Preview - Arc Raiders : Angespielt: Sammelwut und Überlebenskampf
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Der Name Patrick Söderlund dürfte euch ein Begriff sein, wenn ihr die Battlefield-Reihe kennt. Der Mann rief sie nämlich einst ins Leben. Nach vielen Jahren bei Dice und Electronic Arts gründete er 2018 Embark Studios, deren Mehrspieler-Shooter The Finals seit 2023 erfolgreich läuft. Mit Arc Raiders folgt nun ihre Interpretation eines Extraction-Shooters.
Die Erde, wie wir sie kannten, ist längst Geschichte. Geblieben ist ein Ödland, kontrolliert von tödlichen Arc-Maschinen – einer fremdartigen Macht, die jedes Leben erbarmungslos jagt. Die letzten Menschen fristen ihr Dasein in der unterirdischen Enklave Speranza, während an der Oberfläche der Kampf ums Überleben täglich aufs Neue beginnt.
Ausschließlich dort finden sich nämlich zahlreiche Ressourcen, die für das Leben in Speranza unerlässlich sind. Alte Lappen, Metallteile, Energiezellen oder Elektroschrott werden in dieser neuen Welt wie pures Gold gehandelt. Genau hier kommt ihr mit eurem dreiköpfigen Team ins Spiel. Der Auftrag lautet stets gleich: Ressourcen beschaffen, überleben, zurückkommen. Hört sich simpel an, ist es aber nicht.
Kooperieren oder sterben
Arc Raiders ist kein Shooter, bei dem ihr mit dicken Knarren und massig Munition durch Gegnerwellen pflügt. Aber das habt ihr euch vermutlich schon gedacht. Hier steht konsequente Zusammenarbeit im Mittelpunkt, und zwar immer und überall. Rückendeckung ist herzlich willkommen, beispielsweise wenn ihr eine Metallkiste knackt oder einem verletzten Kollegen Erste Hilfe leistet. Und wenn es brenzlig wird, ergreift am besten niemand panisch die Flucht. Denn brenzlig wird es sehr oft.
Überall im Ödland patrouillieren die sogenannten Arc-Maschinen. Es gibt winzige Aufklärungsdrohnen, spinnenartige Killer mit beängstigender Wendigkeit oder auch gepanzerte Kolosse, die man ohne massive Feuerkraft genauso gut mit Wattebällchen bewerfen könnte. Fühlt ihr euch für eine Auseinandersetzung gewappnet, kann sich das lohnen: Je größer und gefährlicher der Gegner ist, desto wertvoller fallen die zu bergenden Waffen, Rüstungsteile oder Ressourcen aus.
Wer gierig oder übermütig auftritt, fristet jedoch ein kurzes Leben. Die mechanischen Feinde verfügen über fiese Waffensysteme wie Elektroschocks, die euren Raider kurzzeitig bewegungsunfähig machen. Oder sie feuern explosive Geschosse ab, die den eigenen Schutzschild im Nu zerfetzen – und danach auch alles andere. Ganz nebenbei geht eure Munition für Pistolen, Gewehre und Co. rasend schnell zur Neige, weil die Maschinen meist gut gepanzert sind. Darum lohnt es sich, nach Schwachstellen zu suchen: Schießt bei den wendigen Wespen beispielsweise auf die Schubdüsen, um sie manövrierunfähig machen – so büßen sie viel Kampfkraft ein.
Jeder ist dein Feind. Oder auch nicht.
Für noch mehr Spannung sorgt das PvEvP-Konzept von Arc Raiders. Neben den Maschinen treiben sich nämlich auch andere Raider im Ödland herum. Manche helfen euch im Kampf, andere eröffnen schon beim ersten flüchtigen Blick das Feuer. Anfängliche Feinde können jedoch zu Freunden werden – oder umgekehrt. Der Wechsel zwischen Kooperation und Konfrontation ist ständig präsent. Über ein Kommunikationsrad lassen sich zwar friedliche Absichten und der Wille zum gemeinsamen Vorgehen signalisieren. Doch selbst wenn euer Gegenüber freundlich tut, solltet ihr eure Deckung niemals komplett fallen lassen. Denn schon ein Moment der Unachtsamkeit kann euer Ende bedeuten.
