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Test - The Elder Scrolls V: Skyrim : Der wahre Drache des Genres

  • PC
  • PS3
  • X360
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Viele Kleinigkeiten zur Abrundung

Was gibt es noch zu sagen? Man findet gar kein Ende. Ihr könnt Holz hacken. Ihr könnt in Kneipen gegen Geld Prügeleien veranstalten. Ihr könnt bei Barden euren Wunschtitel ordern. Ihr könnt so ziemlich alles, was nicht niet- und nagelfest ist, aufnehmen, bewegen oder klauen. Schlösserknacken funktioniert mit Dietrichen und einem Minispiel, in dem euer Feingefühl gefragt ist. Allerdings solltet ihr euch nicht erwischen lassen, denn Diebstahl wird regional von den Wachen hart bestraft. Es gibt ein Kopfgeldsystem und wer im Knast landet, verliert Fortschritt bei den Fähigkeiten.

Wer will, kann sich Häuser kaufen. Praktische Sache, um Ausrüstung zu bunkern oder Handwerksrohstoffe zu lagern. Diverse Ausbauten sorgen dafür, dass ihr euer Geld nicht umsonst verdient. Außerdem dürft ihr immer wieder mal Begleiter mitnehmen, mal aus einer Quest heraus, mal als angeheuerte Söldner oder als persönlicher Mitarbeiter, wenn ihr das Amt eines Jarls erlangt. Bücher oder Waffen könnt ihr sogar in Regalen oder Ständern parken.

Es gibt verschiedene Gruppierungen, denen ihr euch anschließen könnt, wie die Dunkle Bruderschaft für Schurken und Attentäter oder die Gefährten für die Krieger. Auch hier gibt es keine Begrenzung für Klassen. Pferde könnt ihr stehlen oder erwerben. Solange diese nicht getötet werden, tauchen sie immer brav auf, wenn ihr in Städten per Schnellreise ankommt. Es gibt im Grunde nicht viel, was man in dieser Spielwelt vermissen könnte. Selbst Jagd auf das sporadisch zu findende Wild oder auf Raubtiere ist eine Option, denn Leder wird fürs Handwerk benötigt. Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, die sich im Spielverlauf ergeben. Allerdings wollen wir einige davon gar nicht verraten, denn ein bisschen Überraschung gönnen wir euch dann doch.

Keine perfekte Schönheit

Kommen wir zum Abschluss noch zur technischen Umsetzung, denn irgendwo muss man ja mal einen Kritikpunkt am Spiel finden. Die Spielwelt ist vom Design her wirklich wundervoll gestaltet. Die nordischen Elemente sind schön und stilsicher ins Design verwoben und auf den oberflächlichen Blick ist Skyrim ein echter Hingucker. Allerdings einer mit Schwächen. Kann Bethesda auf die Entfernung noch durch Stilelemente wie gemalt wirkende Hintergründe zurückgreifen, fallen im Nahbereich doch sehr viele Matschtexturen auf. Hinzu kommen häufige Pop-ups, Texturflimmern und Clipping-Fehler. Allerdings muss man deutlich sagen, dass diese Schwächen im Hinblick auf den schieren Umfang und die technischen Möglichkeiten der Konsolen vertretbar sind. Gut hingegen sind die Tag-/Nachtwechsel sowie das dynamische Wetter, das euch unversehens mal einen Regenschauer oder einen saftigen Schneesturm bietet. Die Gestaltung der Charaktere kann ebenso überzeugen. Abwechslung wird dabei großgeschrieben, Kloncharaktere entdeckt man nur selten. Schwach sind allerdings vor allem die Laufanimationen, die oft sehr unbeholfen wirken.

Kommen wir zu den Unterschieden der jeweiligen Versionen. Die PS3-Version zeigt sich gegenüber der Xbox-360-Version etwas stärker, was die reine Optik angeht. Die Texturen sind etwas schärfer und weniger fehleranfällig, die Farben etwas kräftiger. Dafür flackern die Schatten häufiger, das Kantenflimmern ist etwas auffälliger und das Spiel wirkt insgesamt etwas ruckeliger. In Summe gleichen sich Vor- und Nachteile also in etwa aus. Interessanterweise hatten wir in Hinblick auf Texturfehler unterschiedliche Ergebnisse auf verschiedenen Xbox-Konsolen. Auf einem älteren Modell hatten wir zum Teil massive Texturfehler mit und ohne Installtion, auf zwei neueren Fehlern traten diese deutlich weniger bis kaum auf. Ob das technische Hintergründe hat, oder lediglich am Zustand der Konsolen lag, konnten wir allerdings nicht ermitteln.

