Länderauswahl:
Du wurdest von unserer Mobile-Seite hierher weitergeleitet.

Preview - Wildgate : Neues Spiel von Ex-Blizzard-Chef Mike Morhaime angespielt: ein Genre-Mix für Teamplayer

  • PC
  • PS5
  • XSX
Von  |  | Kommentieren

Es gibt Spiele, die quasi selbsterklärend sind. Das Grundprinzip von Super Mario oder Call of Duty hat vermutlich jeder innerhalb weniger Minuten verstanden, der einen Controller richtig herum halten kann. Und dann gibt es Titel wie Wildgate, die man sich Stück für Stück erarbeiten muss. Aber vielleicht macht das den Reiz aus …

Hinter jedem Spiel steht ein Publisher. Im Fall von Wildgate ist das Dreamhaven. Der Name sagt euch vielleicht nichts, vermutlich aber der ihres Chefs und Mitbegründers: Mike Morhaime war mitverantwortlich für die Entstehung von Silicon & Synapse, das später in Blizzard Entertainment umbenannt wurde und heute als Activision Blizzard firmiert.

Dort war er maßgeblich an der Schaffung von World of Warcraft beteiligt; ebenso mischte Morhaime bei Diablo und Overwatch in wichtiger Funktion mit. 2019 verließ er Blizzard und gründete in der Folge Dreamhaven, zu dem die Studios Secret Door und Moonshot Games gehören. Laut Morhaime sollen deren Spiele Menschen zusammenbringen und bleibende Erinnerungen schaffen. Das ist eine verständliche Philosophie, schließlich hat der Mann in beiden Punkten hervorragende Referenzen vorzuweisen.

Was ist nun Wildgate von Moonshot Games? Müsste man es einem Genre zuordnen, würde Science-Fiction-Shooter am besten passen. Fünf Teams aus jeweils vier Leuten versuchen, in einer Weltraum-Sandbox das sogenannte Artefakt zu finden, es auf ihr Raumschiff zu holen und anschließend das namensgebende Wildgate zu durchqueren. Optisch erinnert das aufgrund der Gestaltung und Farbgebung dezent an Overwatch. Kurzum: Wildgate setzt auf Fantasy und nicht auf Realismus.

Spielerisch geht es hingegen ernsthaft zur Sache. Euch stehen Schießereien mit KI-Aliens und feindlichen Spielern bevor. Ebenso könnt ihr eure Schiffsgeschütze sprechen lassen und versuchen, die gegnerischen Kreuzer zu zerstören. Alternativ konzentriert ihr euch aufs Erforschen und Sammeln von Ressourcen und Upgrades, mit denen ihr euch einen Vorteil auf der Jagd nach dem Artefakt verschafft. 

Bereits die Entscheidung für einen von mehreren Charakteren ist wichtig, schließlich teilen sich diese in Klassen wie Techniker, Forscher oder Soldat auf, selbstverständlich mit individuellen Stärken: So regeneriert Roboter Venture schneller seine Lebensenergie, während der vierarmige Ion über starke Nahkampfangriffe verfügt. Eine gute Mischung ist nicht zwingend erforderlich, allerdings ungemein hilfreich für die vielfältigen Aufgaben. Soviel vorneweg: Teamplay entscheidet maßgeblich darüber, ob ihr um den Sieg mitspielt oder lediglich das Kanonenfutter seid. 

Sammeln, verbessern, kämpfen

Euer Raumschiff kann völlig frei durch das riesige Spielareal bewegt werden, es muss sich nur jemand hinters Steuer klemmen und das schwerfällige Gerät in Gang setzen. Gleiches gilt für eine Station, über die ihr eine Sonde startet und damit das umliegende Gebiet untersucht. So spürt ihr interessante Orte auf, die Ressourcen und technische Hilfsmittel beherbergen. 

Auf Raumstationen, havarierten Schiffen oder Asteroiden mit Innenleben schießt ihr ulkige Aliens zu Klump, reißt euch die Beute unter den Nagel und teleportiert damit zurück auf euren Kreuzer. Dort verbaut ihr im Handumdrehen ein Geschütz-Upgrade oder eine Schubdüse, die den Antrieb verstärkt. Ebenso benötigt ihr Munition für die Schiffskanonen und Material für den Aufbau eurer Schilde. In Wildgate bekommt ihr nichts geschenkt. 

Regelmäßig Ausschau halten solltet ihr zudem nach euren Gegenspielern. Wenn ein feindliches Schiff mit bloßem Auge zu sehen ist, solltet ihr euch für den Kampf bereit machen. Blöd, wenn der Rest eurer Crew gerade auf Weltraumspaziergang ist oder sich mit Außerirdischen zankt. Manövrieren und Schilde hochfahren, zurückschießen sowie die Umgebung im Blick behalten – das klappt nur gemeinsam.

Damit nicht genug, könnten feindliche Spieler euch unbemerkt entern. Habt ihr einen oder gleich mehrere ungebetene Gäste an Bord, folgt ein meist kurzes, aber heftiges Intermezzo, bei dem Waffen wie Strahlengewehr oder Laserpistole zum Einsatz kommen. Revanchiert euch für den Überfall, indem ihr ebenfalls einen kleinen Ausflug unternehmt und versucht, euren Gegnern wertvolle Ressourcen und Gegenstände zu klauen. Achtet dabei aber unbedingt auf euren Sauerstoffvorrat, um nicht unterwegs draufzugehen. Respawns sind zwar möglich, führen euch jedoch stets auf euer Schiff zurück, das mitunter ein ganzes Stück entfernt ist. 

