Test - Metal Gear Solid: Peace Walker : Das Ende der Schlangen

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Wer am Ende von Guns of the Patriots gut aufgepasst hat, weiß bereits, dass für den Abschluss der mittlerweile seit zwölf Jahren immens erfolgreichen Metal-Gear-Reihe noch ein wichtiges Kapitel näher beleuchtet werden muss: Der Zoff zwischen Big Boss und seinem Kollegen Major Zero wurde nur kurz angerissen, allerdings ging dabei um einiges mehr zu Bruch als nur eine Männerfreundschaft. Nun lässt euch Hideo Kojima auf der PSP erleben, was sich zwischen Snake Eater und dem ersten Metal Gear genau abgespielt hat.

Wer Metal Gear Solid 3 durchgezockt hat, wird verstehen können, warum Naked Snake, also der spätere Big Boss, ziemlich stinkig auf seine Vorgesetzten und das ganze Armeetheater der USA ist. Damit nicht noch einmal so etwas wie das „Missverständnis" zwischen ihm und seiner ehemaligen Partnerin The Boss passiert, hockt Snake grimmig mit einer Privatarmee irgendwo im Dschungel von Costa Rica. Anfang der 70er-Jahre ist der Staat ohne eigenes Militär ziemlich hilflos und wird zu einem Spielball von KGB und CIA, die beide das Beste aus der zukünftigen Touristenhochburg rausschlagen wollen. Snake versucht, irgendwie wieder ein Gleichgewicht herzustellen - und beißt dabei gehörig auf Granit.

Mehr vom Plot zu verraten, würde euch eine gehörige Portion Überraschung in Peace Walker rauben. Nur so viel: Alte Bekannte sind natürlich wieder mit dabei und wichtige Momente der Handlung werden ebenso wie in Portable Ops als stylische Comic-Sequenzen erzählt.

Beim Fummeln bitte automatisch zielen

Neben der speziellen Comic-Inszenierung leiht sich Peace Walker auch das Steuerungslayout von Portable Ops. Habt ihr bereits einen Metal-Gear-Solid-Teil gespielt, könnt ihr eigentlich sofort loslegen. Und selbst wenn ihr zum ersten Mal mit den Militaires Sans Frontières unterwegs seid, erklärt sich alles, was ihr wissen müsst, von selbst. Neu ist ein Feature, das ihr über die Select-Taste auslöst. Peace Walker aktiviert dann ein sehr großzügiges Auto-Aiming, mit dem sich auch knifflige Abschnitte leicht lösen lassen. Einzig die leicht fummelige Auswahl von Waffen und Items kann gelegentlich nerven, da hierfür Fingerspitzengefühl nötig ist und das Spiel während der Auswahl nicht pausiert.

Back to the Roots?

Im Gegensatz zu den vorherigen Metal-Gear-Solid-Teilen legt Peace Walker einen klareren Fokus auf Schleichelemente und clevere Taktiken. Am Ende von bestimmten Missionsabschnitten werden ausgeführte Strategien mit Erfahrungspunkten belohnt. Dabei könnt ihr eine um einiges bessere Bewertung abstauben, wenn ihr euch dezent durch die Schatten bewegt und nicht sofort alles bei plärrendem Alarm über den Haufen ballert - möglich ist die Rambo-Methode aber schon. Ihr solltet euch allerdings gut vorbereiten, in den einzelnen Missionen sind nämlich keine Checkpoints vorhanden.

Metal Gear Solid: Peace Walker - Jap. Opening Gameplay Trailer
Wie das mittlerweile so üblich ist wurden auch zum kommenden PSP-Titel Metal Gear Solid: Peace Walker die ersten zehn Minuten schonmal als Video ver&ouml

Zwischen den Einsätzen müsst ihr euch um eure kleine Armee in der Mother-Base kümmern, in der ihr ziemlich viel Zeit verbringen werdet. Wie verbessert ihr die Moral eurer Leute? Sollen neue Rekruten als Soldaten Kampfkraft aufstocken oder als Wissenschaftler bessere Items erforschen? Wo klaut man am besten neue Ressourcen? An einem eigenen Metal Gear dürft ihr nebenbei übrigens auch herumbasteln. Was alles freigeschaltet werden kann, muss natürlich mit Erfahrungspunkten bezahlt werden. Eure Entscheidungen haben dabei direkte Auswirkungen auf die Art, wie ihr in Peace Walker weiter vorgehen werdet. So ist zum Beispiel eine durchtrainierte Gruppe Soldaten um einiges aggressiver als eine Spezialeinheit, die sich auf Infiltration spezialisiert.

Fest für Augen und Ohren


Wo Metal Gear draufsteht, darf einer ganz sicher nicht fehlen: David Hayter ist natürlich wieder in der Rolle als Naked Snake zu hören und wird von einem Profi-Ensemble bei den Eskapaden in Costa Rica unterstützt. Musikalisch hält sich die Untermalung im Hintergrund, schreckt aber auch nicht davor zurück, bei den tollen Bosskämpfen richtig aufzudrehen.

Grafisch spielt Peace Walker ganz vorne bei den optischen Leckerbissen der PSP mit. Ruckelfrei werden hier klasse Dschungellandschaften mit Wasserfällen und einer ordentlichen Portion Details aufgefahren, die die Konkurrenz locker abhängen. Für den vollen Genuss solltet ihr allerdings die Installationsoption nutzen, auch wenn sie bis zu 880 MB auf eurem Memory-Stick verschlingt.

Fazit

von Matthias Lanwehr
Dass Hideo Kojima mit seinen Geschichten um Solid Snake jedes Mal großes Kino auffährt, wundert keinen mehr. Was Konami mit Metal Gear Solid: Peace Walker allein technisch aus der PSP herausholt, ist beeindruckend, der zusätzliche Inhalt abseits der Hauptkampagne beachtlich. Die Möglichkeiten, die ihr auf der Mother-Base habt, findet ihr normalerweise in einem Vollpreisspiel wieder. Und die Produktionsqualität in Sachen Sound und Grafik bettelt fast schon darum, in aufgebohrter Version auf der PlayStation 3 zu erscheinen. Nicht ganz so abwegig, fragte doch Kojima unlängst die Fachpresse, ob sie Peace Walker gerne auf Sonys aktueller Konsole spielen würde.

Überblick

Pro

  • wie immer hervorragende Sprecher
  • fantastische Grafik
  • sehr atmosphärische Sequenzen
  • klasse Bosskämpfe
  • würdiger Abschluss der Serie

Contra

  • teils umständliche Steuerung
  • nicht immer optimale Kamera

Wertung

  • PSP
    92
    %

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