Die PC-Version zeigt sich als optisch opulent mit deutlich weniger Fehlern als die Konsolenbrüder. Allerdings gibt es im Grunde die gleichen Schwächen der Texturen im Nahbereich, sowie immer wieder aufpoppende Texturen. Dafür lief unsere Version auf dem Testrechner flüssig mit 50 bis 60 Bildern pro Sekunde bei voll aufgedrehten Details. Schlimm ist allerdings, dass Bethesda das Konsoleninventar eins zu eins übernommen hat. Was mit dem Controller schon unhandlich ist, wird durch Maus und Tastatur absolut nicht verbessert. Generell merkt man, dass die PC-Version lediglich eine Portierung der Konsolenversion mit aufgehübschter Grafik ist.

Die deutsche Sprachausgabe ist umfassend und gut gelungen, ebenso wie die Übersetzung. Allerdings hat Bethesda es etwas übertrieben und die Ortsnamen ebenfalls eingedeutscht, was zuweilen ein wenig lächerlich klingt. Aus „Skyrim“ einfach mal „Himmelsrand“ zu machen, oder Städtenamen wie „Elend“ und „Einsamkeit“, das ist einfach nicht schön. Schade ist außerdem, dass unser Held völlig stumm ist und außer Gekeuche beim Kampf keinen Pieps von sich gibt. Da muss man klar sagen, dass inszenierte Dialogszenen wie in The Witcher 2 oder Dragon Age II einfach mehr Atmosphäre hergeben. Der schöne Soundtrack versöhnt da nur bedingt.

 

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Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Skyrim ähnelt in gewisser Weise den heimlichen Hauptdarstellern des Spiels, nämlich den Drachen. Auf dem Boden nicht unbedingt schön anzuschauen, etwas altertümlich und manchmal unbeholfen, trotz einer gewissen Faszination und unbestrittener Stärke. Doch inhaltlich erhebt sich dieser Titan des Rollenspiels elegant in die Lüfte, weit über die flachen Ebenen der modernen Spielewelt. Sagen und Legenden sprießen ihm aus allen Schuppen und zeigen der inhaltslosen Konkurrenz, wer das Sagen hat. Seine Flügel erstrecken sich weit und geben dem beeindruckten Beobachter das Gefühl unfassbarer Größe. Stundenlang blickt man auf den Titanen, nur um festzustellen, dass man nur einen Bruchteil seines gewaltigen Körpers gesehen hat, der vor Leben und Geschichten nur so strotzt. Skyrim ist vielleicht nicht in allen Belangen perfekt. Vor allem technisch hat es seine Macken und das Inventar ist schlicht furchtbar unhandlich. Aber es ist so viel mehr als nur ein Rollenspielkonstrukt um eine mehr oder minder klischeehafte Handlung. Es ist eine sehr komplette Welt, in der es unermesslich viel zu erleben und unermesslich viel zu entdecken gibt und die einen derart in sich aufsaugt, dass man das normale Leben beinah vergessen möchte. Ein riesiger Abenteuerspielplatz, der jeden, der auch nur einen Hauch von Liebe für Fantasy hat, abends wohlig in den Schlaf hüllt, mit der Gewissheit, dass man am kommenden Tage wieder in der Welt von Skyrim versinken kann. Mit einem Wort: Großartig! Danke, Bethesda, dass ihr mir wieder einmal zeigt, warum ich dieses Genre so sehr liebe.

Überblick

Pro

  • grandiose Spielwelt
  • unfassbar viele Geschichten und Abenteuer
  • immenser Umfang
  • abwechslungsreiche und mehrstufige Quests
  • Atmosphäre pur
  • schöne Tag-/Nacht- und Wetterwechsel
  • gute deutsche Sprachausgabe
  • clevere Reisesysteme
  • viel spielerische Freiheit
  • kein Klassenzwang
  • umfangreiche Fertigkeitenbäume
  • sehr gutes Handwerkssystem
  • fordernde Kämpfe
  • lebendige Spielwelt
  • keine gravierenden Bugs

Contra

  • verzögert ladende Texturen
  • Matschtexturen im Nahbereich
  • Questmarker funktionieren nicht immer
  • sporadische Abstürze
  • umständliches Inventar
  • schwache Animationen
  • Dungeons ähneln sich zuweilen
  • Held hat keine Stimme
  • Übersetzung nicht immer gelungen (Ortsnamen)
  • sporadische Physik-Bugs

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