Special - Top 5 Story-Wendungen : RPGs mit Überraschungseffekt

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    Nicht jedes Videospiel endet so, wie es der Großteil der Handlung verspricht. Gelegentlich führen uns Spiele über viele Stunden hinweg in die Irre, um dann eine 180-Grad-Wendung zu machen. Aus dramaturgischer Sicht ist das Durchkreuzen der Erwartungshaltung durchaus wünschenswert. Bei den folgenden Beispielen ist der Überraschungseffekt besonders gelungen und lässt uns mit heruntergeklappter Kinnlade stehen. Seid an dieser Stelle gewarnt, dass größere SPOILER folgen.

    Platz 5: Xenogears

    Squares Xenogears bringt uns in eine äußert unangenehme Situation: Die Hauptcharaktere Fei, Elly und Citan stecken im Laufe des Spiels in einer Einrichtung fest, in der Fleisch verarbeitet wird. Völlig ausgezehrt stopfen sich Fey und Elly mit Dosenfleisch voll, das sie dort finden. Citan dagegen weigert sich, die dubiosen Nahrungsmittel anzurühren, da er etwas ahnt. Mit gefülltem Magen gelangen sie im nächsten Raum zu einer grausigen Erkenntnis. Das Fleisch stammt von Mutanten, die sie zu einem früheren Zeitpunkt bekämpft haben. Schlimmer noch. Die Mutanten waren ursprünglich Menschen. Was uns allerdings viel mehr entsetzt als der ungewollte Kannibalismus, ist, dass Citan seine „Freunde“ trotz seiner Ahnung weiteressen lässt.

    Platz 4: Knights of the Old Republic

    Eine etwas klassische Wendung, deren subtiler Aufbau sich aber erst beim zweiten Durchspielen offenbart, bietet Knights of the Old Republic. Zu Beginn des Star-Wars-Rollenspiels leidet ihr an Gedächtnisverlust. Essenziell für die Handlung ist die Suche nach dem Sith-Lord Darth Revan und nach der eigenen Identität. Wie sich herausstellt, hattet ihr die ganze Zeit die Lösung zu beiden Fragen vor Augen: Der Protagonist entpuppt sich als Darth Revan, dessen Gedächtnis von einem Jedi manipuliert wurde. Da ihr im Anschluss an die Erkenntnis entweder die Rolle einnehmen könnt, die ihr vor eurer Amnesie innehattet, oder sie als Motivation seht, auf der hellen Seite zu bleiben, bietet Knights of the Old Republic eine gelungene Wendung.

    Bravely Default - Accolades Trailer
    In diesem Video bekommt ihr neben Spielszenen auch Pressestimmen zu Bravely Default spendiert.

    Platz 3: Bravely Default

    Bravely Default: Where The Fairy Flies greift wie viele japanische Rollenspiele die Theorie des Multiversums auf. Im Land Luxendarc tut sich ein gewaltiger Abgrund auf, der das Dorf des Protagonisten Tiz verschlingt. Er und seine Freunde, darunter die Vestalin Agnès Oblige, gehen auf die Reise, um die vier Elementarkristalle, auf denen der Glaube des Kristallismus beruht, von der Dunkelheit zu befreien und das Land zu retten. Die Schlüsselfigur der Wendung ist die Fee Airy, die Agnès als vermeintlich treue Begleiterin zur Seite steht. Sie drängt die Gruppe immer wieder dazu, die Kristalle so schnell wie möglich zu reinigen, um die Welt zu heilen.

    Ist das erledigt, fliegen die Protagonisten zu dem eingangs erwähnten Abgrund, werden von einem Lichtstrahl erfasst und finden sich scheinbar in der Vergangenheit wieder. Tatsächlich sind sie nur in einer Parallelwelt gelandet, in der sie die Kristalle wiedererwecken sollen. In Wahrheit weiß Airy davon und versucht, die Macht der Kristalle in den unterschiedlichen Dimensionen zu aktivieren, um für ihren Meister die Grenzen zwischen den Welten aufzubrechen. Erst später erkennt ihr, dass auf ihren Flügeln die Zahl der noch einzunehmenden Universen abgebildet ist. Startet ihr das Spiel neu, verschwinden Buchstaben des Titels und „Airy lies“ („Airy lügt“) bleibt zurück. Schließlich könnt ihr euch entscheiden, ob ihr der Fee trotzdem Glauben schenkt oder sie bekämpft.

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