Geht ihr drauf, ist genretypisch alles futsch: Waffen, Ausrüstung, Bauteile, Heilmittel. Nur ein paar Sicherheitsplätze retten den wichtigsten Loot vor dem Tod, sofern ihr die gewünschten Gegenstände dort abgelegt habt. Der Rest verbleibt irgendwo im Nirgendwo oder landet im Inventar eines anderen Raiders. Einzig gesammelte Erfahrungspunkte gehen niemals verloren – so lässt sich manch kapitaler Fehlschlag zumindest etwas leichter ertragen.
Nur keine Hektik
Zwischen den hochriskanten Ausflügen dient Speranza als zentraler Hub. Hier kauft ihr bei Händlern ein, schaltet Ausrüstungs-Upgrades frei und nehmt verschiedene Quests an, die zusätzliche Erfahrung und besondere Gegenstände einbringen. Aufgaben vom Typ "Erledige fünf Drohnen" oder "Sammle drei Schaltkreise ein" sind nicht außergewöhnlich, aber trotzdem motivierend. Vieles kann beiläufig abgeschlossen werden, für andere Aufträge müsst ihr etwas suchen oder im Kampf gegen Maschinen und Raider triumphieren. Auch dabei gilt: je schwieriger, desto lohnenswerter.
Was das Spielgefühl von Arc Raiders besonders macht, ist seine bewusste Langsamkeit.
Die Steuerung ist präzise und sämtliche Funktionen sind nach wenigen Minuten verinnerlicht. Doch alles braucht seine Zeit, und zwar wortwörtlich. Nachladen dauert. Schränke öffnen dauert. Klettern dauert. Jede Aktion verursacht zudem Lärm – und bereits ein Geräusch kann euch verraten. Wollt ihr die verschlossene Werkzeugkiste tatsächlich aufbrechen, mitten im Niemandsland? Oder versucht ihr das, was ihr bereits ergattert habt, in Sicherheit zu bringen? Das geschieht über verschiedene Aufzüge innerhalb der Spielwelt, die euch – nach der Aktivierung nebst Wartezeit – zurück nach Speranza bringen. Außer, es kommen Arc-Roboter oder Raider dazwischen …
Grundsätzlich dürft ihr ganz allein auf Beutejagd ins Ödland gehen. Die Sinnhaftigkeit solcher Vorstöße ist jedoch höchst zweifelhaft. Nicht selten werdet ihr feige aus dem Hinterhalt erschossen oder stolpert einen Abhang hinunter – damit ist die Runde erledigt. Im Kampf gegen größere Arc-Maschinen habt ihr solo eh keine Chance, insbesondere mit der zu Beginn sehr schwachen Ausrüstung. Es ist eben ein typisches Extraction-Game: Lust und Frust liegen so nah beieinander, dass man nie weiß, ob man fluchen oder jubeln will. Oftmals geht das eine nahtlos ins andere über …
Es läuft im Ödland
Technisch lieft Arc Raiders sowohl auf dem PC als auch auf der Playstation 5 erfreulich rund. Auf dem Rechner waren gelegentliche Framerate-Einbrüche zu verzeichnen, die allerdings keine negativen Auswirkungen auf den Spielablauf hatten. Dagegen dauerte es auf der PS5 zeitweise etwas länger, zwei Mitspieler für den nächsten Einsatz zu finden. Das sind Kleinigkeiten, die Entwickler Embark Studios bis zum Release sicher in den Griff bekommt.
Grafisch gefielen die weitläufigen Gebiete der beiden spielbaren Karten. Alte Lagerhallen, unterirdische Anlagen, verfallene Wohnhäuser, kleine Waldgebiete samt Flussausläufern, ein riesiger Damm-Komplex – es gibt einiges zu sehen und zu entdecken, manchmal bei strahlendem Sonnenschein und manchmal im strömenden Regen. Letzteres sieht schick aus, macht den Überlebenskampf aufgrund der eingeschränkten Sicht allerdings noch eine Spur nervenaufreibender ...



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