Special - The Division 2 : Jahr 6: Was hat der Loot-Shooter noch drauf?
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Wer spielt überhaupt noch The Division 2? Überraschend viele Leute, wie ich schnell feststellen darf. Und das Gros verbrachte offensichtlich enorm viel Zeit mit dem Titel. Einige der Agentinnen und Agenten weisen derart hohe Level auf, dass ich mich frage, ob sie überhaupt etwas anderes zocken – vermutlich nicht. In diesen Charakteren steckt jahrelange harte Arbeit, und davor ziehe ich meinen virtuellen Hut – oder den Helm, von wegen Schutz und so.
Nach den ersten Stunden gesellt sich allerdings eine gehörige Portion Verwunderung hinzu. Denn es gibt wenig Neues zu tun. Um ehrlich zu sein, merke ich kaum, einige Monate nicht gezockt zu haben. Denn was aktuell ansteht, ist einmal mehr das Abspulen altbekannter Aufgaben: Kontrollpunkte einnehmen, Kopfgeldeinsätze abschließen, Hauptmissionen wiederholen. Einiges davon wird auf die aktuelle Fahndung angerechnet, die stets in eine Mini-Story eingebettet ist. Erkennbare frische Inhalte gibt es nicht.
Rasch macht sich ein weiteres langjähriges Problem bemerkbar: der Mangel an brauchbarem Loot. Ich bin zweifellos weit davon entfernt, einen perfekt ausgerüsteten Agenten zu haben. Doch selbst dem höchsten Schwierigkeitsgrad fallen 90 Prozent der Gegenstände in die Kategorie Schrott. Für die heftigsten Endgame-Einsätze, darunter Raids und Übergriffe, fehlt es an den passenden Mitspielern und vor allem an genügend Zeit.
Der einzige sichtbare Fortschritt ist der regelmäßige Anstieg meiner SHD-Stufe, über die sich Attribute wie Munitionskapazität oder Nachladetempo in kleinen prozentualen Schritten erhöhen. Parallel dazu steigt zwar auch mein Rang in der laufenden Saison, aber die damit verbundenen Belohnungen aus dem Season Pass fallen ähnlich dünn aus wie im eigentlichen Spiel. Für den Premium-Plus-Zugang verlangt Massive dennoch happige 30 Euro, die ich garantiert nicht ausgebe.
Es ballert einfach!
Obwohl auf “Die Warlords von New York” im März 2020 keine großen Erweiterungen mehr folgten, mangelt es The Division 2 grundsätzlich nicht an Umfang. Washington und New York sind vollgepackt mit Haupt- und Nebenmissionen, Geheimaufträgen und Sammelkram. Dank regelmäßiger saisonaler Events, Fahndung, Ligen, Fahndungen, Herausforderungen und natürlich dem niemals endenden Grind lässt sich problemlos eine kurz- oder langfristige To-do-Liste erstellen.
Ich für meinen Teil wähle einen Mix aus Fahndung, Kopfgeldern und mehrstufigen Projekten, die mich kreuz und quer durch die umfangreichen Stadtgebiete führen. Viele kleine Aufgaben erledigen sich beiläufig, andere verfolge ich gezielt über mehrere Stunden hinweg. Selbst wenn ich am Abend nur 30 Minuten zocke, kann ich ein paar Sachen erledigen, wahlweise allein oder in einer Gruppe – über die Spielersuche finden sich rasch ein paar Leute.
Waffenhandling, Deckungssystem und Build-Vielfalt sind noch immer die größten spielerischen Stärken. Nach ein paar kleinen Anpassungen funktionieren meine liebgewonnenen Kombinationen wieder astrein. Allein ziehe ich mit Sturmgewehr und Shotgun los oder gehe mit Schild und Maschinenpistole auf Tuchfühlung. In der Gruppe spiele ich gerne den Unterstützer, der seine Teammitglieder heilt, die Kampfdrohne fliegen lässt und aus der Entfernung mit dem Gewehr auf feindliche Visagen schießt. Das alles macht dank der absolut präzisen Steuerung und des herrlich klaren, wuchtigen Trefferfeedbacks nach wie vor mächtig Laune!
Zudem bin ich überrascht, wie gut das für die Generation Playstation 4 gemachte Spiel heute noch aussieht. Ich bewege mich in einer 4K-Auflösung und mit 60 Bildern pro Sekunde durch eine Welt, die in Sachen Gestaltung und Detailreichtum locker mit deutlich jüngeren Titeln mithalten kann. Dabei halten sich die Verbesserungen auf der PS5 im Gegensatz zu anderen älteren Titeln in engen Grenzen: Lediglich die Ladezeiten fallen kurz aus, sowohl beim Spielstart als auch bei den Schnellreisen. Ja, die nachladenden Texturen und regelmäßigen Pop-ups nehme ich wahr, sie stören mich aber nicht mehr. Zu überzeugend ist die Aufmachung der zerstörten und verlassenen Stadtgebiete mit ihren vielen Hinterhöfen, Straßen, Gebäuden und Industrieanlagen. Ein Hoch auf die Snowdrop-Engine!
Ein Blick fürs Detail
Es soll Leute geben, die 2025 zum ersten Mal The Division 2 spielen oder es erneut ausprobieren. Sie freuen sich darüber, dass der Zugang zu Charakter-Level 40 und sämtlichen Endgame-Inhalten inzwischen frei verfügbar ist – lange war dafür der Warlords-DLC notwendig. Ansonsten beschränken sich die “Neuerungen” seit geraumer Zeit auf veränderte Missionsbedingungen, Verbesserungen an Waffen- und Ausrüstungswerten, zusätzliche oder angepasste Gear-Sets sowie exotische Gegenstände oder Bugfixes. Für das Lesen der jeweiligen Patchnotes braucht es etwas Zeit, denn sie fallen recht detailliert aus.
Zu behaupten, The Division 2 würde sich nicht weiterentwickeln, wäre also falsch. Es geht dabei jedoch primär um Feinheiten: Dass ein Maschinengewehr mehr oder weniger Schaden pro Sekunde macht oder die Drop-Wahrscheinlichkeit gewisser Gear-Set-Teile erhöht wurde, fällt lediglich absoluten Division-Profis auf, die jede Mission auch mit geschlossenen Augen und nur einer Hand am Controller absolvieren könnten.
An sie richten sich auch die zuletzt hinzugekommenen Elemente im Grind, namentlich Reise und Prioritätsziele. Erstgenannte Neuerung verlangt nach dem Abschluss verschiedener Aufgaben, darunter etwa Einkäufe bei einem Händler, das Zerlegen von Schrott oder das Spielen einer Hauptmission. Zur Belohnung gibt es Behälter und Ressourcen. Mit jedem absolvierten Abschnitt der Reise steigen die Anforderungen, aber auch die Belohnungen werden besser.
Hinter den Prioritätszielen verbergen sich wechselnde Herausforderungen aus Bereichen wie Einsatz, Stützpunkt oder PvP – das bringt reichlich Erfahrungspunkte für Charakter und Season Pass ein. Das alles ist letztendlich wenig mehr als ein verändertes Arrangement längst bekannter Spielinhalte, das vor allem die Cracks bei Laune halten soll.
Für 2025 steht jedoch auch ein Story-DLC auf dem Plan, der die Division-Agenten zurück nach Brooklyn führen soll – dort fand anno 2016 das Tutorial von Teil eins statt. Ursprünglich sollte die besagte Erweiterung bereits Anfang 2024 erscheinen, wurde aber aus unbekannten Gründen verschoben. Ob es in diesem Jahr endlich klappt, bleibt abzuwarten. Bisher gibt es keine offizielle Stellungnahme zu diesem Thema.
Wie steht’s um The Division 3?
Im September 2023 gab Ubisoft bekannt, dass unter der Führung von Executive Producer Julian Gerighty ein Team für die Entwicklung von The Division 3 aufgebaut wird. Daran hat sich, zumindest laut offiziellem Stand, nichts geändert. Ebenso wenig gibt es Neuigkeiten zum Projekt. Ein Blick auf die Internetseiten von Entwickler Massive offenbart lediglich, welche Positionen derzeit vakant sind: Das Studio sucht noch einen Animation Director und einen Senior AI Designer. Führungsqualitäten und Erfahrungen mit Triple-A-Spielen sind nur zwei der Anforderungen, die genannt werden.
Natürlich freue ich mich darüber, dass The Division 3 in Planung ist. Aber zugleich blicke ich mit großer Skepsis auf das Projekt. Beide Vorgänger litten immer wieder unter technischen Problemen (zur News: Kaputter Patch legt The Division 2 lahm) und dem eklatanten Mangel an umfangreichen Erweiterungen. Nach Hochs zum Launch und beim Release der wenigen DLCs fielen die Spielerzahlen beider Titel stets kräftig ab. Im Dezember 2024 waren auf dem PC im Schnitt 2.335 Leute in The Division 2 aktiv. Zum Vergleich: Destiny 2 kam im gleichen Zeitraum auf 20.929. (Quelle: Steam Charts)
Eine sichere Bank ist The Division 3 also keinesfalls, zumal es einige Konkurrenz gibt. Als Beispiele seien nur The First Descendant und Warframe genannt. Darüber hinaus wird Ubisoft nach heftigen Flops wie Star Wars Outlaws und XDefiant besonders genau abwägen, ob The Division 3 tatsächlich grünes Licht für die vollumfängliche Entwicklung erhält. Dafür benötigt Massive zweifellos ein überzeugendes Gesamtkonzept, inklusive einer langfristigen und erfolgversprechenden Monetarisierung des Spiels.
Nun sind Mikrotransaktionen im derzeitigen Division-Kosmos nicht sonderlich präsent. Klar, der jeweils aktuelle Season Pass wird von den Hardcore-Fans ebenso gekauft wie kosmetische Extras – das sieht man an den Charakteren. Damit finanziert sich das Spiel vermutlich, aber üppig werden die Einnahmen nicht sein. Im Vergleich zu vielen anderen Spielen sind die In-Game-Käufe nämlich sehr zurückhaltend eingebettet. Spielerisch relevante Elemente und Mechaniken werden davon überhaupt nicht beeinflusst. Das ist löblich und sicherlich ein Grund dafür, dass die Community dem Titel eisern die Treue hält.
Sollte der dritte Teil einen anderen Weg einschlagen und beispielsweise Euro-Booster für Season-Pass-Fortschritte anbieten, könnte das viele eingeschworene Fans verprellen. Division-Agenten sind zu Recht stolz auf ihre Ränge, Ausrüstung und Erfolge, weil all das über Jahre hart erarbeitet wurde. Käufliche Abkürzungen anzubieten, stünde eindeutig im Gegensatz zu dieser Philosophie.
Deutlich besser wäre es, wenn Massive im dritten Anlauf endlich ein stabiles DLC-Programm einführen würde, das regelmäßig signifikante neue Inhalte für das Spiel bereitstellt. Mit Story-Erweiterungen im Stile eines Destiny 2 könnte man Gelegenheitsspieler bei der Stange halten oder immer wieder kurzfristig zurückholen. Diese dürfen natürlich etwas kosten, sofern sie einen vernünftigen Umfang bieten. Schwere Endgame-Herausforderungen kann Massive dagegen schon, deshalb mache ich mir in Bezug auf den Grind keine Sorgen.
In diesem Video stellt das Team von Massive Entertainment die wichtigsten Neuerungen vor, die euch in Jahr 6 erwarten.
Fazit
Ich kehre stets gerne zu The Division 2 zurück. Ein paar Tage genieße ich die intensiven Kämpfe, die Vielfalt der Builds und sogar den niemals endenden Grind. Aber dann brauche ich eine Pause, denn inhaltlich wiederholt sich fast alles, und zwar seit Jahren. Klar, Massive kümmert sich um sein Produkt und versucht, es mit zahlreichen Updates und Anpassungen schrittweise besser zu machen. Mit diesen Details hat das Studio hauptsächlich die eingeschworene Community im Blick, die nahezu täglich The Division 2 spielt.
Ich als Gelegenheitsspieler vermisse jedoch echte Veränderungen, allen voran frische Story-Elemente, spannende Gebiete und packende Bosse. Ein einziger Story-DLC in sechs Jahren ist unglaublich enttäuschend. Ich bin mir sicher, dass auch viele Hardcore-Zocker zusätzliche Erweiterungen im Warlords-Stil begrüßt hätten. Stattdessen wird lediglich das altbekannte Programm abgespult, in dessen Mittelpunkt einzig und allein der Grind steht. Es wäre schon eine große Überraschung, wenn man den lange angekündigten Story-DLC rund um Brooklyn in diesem Jahr endlich veröffentlichen würde. Aber auch der wird dem Spiel keine nennenswerten Impulse mehr geben können. Dafür kocht The Division 2 viel zu lange auf Sparflamme.
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Dass ein Nachfolger tatsächlich eines Tages erscheint, bezweifle ich ehrlich gesagt. Massive hatte bereits bei den Vorgängern ernsthafte Probleme mit der Technik und der Veröffentlichung zusätzlicher Inhalte. Auch die seit geraumer Zeit überschaubaren Spielerzahlen sprechen nicht gerade für ein riesiges Interesse an der Marke. Das wird untermauert von der Einstellung des Free-to-play-Spin-offs The Division: Heartland nach drei Jahren Entwicklungszeit. Um den kommenden Mobile-Titel The Division: Resurgence ist es seit einem Tech-Test im März 2024 ebenfalls verdächtig ruhig. Und Publisher Ubisoft hat erst kürzlich angekündigt, seine Kosten drastisch zu senken und künftige Investments sehr genau abzuwägen. Die Zukunftsaussichten für die Division-Marke könnten wahrlich besser sein …


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