Preview - The Legend of Zelda: Tri Force Heroes : It’s dangerous to go alone!

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Recke Link wurde in The Legend of Zelda: Tri Force Heroes erneut geklont und ruft nach Four Swords und Four Swords Adventures zum dritten Mal zu chaotischen Multiplayer-Sitzungen auf. Statt zu viert stürzen wir uns nur mit zwei anderen Mitstreitern in feschen Gewändern in den Kampf gegen die Hexe aus dem Lumpenland. Bedeutet ein Spieler weniger auch weniger Spaß?

Juni 2015. Wir erinnern uns an Nintendos Digital Event zur E3. Obwohl vorab bekannt, war die Enttäuschung groß, als Zelda-Fans mit einem Titel abseits der Hauptreihe abgespeist wurden. The Legend of Zelda: Tri Force Heroes stand von Beginn an unter einem Stern, der da hieß: Lückenfüller zum nächsten "großen" Zelda. Nachdem sich die aufbrausenden Gemüter beruhigt hatten, zeigte sich, dass hinter dem Multiplayer-Spiel ein spaßiges Online-Koop-Adventure zu stecken scheint, das die Zahl Drei zu seinem Motto macht. Ein drittes Mehrspieler-Zelda mit drei Helden, die die Macht des Tri Force nutzen.

Bereits Four Swords, das die GBA-Version von A Link to the Past begleitete, und Four Swords Adventures machten vor, wie nah Schadenfreude und Zusammenarbeit im Land Hyrule beieinanderliegen. Der elementare Unterschied von Tri Force Heroes besteht allerdings darin, dass nur noch drei Helden zusammenarbeiten müssen, um das von herrlich kuriosen Gestalten bewohnte Land Textilia vom Fluch der Hexe aus dem Lumpenland zu befreien. Sie hat Prinzessin Rüschlinde in einen biederen Morphsuit gesteckt, weshalb sich ihre Untertanen aus Furcht vor dem Fluch jedwede modische Extravaganz verkneifen und ihre schicken Kleider höchstens noch im feuchten Keller anziehen.

Mit gewagter Mode gegen Magier

So viel zur Story, die eher als Rahmen für die Multiplayer-Missionen zu verstehen ist. Wie schon in Splatoon spielt das modische Gespür der Figuren auch in Tri Force Heroes eine bedeutende Rolle. Mutig, wie Link ist, schlüpft er ohne Furcht vor geschlechtsspezifischen Stereotypen unter anderem in das Kleidchen der titelgebenden Prinzessin Zelda, um den Fluch der Hexe zu brechen. Dieses und viele andere Kostüme erhöhen etwa die regenerierte Lebensenergie oder verleihen Bomben mehr Wumms. Um die Auswahl in der Garderobe zu erweitern, werden Materialien benötigt, die ihr am Ende einer Mission erhaltet. Die eine oder andere Kuriosität ist hier durchaus für einen Lacher gut.

Technisch orientiert sich Tri Force Heroes an A Link Between Worlds, bedient sich aber beim Charakterdesign Links an The Wind Waker und seinen Nachfolgern. Zusammen mit dem gelungenen Soundtrack mit französischem Einschlag gibt das dem ersten Eindruck nach ein stimmiges Gesamtpaket ab, wenngleich sich der Titel dadurch stark von der Hauptreihe abgrenzt. Vielleicht zu sehr für eingefleischte Fans.

Runter vom Catwalk und rein in den Kampf

The Legend of Zelda: Tri Force Heroes ist ganz klar auf den Multiplayer-Modus ausgelegt, das merken wir schon nach wenigen Ausflügen ins Lumpenland. Entweder ihr sucht online nach zwei Mitstreitern oder nutzt lokal das Download-Spiel, bei dem nur ein Exemplar des Titels benötigt wird. Ein tolles Feature, das leider viel zu selten angeboten wird. Die optisch und spielerisch abwechslungsreichen Aufträge sind sehr kurzweilig und stets in vier Räume unterteilt. Ein Schelm, wer seine Freude daran hat, anderen zu schaden. Denn die meisten Rätsel sind nur gemeinsam durch Totembildung zu lösen. Damit ist gemeint, dass ein Spieler den anderen auf die Schultern nimmt, um so an vorher unerreichbare Orte oder Schalter zu gelangen.

The Legend of Zelda: Tri Force Heroes - E3 2015 Announcement Trailer
Mit The Legend of Zelda: Tri Force Heroes hat Nintendo einen neuen 3DS-Ableger angekündigt.

Hier kommt so viel Schadenfreude auf wie zu jenen Zeiten, als Mario Party noch ganz groß war. Da wir allerdings auf eine gemeinsame Lebensanzeige zurückgreifen, haben destruktive Gemüter schnell selbst das Nachsehen. Wer seinen Frust kundtun möchte, kann das über acht verschiedene Emoticons, die dem chaotischen Treiben eine witzige Note verleihen, die auf die Spitze getrieben wird, wenn ihr mit Freunden im selben Raum sitzt. Was den Spaß ein wenig trüben könnte: Während der ersten Spielstunden beschlich uns das Gefühl, dass Endgegner viel zu oft ein ähnliches Vorgehen erfordern.

Gemeinsam einsam

Alleine spielen sich die Missionen dagegen hölzern. Das liegt nicht nur daran, dass die Aufträge mit zwei puppenähnlichen Doppelgängern ablaufen, die uns weder nachlaufen noch eigenständig handeln. Sie verharren genau dort, wo sie zuletzt aktiv waren. Der ständige Wechsel über den Touchscreen geht zwar mit der Zeit leichter von der Hand, hinterlässt aber einen unbefriedigend ungelenken Nachgeschmack. Abgesehen davon fehlen die kommunikative Komponente und das koordinierte Chaos, die den Multiplayer-Modus so spaßig gestalten. Außerdem hatten wir den Eindruck, dass einzelne Missionen mit dem Mehrspielergedanken im Hinterkopf designt wurden und alleine beinahe zu schwer sind.

Fazit

von Mathias Windhager
Aller guten Dinge sind drei

Nach ein paar Spielstunden wage ich vorsichtig zu behaupten, dass Tri Force Heroes das Zeug dazu hat, Zelda-Fans die Wartezeit auf das auf 2016 verschobene Wii-U-Zelda zu verkürzen. Eben weil es so anders ist, hatte ich nicht den Eindruck, mit einem Notbehelf abgespeist worden zu sein. Im Gegenteil: Da ich das Glück hatte, zusätzlich zu Online-Partien mit einigen Kollegen bereits den lokalen Multiplayer-Modus testen zu können, bescheinige ich dem Spiel schon jetzt einen hohen Spaßfaktor, der den von Four Swords übertreffen könnte.

Nintendo hat sich richtig entschieden, einen Online-Modus zu integrieren, auch wenn wie immer auf einen Sprach-Chat verzichtet wird. Durch seinen kuriosen Charme und den witzigen Einsatz der Totemkomponente bahnt sich mehr als lediglich ein Lückenfüller an, der nur wenig falsch zu machen scheint.

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