Preview - Tomb Raider Anniversary : Lara Croft wieder in Bestform

  • PC
  • PS2
Von Kommentieren

Kaum eine Gestalt des Videospielzeitalters hat einen so hohen Bekanntheitsgrad wie Lara Croft und gleichzeitig eine derart wechselhafte Historie hinter sich. Der erste Teil der 'Tomb Raider'-Serie schrieb vor zehn Jahren Geschichte, prägte die Spielewelt und etablierte seine Heldin weit über die Grenzen des eigentlichen Spiels hinaus. Doch der damalige Entwickler Core Design verlor in den Folgeteilen immer mehr den Anschluss und fuhr die Serie schlussendlich gänzlich an die Wand. Publisher Eidos hatte schließlich die Nase voll, warf Core Design hinaus und setzte mit Crystal Dynamics ein erfahrenes Team an die Wiederbelebung der Serie. Mit Erfolg. 'Tomb Raider: Legend' war ein echtes Revival mit moderner Grafik und frischem Gameplay, wenn auch spielerisch etwas zu simpel und stark am Mainstream orientiert. Zehn Jahre nach der Geburt von Lara ist nun ein weiteres Revival fällig, nämlich in Form eines Remakes des legendären ersten Teils. Auch diesmal steckt Crystal Dynamics wieder hinter der Entwicklung und was sich im ersten Moment wie Jubiläums-Abzocke anhört, hat deutlich mehr zu bieten. Davon konnten wir uns anhand einer weit fortgeschrittenen Preview-Version überzeugen.

Über die Story von 'Tomb Raider' muss man nicht mehr all zu viel sagen, die Fans kennen die Geschichte. Lara erhält von der dubiosen Firmen-Chefin Jacqueline Natla den Auftrag, in Peru nach einem Teil des Artefaktes von Scion zu suchen. Kaum hat sie das gute Stück gefunden, wird klar, dass Lara nur ein Werkzeug zur Erfüllung der Machtgier von Frau Natla ist. Dennoch bleibt sie an der Sache dran, nicht zuletzt um zu verhindern, dass das komplette Artefakt in die Hände der fiesen Dame gerät. Ihr Weg führt sie von Peru nach Ägypten und sogar nach Atlantis, stets belästigt von ihrem Widersacher Pierre du Pont. An der ursprünglichen Grundstory hat Crystal Dynamics im Rahmen des Remakes wenig geändert, einzelne Details im Verlauf der Geschichte wurden allerdings schon etwas angepasst. Auf der anderen Seite wurden aber viele Schlüsselszenen und Zwischensequenzen inhaltlich beibehalten und nur in der neuen Engine dargestellt.

'Tomb Raider' meets 'Tomb Raider: Legend'

Überhaupt haben die Entwickler bei 'Tomb Raider: Anniversary' stark darauf geachtet, alten Fans der Serie stets Wiedererkennungswerte zu liefern, was aber nicht heißen soll, dass nicht auch eigene Ideen eingeflossen sind. So wurden die Levels zum Teil massiv umgebaut, ohne dass diese ihren Charakter verlieren. Die Locations sind deutlich umfangreicher und von den Ausmaßen her zum Teil gigantisch. Auch gibt es unzählige neue Wege und Sprungpassagen, zudem wurden, bedingt durch die eingefügten Gameplay-Elemente aus 'Tomb Raider: Legend' und einige Neuerungen, auch viele neue Rätsel und Passagen mit ins Spiel gebracht. Mit dabei ist übrigens wieder eine spielbare Variante von Croft Manor in beeindruckender Größe.

So wurden die Moves und Gadgets aus 'Tomb Raider: Legend' mit Ausnahme der Taschenlampe und des Fernglases komplett übernommen, auch der nützliche Wurfhaken. Erweiterungen sind jedoch auch vorhanden. Lara kann mit dem Wurfhaken nun auch über kurze Strecken an Wänden entlanglaufen – 'Prince of Persia' lässt grüßen – und sie ist in der Lage, auf Pfählen und Pfosten zu balancieren. Auch die Nutzung von Gegenständen aus der Umgebung für Physikrätsel ist wieder mit im Spiel, begleitet von zahlreichen schicken Moves, zu denen die durchtrainierte Lady fähig ist. Ach ja, und um noch eine Kernfrage zu beantworten: Laras hervorstechende Attribute sind wieder etwas größer als noch im letzten Teil der Reihe.

Klettern, springen und hangeln

Das eigentliche Gameplay bleibt unverändert. Lara klettert, springt und hangelt sich mit erfreulich graziösen Animationen durch die beeindruckenden Umgebungen, die auch auf der PS2 ausgesprochen schick aussehen. Garniert wird das Ganze mit zahlreichen Schalter- und Physikrätseln. Während 'Tomb Raider: Legend' insgesamt doch recht simpel ausgelegt war, wird in 'Anniversary' das Hirn des Spielers deutlich stärker gefordert. Die Levels sind verschachtelter, die Sprungpassagen kniffliger und die Rätsel streckenweise richtig gut. Nicht selten ist man damit beschäftigt, erst mal das Level gründlich auszukundschaften, denn die Wege sind weitaus weniger offensichtlich als in 'Legend'. Drei verschiedene Schwierigkeitsgrade sowie ein paar Hilfsoptionen sorgen dafür, dass auch Anfänger nicht völlig überfordert werden. Gespeichert wird automatisch an Kontrollpunkten, die im Allgemeinen sehr fair verteilt sind. In den Levels selbst gibt es neben Munition und Medipacks auch noch zahlreiche versteckte Objekte zu finden, wodurch ihr verschiedene Goodies freischalten könnt.

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel