Special - Tom Clancy's The Division : Ubisoft Massive, wir müssen reden

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Drakonische Strafen sind keine Lösung

Ubisoft Massive will nun Spieler bestrafen, die den Glitch nutzen und genutzt haben, weil es im Grunde ein Verstoß gegen die Nutzungsregeln ist. In welcher Form das geschehen soll, ist noch offen. Im Gespräch sind offenbar temporäre Account-Sperrungen oder ein Zurücksetzen der Charaktere auf den Stand kurz nach dem Update. Das wäre ziemlich drakonisch, speziell für die sicherlich nicht wenigen Spieler, die den Glitch lediglich mal ausprobiert haben. Zudem sind die Kriterien nicht gerade einfach zu bestimmen. Es wirkt vor allem ungerecht, denn die Schlamperei (anders lässt es sich nicht ausdrücken) von Ubisoft Massive selbst hat das Debakel ja erst erzeugt.

Das Problem mit dem Missbrauch der mobilen Deckung ist schließlich nichts Neues, sondern kam neben weiteren Bugs und Exploit-Möglichkeiten bereits in anderen Missionen zum Tragen, wie beispielsweise im Lincoln-Tunnel, der Polizeiakademie oder der Botschaft. Anstatt die Fertigkeit mit einem Hotfix temporär zu deaktivieren, wird seit Wochen lediglich geflickt, ohne die grundsätzlichen Probleme zu lösen. Das ist ein bisschen, als würde man tagelang mit einer Schnapspulle vor der Nase eines trockenen Alkoholikers herumwedeln. Irgendwann passiert es halt.

Überhastet, inkonsequent, nicht durchdacht

Man wird das Gefühl nicht los, dass den Entwicklern die Situation derzeit ziemlich entgleitet, denn nicht wenige Maßnahmen haben nicht die gewünschte Verbesserung gebracht, sondern eher das Gegenteil erreicht. Das Handwerk, zuvor aufgrund des miserablen Boss-Loots wichtiger Bestandteil für gutes Equipment, wurde in einem Ausmaß verteuert, dass es beinahe schon lächerlich ist. Die Loot Tables der Bosse sind zwar leicht verbessert, aber immer noch nicht optimal und teilweise gar nicht umgesetzt. Beispielsweise weigert sich der Endboss in der Generalversammlung weiterhin standhaft, gelbe High-End-Items zu droppen.

So sah die Gear-Verteilung noch vor dem Patch aus.

Die Preise für High-End-Ausrüstung oder Blaupausen wirken völlig überzogen. Die Beute von NPC-Gegnern in der Dark Zone 06 jedoch ist zumeist gerade mal Mittelmaß, während die Beute aus den Tageseinsätzen nur wenig Motivation bietet und quasi vom Gearscore her schon wieder veraltet ist, sobald man sie in den Händen hält. Es gibt mehr Bugs, Glitches und Exploits denn je, bei der PC-Version ist Cheaten ein ungelöstes Thema. Und der High-End-Content ist ebenfalls dünn, die Tagesmissionen motivieren kaum und die schöne offene PvE-Spielwelt liegt brach nach Abschluss der Kampagne.

Ubisoft Massive hat überhastet gehandelt und arbeitet nicht konsequent genug daran, eigene Fehler auszumerzen. Die Glitch-Mechaniken gibt es schon seit Wochen und die mit dem Update auf Version 1.1 eingeführten Neuerungen wirken nicht durchdacht und schlecht ausbalanciert – ein Schnellschuss halt. Es dürfte eine kleine Sisyphusarbeit werden, The Division wieder auf einen vernünftigen Stand zu bringen und die Balance wiederherzustellen, denn das Kind liegt derzeit ganz tief im Brunnen. Schnelligkeit, Konsequenz, aber auch Fairness und Fingerspitzengefühl sind nun gefragt, um die Community nicht noch mehr in Rage zu bringen, was dem Spiel und seiner Zukunft gar nicht gut täte.

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