Navigieren, taktieren, zerstören

Setzt ihr voll auf Attacke und schafft es, in einem Kraftakt die vier gegnerischen Schiffe zu zerstören, hat euer Team automatisch die Runde gewonnen. In diesem Fall könnt ihr euch die Suche nach dem Artefakt ebenso sparen wie die darauffolgende Flucht durchs Wildgate, das sich überhaupt erst nach 30 Minuten Spielzeit öffnet. Wollt ihr nicht darauf warten und lieber ein paar satte Explosionen sehen, könnte die Haudrauf-Methode der richtige Weg sein.

Damit macht ihr euch allerdings schnell zur Zielscheibe. So kann es schnell passieren, dass ihr nicht nur einem, sondern mehreren feindlichen Schiffen gegenübersteht. Aus einem solchen Kreuzfeuer als Sieger hervorzugehen, ist ausgesprochen unwahrscheinlich. Eure Schilde halten vereinzelte Treffer aus, unter konstantem Beschuss brechen sie jedoch rasch zusammen – das ist der Anfang vom Ende. Mit dem Multitool aus dem Inventar könnt ihr zwar kleine Brände löschen und zerstörte Türen reparieren, doch das verzögert lediglich das Unvermeidliche. Vielleicht tretet ihr beim nächsten Mal den Rückzug an …

Haltet ihr euch in Sachen Action generell zurück und spürt stattdessen das Artefakt auf, könnt ihr damit aber nicht in aller Seelenruhe durch das Tor fliegen. Sobald eine Crew das Item in ihrem Besitz hat, ist dieser Umstand nämlich für alle sichtbar. Spätestens am Wildgate geht es schließlich mächtig rund, wenn alle Teams gleichzeitig zum Angriff blasen und versuchen, auf den letzten Metern noch das Artefakt zu ergattern – oder bei dem Versuch draufgehen.

In jedem Fall braucht ihr ein Team, das an einem Strang zieht. Der Spielablauf von Wildgate birgt eine hohe Dynamik, also sollte auch eure Taktik ständig auf die wechselnden Situationen angepasst werden. Ein vorab geplantes Vorgehen macht keinen Sinn, weil die Spielgebiete prozedural generiert werden. Ihr bekommt im besten Fall also jedes Mal eine neue Karte vorgesetzt. Ständige Absprachen und eine Verteilung der Aufgaben auf alle Schultern sind darum eine absolute Notwendigkeit.

Beim Anspiel konnten wir mit dieser Gangart bereits ein paar Erfolge verbuchen, beispielsweise die Zerstörung zweier Schiffe im direkten Aufeinandertreffen. Ein großer Faktor war dabei allerdings auch die tolle Führung durch einen Mitarbeiter des Entwicklerteams Moonshot Games, der uns während des rund dreistündigen Events zur Seite stand. Ohne seine Hilfe hätten wir viele Mechaniken nicht verstanden, geschweige denn im offenen Kampf bestehen können. Wildgate ist eben keines dieser Spiele, die sich von selbst erklären.

Fazit

Sascha Göddenhoff - Portraitvon Sascha Göddenhoff
Das Motto von Wildgate lautet: Gemeinsam oder gar nicht!

Damit Wildgate funktioniert, braucht es ein Team. Und zwar nicht nur auf dem Papier. Bereits das Anspiel hat d eutlich gemacht, wie wichtig ständige Absprachen, klare Aufgabenverteilungen und das Zurückstellen des eigenen Egos sind. Das fängt beim Steuern des Schiffs an, erstreckt sich über das Lokalisieren und Beschaffen von Ressourcen und endet beim Kampf gegen menschliche Gegner noch lange nicht. Hätten wir beim Anspiel keine derart kluge Führung gehabt, wäre in der knapp bemessenen Spielzeit vermutlich ganz wenig zusammengelaufen. 

>> 13 Spiele-Geheimtipps, die du 2025 nicht verpassen darfst <<

Das große Ganze ist schnell verstanden, aber die Details sind es, die den Ausschlag geben. Haben wir genug Schildenergie und Munition für einen Kampf? Ist unser Schiff in Sicherheit oder lauern Feinde in der Nähe? Welche Klasse geht auf eine Erkundungstour? Wer schaut an Bord nach dem Rechten? Das sind nur einige der Fragen, die sich in Wildgate stets aufs Neue stellen. Diese Dynamik kann für wunderbar kurzweilige Runden sorgen, in denen ihr erforscht, sammelt, kämpft und am Ende noch mit dem Artefakt entkommt. 

Genauso kann es allerdings sein, dass lange Zeit wenig oder gar nichts Spannendes passiert. Die Feuergefechte mit den KI-Aliens garantieren zwar kurzzeitige Action, fallen allerdings unspektakulär und einfach aus. Am Ende sind es die Schießereien mit anderen Spielern und die Schlachten zwischen den Schiffen, die das Adrenalin hochtreiben. Ob das langfristig interessant bleibt oder sich rasch abnutzt, kann selbstverständlich erst die Vollversion zeigen. Erscheinen soll Wildgate für den PC, die PS5 sowie die Xbox Series X/S. Ein Termin dafür steht allerdings noch nicht fest.

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel

Wildgate
Gamesplanet.comWildgate26,09€ (-10%)PC / Steam KeyJetzt kaufen