Test - Virtua Tennis: World Tour (PSP) : Virtua Tennis: World Tour (PSP)

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Spiel, Satz und Sieg? Segas ’Virtua Tennis’ greift auf der PSP nach dem Sportspiel-Thron. Ob der Tennishit aus den Spielhallen auch auf der mobilen PlayStation überzeugen kann, haben wir für euch im Testlabor eingehend überprüft.

Ganz großes Tennis

Im Jahre 1999 sorgte Sega mit dem Spielhallen-Sportspektakel ’Virtua Tennis’ für ein Revival der Tennis-Videospiele. Vor allem die Umsetzung auf die Dreamcast-Konsole sowie die ein Jahr später folgende Fortsetzung begeisterten unzählige Spieler und führten zu einer Flut an Nachahmer-Produkten, die allerdings nicht mal ansatzweise mit dem Sega-Hit mithalten konnten. Erst der Xbox-Titel ’TopSpin’ erwies sich Jahre später als ebenbürtiger Konkurrent. Nun hat Sumo Digital eine PSP-Umsetzung des Sega-Tennis gewagt, das sich primär an ’Virtua Tennis 2’ orientiert. Das Entwicklerteam bewies bereits mit der Xbox-Fassung von ’Outrun 2’ sein Talent für Umsetzungen.

Arcade-Spaß

Das Gameplay wurde hervorragend auf die PSP portiert - wer ’Virtua Tennis’ bereits in der Spielhalle oder auf einer Konsole gespielt hat, fühlt sich ganz heimisch. Mit dem X-Button vollführt ihr einen Topspin, über die Kreistaste zeigt der Spieler einen Slice und die Viereck-Taste ist für einen Lob-Schlag zuständig. Den Tennisprofi scheucht ihr entweder mit dem Digi-Kreuz oder dem Analogstick über den Court. Das Kreuz ist allerdings zu bevorzugen, da ihr damit deutlich exakter spielen könnt. Dies zeigt sich vor allem bei den wichtigen aufgeladenen Schlägen, mit denen ihr den Filzball dadurch sehr genau auf dem gegnerischen Feld platzieren könnt. Man merkt der Steuerung und dem rasanten Tempo die Arcade-Herkunft deutlich an: Das Spiel ist unkompliziert, schnell erlernt und macht immer wieder Lust, für ein kurzes Match gestartet zu werden. Simulations-Anhänger finden hingegen die Schlagvariante vielleicht etwas zu eingeschränkt, das arcadelastige Gameplay passt aber gerade zu einem Handheld-Spiel sehr gut. Wer nun glaubt, aufgrund der einfachen Steuerung sei ’Virtua Tennis’ im wahrsten Sinne des Wortes ein Kinderspiel, der liegt falsch. Die CPU-Recken gehen in den höheren der fünf Schwierigkeitsgrade sehr forsch zur Sache. So braucht es einiges an Übung, um die Kontrahenten locker zu besiegen.

Welttournee mit Stars

Bei den Spielmodi gibt es keine Überraschungen. Wie schon in den bisherigen ’Virtua Tennis’-Games könnt ihr ein beliebiges Match im Einzel oder Doppel starten, ein Zufallsspiel auswählen oder ein kurzes Turnier mit drei Matches absolvieren. Multiplayer-Fans toben sich mit bis zu drei Kumpels in einem munteren Tennis-Schlagabtausch aus - allerdings braucht jeder Spieler seine eigene UMD. Wie man es bereits von der Serie her kennt, könnt ihr keine Tennismatches mit normaler Länge bestreiten. Stattdessen müsst ihr euch mit einem Satz begnügen, bei dem ihr bis zu sechs Runden – wahlweise mit Tiebreak – spielen könnt. Das Herzstück des Spiels ist aber der World-Tour-Modus. In diesem bastelt ihr euch zunächst eine weibliche und eine männliche Spielfigur zusammen und macht euch danach auf, die Tenniswelt zu erobern. In Form von diversen Mini-Spielen, von denen einige extra für die PSP-Version entworfen wurden, verbessert ihr eure Werte und nehmt an Turnieren teil, um so Preisgelder einzusacken. Ihr tretet dabei gegen die 16 lizenzierten Tennis-Profis an, die es ins Spiel geschafft haben. Roger Federer, Tommy Haas, Lleyton Hewitt, Maria Sharapova, Venus Wiliams & Co lassen sich in den sonstigen Modi außerdem als Spielcharaktere anwählen.

Technisch macht ’Virtua Tennis: World Tour’ einen guten Eindruck. Die Grafik des Originals wurde überzeugend auf die PSP umgesetzt - vor allem die Animationen sind ein echter Hingucker. Einbußen muss man hingegen bei den Court-Details und der Polygon-Menge der Charaktere hinnehmen. Am störendsten sind aber die zahlreichen kurzen Ladeunterbrechungen, die euch in den Spielmenüs und oft selbst im Spielgeschehen nach einem Ballwechsel auf die Nerven gehen. Wenig zu bemängeln gibt es beim Sound - vor allem die Geräuschkulisse vermittelt eine ordentliche Tennis-Atmosphäre.

Fazit

von David Stöckli
Das hervorragende ’Virtua Tennis’-Gameplay funktioniert auf der PSP ausgesprochen gut und macht nach wie vor süchtig. Da verzeiht man dem Titel auch die sehr arcadelastige Ausrichtung, die wenigen Einstellungsmöglichkeiten und die nervigen Ladeunterbrechungen.

Überblick

Pro

  • einsteigerfreundliches Gameplay
  • ansehnliche Grafik
  • umfangreicher World-Tour-Modus

Contra

  • häufige kurze Ladeunterbrechungen
  • wenige Einstellungsmöglichkeiten
  • für Tennis-Sim-Fans etwas zu simpel

Wertung

  • PSP
    85
    %

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