Preview - Sniper Elite: Resistance : Angespielt: Kopfschuss statt Kopfnuss
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Bereits auf der Gamescom stellte Rebellion Sniper Elite: Resistance, den neuesten Ableger der Scharfschützen-Serie, vor. Der erste Eindruck war zurückhaltend positiv: Das Spiel protzte zwar nicht mit Innovationen, doch Gameplay und Leveldesign befanden sich auf dem gewohnt hohen Niveau. Seitdem sind einige Monate vergangen und das Spiel steht kurz vor dem Release, der am 30. Januar 2025 für PC, Playstation 4/5, Xbox One und Xbox Series X/S erfolgt. Grund genug, noch einmal die Waffe auszupacken und im virtuellen Frankreich auf die Jagd zu gehen.
Die Geschichte hinter Sniper Elite: Resistance liest sich so wie viele zuvor in der Scharfschützen-Reihe: Wir befinden uns mitten im Zweiten Weltkrieg und die Nazis haben (schon wieder) eine Wunderwaffe in der Hinterhand, die den Konflikt zu ihren Gunsten entscheiden könnte. Den bereits aus früheren Serienteilen bekannten Protagonisten Harry Hawker verschlägt es ins besetzte Frankreich, wo er nicht nur die Technologie finden und ausschalten, sondern auch Kontakt mit dem Widerstand aufnehmen soll.
Harry, hol‘ schon mal die Knarre
Schauplatz der beim Hands-on-Termin spielbaren Mission ist die Stadt Fourvière. Der hübsche Intro-Film verweist auf zwei entscheidende Orte: den Bahnhof und das Hotel Terminus. Die Aufgabe besteht darin, Informationen zu sammeln und Zugladungen auszukundschaften. Natürlich tummeln sich in den Straßen und Gassen jede Menge Nazi-Schergen, die auf Harry Hawker gar nicht gut zu sprechen sind. Das gilt umgekehrt allerdings genauso.
Neben den Hauptzielen gibt es auf der Karte jede Menge Neben- und Bonusaufgaben. Beispielsweise könnt ihr einen hochrangigen Offizier erst ausfindig und dann unschädlich machen, um so die Militärpräsenz zu verringern. Auch hängen überall in der Stadt Plakate, über die ihr sogenannte Propaganda-Missionen freischaltet. Leider war dieses neue Feature in der jüngsten Proberunde noch nicht anspielbar.
Die Mission beginnt außerhalb der Stadt. Ein Blick auf die Karte verrät, dass Fourvière außerordentlich groß ist und die Zielorte auf der anderen Seite des Ufers liegen. Ihr müsst entscheiden, welchen Weg ihr gehen möchtet: Die schwer bewachte Brücke im Westen bietet eine Abkürzung zum Hotel, während die Eisenbahntrasse im Osten direkt zum Bahnhof führt. Die Hauptstraßen werden von den Nazis kontrolliert, die hier regelmäßig mit Lastwagen und Motorrädern ihre Runden drehen. Zusätzlich sichern Scharfschützen die Gebiete von erhöhten Positionen aus.
Leisetreter mit tiefer Trickkiste
An dieser Stelle zeigt sich die Stärke von Sniper Elite: Resistance. Das Spiel bietet mit der neuen Kampagne und den angesprochenen Propaganda-Missionen frische Elemente, doch ansonsten geht Rebellion keine Experimente ein und präsentiert einen spannenden wie intensiven Action-Stealth-Cocktail. Im Klartext bedeutet das: Ihr versteckt euch hinter Mauern, entkommt Blicken im hohen Gras oder verwendet Hilfsmittel, um Wachen abzulenken. Beispielsweise werft ihr auf Tastendruck Flaschen oder lockt Soldaten mit einem kurzen Pfiff an. Auch manipuliert ihr Gegenstände und erzeugt so Lärmquellen.
Innerhalb der Mission warten unterschiedliche Gegnertypen. Die meisten Soldaten tragen Helme, ein Kopfschuss funktioniert hier also nicht. Sinnvoller ist eine Nahkampfattacke mit dem Messer. Gestapo-Offiziere sind dagegen zu klug, um sich mit billigen Ablenkungsmanövern überlisten zu lassen. Sie reagieren zwar, entfernen sich aber nicht so weit von ihrer Position wie Nullachtfünfzehn-Soldaten. Habt ihr den Alarm erst einmal ausgelöst, gehen die Schurken auf die Jagd. Beim Anspiel verfolgten sie uns gleich mehrere Straßen weit und blieben auch für eine längere Zeit im Ausnahmezustand.
Rebellion-Designchef Ben Fisher und Lead Artist Simon Ible geben weitere Einblicke in den Protagonisten von Sniper Elite: Resistance, Harry Hawker.
Mortal Kombat lässt grüßen!
Die grobe Kelle führt kaum zum Erfolg. Harry geht nach nur wenigen Treffern in die Knie und Bandagen sowie Erste-Hilfe-Sets sind rar. Langsames und überlegtes Vorgehen ist wesentlich effektiver. Wir konzentrierten uns deshalb auf die Eisenbahnbrücke. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir zufällig die Unterkunft des Informanten Vertigo. Allerdings hatten die Nazis die Wohnung bereits auseinander genommen. Auf der Eisenbahnbrücke krochen wir zwischen den Zügen hin und her und konnten aus liegender Position einige Feinde ausschalten. Außerdem boten die Übergänge sehr gute Punkte für Scharfschützen-Action.
Das Schießen erinnert stark an den Vorgänger: Zunächst wird angelegt, dann das Ziel anvisiert, anschließend die Distanz justiert sowie die Luft angehalten und schließlich abgedrückt. Serientypisch zelebriert auch Sniper Elite: Resistance gelungene Treffer mit der X-Ray-Kamera – hier splittern einmal mehr Knochen und das Blut spritzt kräftig.
Innerhalb der Missionen gibt es versteckte Lagerräume zum Auffrischen der Vorräte. Zumeist bieten diese Orte auch eine Werkbank. An dieser könnt ihr eure Waffen wechseln oder bestehende Kanonen mit freigeschalteten Einzelteilen wie Magazinen, Läufen oder Schalldämpfern umrüsten. Dadurch, dass in der Hands-on-Demo die Progression noch nicht zur Verfügung stand, waren allerdings keine Funktionen verfügbar. Das System ähnelt aber stark dem Vorgänger.
Heraus sticht vor allem das Leveldesign: Verschlungene Gassen, das gewaltige Hotel oder auch der Verladebahnhof inklusive schwerem Gerät sind herrlich weitläufig und bieten so einen enormen Wiederspielwert. Nach unserem Anspiel hatten wir jedenfalls nicht das Gefühl, alles von Fourvière gesehen zu haben.


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