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Test - Pokémon-Legenden: Z-A : Test: Das innovativste Pokémon seit … immer!

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Holt die Poképuppe vom Dachboden und entstaubt eure Meisterbälle! Das erste Pokémon-Game in der Nintendo-Switch-2-Ära steht an! Auf einen neuen Eintrag in der Hauptreihe müssen wir zwar (wenn die Leaks stimmen bis 2026) noch warten, aber immerhin gibt’s mit Pokémon-Legenden Z-A jetzt den Nachfolger zum beliebten Spin-off Pokémon-Legenden: Arceus. Aber ist der frische WIND, den Z-A verspricht, die hohen WELLEN auch wert, die es gerade schlägt?

Man hat das Gefühl, dass die Legenden-Reihe für Nintendo und die Pokémon Company als Spielplatz dient, wo sie sich so richtig austoben. Während sich das Grundprinzip der Hauptreihe seit 30 Jahren praktisch nicht verändert hat, sucht man hier zum Beispiel Arenen vergebens. Stattdessen katapultierte uns in Arceus das gleichnamige Gott-Pokémon höchstpersönlich in eine Zeit, in der die Pokébälle noch aus Holz (bzw. Aprikokos) waren und der Pokédex noch per Hand gemalt werden musste.

In Legenden: Z-A schickt man uns zwar nicht durch die Zeit, aber immerhin in eine Stadt, die wir aus der Vergangenheit bereits kennen. Die Metropole Illumina City galt bereits in Pokémon X/Y als funkelndes Kleinod der Kalos-Region. Aufgrund der damaligen Hardware-Limitierungen des 3DS waren die Ausmaße der Stadt jedoch eher begrenzt, auch wenn die Entwickler sich mit Perspektiv-Tricks allergrößte Mühe gaben.

Die Nintendo Switch 2 bringt natürlich einiges mehr an Leistung mit, als es noch beim ollen 3DS der Fall war, und so erstrahlt Illumina City nun erstmals in dem Glanz, den es vor über 10 Jahren schon verdient gehabt hätte.

Bright light city gonna set my soul on fire

Tatsächlich sind die Straßen und Dächer der Stadt, die von der französischen Kultur und vor allem der Architektur von Paris inspiriert ist, auch der einzige Handlungsort von Pokémon-Legenden: Z-A. Passé sind die grünen (und zugegebenermaßen stellenweise etwas öden) Hügel der Hisui-Region. In Illumina City beherrschen stattdessen Beton und Pflasterstein das Stadtbild und natürlich der alles überragende Prisma-Turm im Zentrum.

Während unseres Besuchs ist die Stadt im Wandel. Immer mehr Pokémon zieht es in das Ballungsgebiet und die Bewohner müssen erst lernen, mit den Monstern friedlich zu koexistieren. Zudem wird an allen Ecken und Enden gebaut und die ganze Stadt soll schöner und monsterfreundlicher werden.


Grafisch ist sie das sogar schon. Zumindest für Pokémon-Verhältnisse macht Illumina City einiges her. Im Docking-Modus der Switch 2 flackert sie mit 60 Bildern pro Sekunde in 4K-Auflösung über den Bildschirm. Unterwegs reicht es immerhin noch für 1080p bei stabilen 60 Frames. Nur Besitzer der Switch 1 müssen sich mit 720p und 30 Frames zufriedengeben.

Erst auf den zweiten Blick bröckelt die schnieke Fassade etwas. Sieht man sich diese nämlich etwas genauer an, fallen die sich ständig wiederholenden Hausfronten und Fensterreihen auf, sowie die platten Texturen, die oftmals nicht nur wie aufgemalt wirken, sondern es auch einfach sind. Als hätte man mit schwarzer Farbe ein Loch an eine Wand gemalt und würde es anschließend als neuen Hauseingang verkaufen.

Hinzu kommen die unzählig oft kopierten Objekte auf den Straßen wie Parkbänke oder ganze Dachterrassen, die so oft nahezu unverändert vorkommen, dass man sich schon fragen muss, ob der Architekt, der Bauunternehmer und der Leiter des Bauamts in Illumina City nicht Brüder oder zumindest verschwägert sind.

Auch wenn die Stadt jetzt größer ist als jemals zuvor, sind ihre Ausmaße doch recht überschaubar. Ziemlich früh im Spiel habt ihr Zugang zu allen Stadtvierteln und wer sich 10 Minuten Zeit nimmt, hat alle Pokécenter einmal angesteuert und damit fast jeden Schnellreisepunkt freigeschaltet. Das führt aber umgekehrt auch dazu, dass man sich nach kurzer Zeit in “seiner” Stadt auskennt und sich fast schon als Teil davon fühlt. Zudem gibt es tatsächlich einiges zu entdecken.

