Test - Razer BlackWidow V4 Low-Profile Tenkeyless HyperSpeed : Flacher Kraftprotz mit Langstreckenakku
- PC
Razer ist ja bekannt dafür, bei seinen Keyboards gern den Farbeimer zu schwingen – RGB satt und am Ende leuchtet der Schreibtisch wie ein Rave-Festival. Mit der BlackWidow V4 Low-Profile Tenkeyless HyperSpeed will der Hersteller allerdings ein anderes Publikum abholen: Leute, die Wert auf schlankes Design, schnelles Tippgefühl und trotzdem ordentlich Gaming-Power legen. Wir hatten die Tenkeyless-Variante auf dem Tisch und klären, ob die flache Schönheit mehr kann als nur munter glimmen.
Die Razer BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed gibt es wahlweise in voller Größe für 219,99 Euro oder als Tenkeyless für 189,99 Euro. Unser Testmuster war die kompakte Variante – mit nur 18,5 Millimetern an der Vorderkante flach wie ein Pfannkuchen. Das Alugehäuse vermittelt trotzdem Stabilität, die Schmierung der Stabilisatoren und zwei Schichten Schaumstoffdämmung sorgen für eine angenehm dumpfe Akustik ohne nervigen Nachhall. Etwas kurios: Über den F-Tasten bleibt eine spürbare Menge ungenutzter Platz, was den minimalistischen Look ein wenig bricht.
Das liegt wohl daran, dass Razer unbedingt noch besondere Bedienelemente an Bord haben wollte. Die Tenkeyless-Version bringt einen klickfähigen Drehregler mit sowie zusätzlich noch ein paar Extra-Tasten bietet, darunter eine AI-Taste für den Schnellstart von Copilot oder ChatGPT und Umschalter für Energiesparmodus oder Vollbetrieb. Das klingt fast nach Gimmick, erweist sich aber im Alltag durchaus praktisch.
Razer bietet drei Switches zur Auswahl: grün (taktil-clicky), orange (taktile, aber leise) und gelb (linear, silent), für Deutschland sind vorerst aber nur die orangen Switches angedacht. In unserem Fall werkelten die orangen Low-Profile-Switches, die mit nur 2,8 mm Gesamthub und 1,2 mm Auslösepunkt extrem fix auslösen. Das Tippgefühl ist knackig und reaktionsstark, gleichzeitig nicht so laut, dass die Kollegen im Büro direkt Ohrstöpsel brauchen. Perfekt für schnelle Spieleingaben und gleichzeitig entspanntes Arbeiten. Einziger Wermutstropfen: Hot-Swap gibt’s nicht, ihr müsst euch also vorab auf eine Switch-Variante festlegen.
Kabellos geht die BlackWidow über Razers HyperSpeed-Technik im 2,4-GHz-Band oder via Bluetooth an den Start, inklusive Mehrgeräteunterstützung. Natürlich ist auch reiner Kabelbetrieb via USB-Strippe möglich. Spannender ist allerdings die Akkuleistung: Bis zu 980 Stunden (!) im Energiesparmodus, das ist gewaltig. Dazu kommt eine integrierte Ladestandsanzeige direkt auf der Energiespartaste.
Mit 1.000 Hz Polling-Rate richtet sich das Keyboard eher an Normalspieler als an Hardcore-Esportler, aber in der Praxis reicht das locker. Besonders interessant ist das zuschaltbare Feature Snap Tap: Die Tastatur priorisiert die aktuellste Eingabe zwischen den letzten beiden gedrückten Tasten – ein kleines, aber feines Extra, das gerade bei schnellen Eingabefolgen praktisch sein kann.
Die Konfiguration erfolgt, wenn ihr das denn wollt, über die Synapse-Software, aktuell in der Version 4. Damit könnt ihr Profile erstellen, Tastenbelegungen ändern, Gaming-Modus und Mehgeräteverwaltung einstellen, euch der Beleuchtung widmen und Energiespareinstellungen vornehmen. HyperShift, Snap Tap, Switch-Optimierung für Tippen und Gaming sowie die Abtastrate sind ebenfalls einstellbar.
Greift zu, wenn...… ihr eine hochwertige, leise Gaming-Tastatur wollt, die gleichzeitig als Arbeitsgerät taugt und quasi nie ans Kabel muss.
Spart es euch, wenn...… ihr Hot-Swap und absolute High-End-Polling-Rates für den Esport-Betrieb erwartet.



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