Ihr wisst nicht, warum eure Bevölkerung unzufrieden ist? Auch hier reicht ein Mouse-over und ihr wisst, wo der Hase im Pfeffer liegt.

Hinzu kommen die wieder im Spiel vorhandenen Berater sowie viele hilfreiche Tipps zu Beginn des Spiels. Civilization V ist damit wohl eines der einsteigerfreundlichsten Strategiespiele, die wir je gesehen haben. Fans der alten Schule mögen auf den ersten Blick murren, aber wer es probiert, wird feststellen, dass man sich nun endlich auf das eigentliche Spielen konzentrieren kann. Man ist somit nicht mehr ewig damit beschäftigt, den ganzen Datenwust auf dem Bildschirm überhaupt zu begreifen. Passend dazu gibt es zu jeder Einheit aussagekräftige Icons und Bedienflächen, die einfach per Mausklick verfügbar sind.

Zudem sieht das Spiel auch noch sehr hübsch aus. Die neue Engine zaubert sehenswerte Landschaften auf den Bildschirm, die dazu sehr natürlich und glaubwürdig wirken. Sicher, es gibt schönere Strategiespiele, aber die Summe macht es und bei der gesamten Gestaltung liegt Civilization V mit an vorderer Front. Schade nur, dass die Sound-Kulisse etwas zu minimalistisch ausgefallen ist.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Liebe Leute von Firaxis, darf ich euch schlagen? Mal ehrlich: Was fällt euch ein, mit Civilization V ein derart hervorragendes Spiel abzuliefern? Wann bitte soll ich endlich mal wieder schlafen? Sicher, es gibt ein oder zwei Dinge aus den Vorgängern, die ich ein bisschen vermisse und die KI agiert zwar recht aggressiv, aber nicht unbedingt clever. Aber die Änderungen, die ins Spiel geflossen sind, machen den Titel zu einem echten Juwel: sei es die herausragende Bedienbarkeit oder der neue taktische Anspruch bei den Kämpfen. Das ist Sucht pur! Fängt man einmal eine Spielsitzung an, nimmt diese erst nach langen Stunden ein Ende. Möglicherweise auch, weil der gute Mensch vorm Bildschirm eingepennt ist und nun Tastenabdrücke seine Stirn zieren. Ich ziehe meinen Hut vor den Entwicklern, die es auch nach fast zwanzig Jahren noch schaffen, dass Civilization V eines der besten Strategiespiele auf dem Markt ist. Und jetzt Schluss mit schwafeln, ich muss eine neue Zivilisation aufbauen.

Überblick

Pro

  • genial vereinfachte Bedienung
  • man bekommt genau die Infos, die man benötigt
  • Hex-Raster und Einheitenmaximum pro Feld und Fernkampf erhöhen den taktischen Anspruch
  • Diplomatie sinnvoll ausgebaut
  • Stadtstaaten bringen neuen Schwung
  • gute Einheitenmischung wichtiger als Masse
  • Kämpfe deutlich interessanter und fordernder
  • KI spielt hart und aggressiv
  • Mod-Zentrale im Hauptmenü
  • enorm einsteigerfreundlich

Contra

  • Automatisierung von Einheiten klappt nicht immer sinnvoll
  • Späher stolpern durch fremde Gebiete
  • gelegentlich verzögertes Laden von Terraintexturen
  • Stadtstaaten-Feature könnte noch stärker ausgereizt werden
  • Religion und Politik gestrichen
  • KI nicht gerade clever

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