Die verwinkelten Gassen von Illumina City dienen nämlich als perfekte Umgebung, für versteckte Leitern oder uneinsehbare Wege, die einen in unbekannte Ecken führen. Später im Spiel schaltet ihr sogar noch einige Mechaniken frei, die euch bis dahin noch unzugängliche Bereiche erkunden lassen. Durch die Bauarbeiten stehen außerdem überall Baugerüste herum, die ihr als kleine Parkour-Herausforderungen abschließt, um Extra-Belohnungen zu erhalten, oder über die ihr auf Häuserdächer steigt.

Die Sesamstraße bräuchte dafür 26 Folgen

Damit in Illumina City nicht völlig das Chaos ausbricht, leben die meisten Pokémon in den Wildsektoren. Das sind eingezäunte Bereiche mit unterschiedlichen Biomen, in denen immer eine Handvoll verschiedener Pokémon-Arten zusammen eingepfercht sind. In einem kleinen Park finden sich zum Beispiel Grüppchen von Knospi und Nagelotz, während im See in der Mitte des Parks fröhlich einige Karpador planschen. In einem eingeschneiten Teil der Stadt leben Eis-Pokémon und so weiter.

Nachts ändert sich das Stadtbild drastisch. Zwar lohnt sich immer noch ein Besuch der Wildzonen, da einige Pokémon dort nur zu bestimmten Tageszeiten auftauchen, vor allem läuft nach Einbruch der Dunkelheit aber das Z-A Royal. In diesem Turnier tretet ihr gegen andere Trainer an und steigt so von Rang Z bis Rang A auf. Dafür müsst ihr euch zunächst in den speziell ausgewiesenen Kampfsektoren Gegnern stellen, die ungefähr eurem Rang entsprechen. Nach genug erfolgreichen Kämpfen schaltet ihr dann den Aufstiegskampf gegen einen besonderen Trainer frei. Seid ihr hier ebenfalls siegreich, geht es einen Buchstaben weiter nach oben.


Genau wie in Legenden: Arceus läuft immer eines eurer Pokémon neben euch her, und ihr könnt auch außerhalb eines Kampfes Attacken benutzen, um zum Beispiel Steine aus dem Weg zu räumen oder Ressourcen einzusammeln. Schafft ihr es aber, euch nachts in einer Kampfzone heimlich an einen Gegner anzuschleichen und befehlt eurem Pokémon nun einen Angriff auf den Begleiter des anderen Trainers, habt ihr das Element der Überraschung auf eurer Seite.

Durch den Erstschlag sichert ihr euch nicht nur einen Vorteil im Kampf, sondern könnt mit etwas Glück sogar direkt das erste Pokémon eures Gegners schachmatt setzen. Nicht unbedingt der Weg eines Gentlemans, aber was tut man nicht alles für einen Sieg.

Mega(lo)manie

Großer Jubel dürfte die Rückkehr der Mega-Entwicklungen auslösen. Dieses Feature stammt ursprünglich ebenfalls aus Pokémon X/Y und lässt eure Monster im Kampf für einen begrenzten Zeitraum eine besonders imposante Entwicklung durchführen. Dadurch ändert sich nicht nur das Aussehen, es werden auch die Attacken stärker und in manchen Fällen erhalten sie sogar neue Typ-Kombinationen, was den Gegner dazu zwingt, seine Strategie spontan anzupassen.

Allerdings kann nicht jedes Pokémon eine solche Mega-Entwicklung vollführen und selbst wenn es theoretisch dazu in der Lage wäre, benötigt es immer noch einen Trainer und für jede Pokémon-Art einen ganz speziellen Mega-Stein. Diese Steine erhaltet ihr teilweise im Verlauf einer Quest oder müsst sie euch kaufen. Es kostet also durchaus etwas Vorbereitung und Investition, um sein komplettes Team für die Mega-Entwicklung bereitzumachen.


In Illumina City kommt es jedoch zu einem ungewöhnlichen Phänomen, das auch wilde Pokémon ohne Trainer die Mega-Entwicklung durchmachen lässt. Woran das genau liegt, werdet ihr im Laufe der Story selbst herausfinden müssen, Ergebnis sind jedoch sogenannte Megamanie-Kämpfe. Dort tretet ihr in einer abgeschlossenen Arena gegen eine riesige Variante eines wilden Mega-Pokémons an. Diese verfügen neben ihren normalen Attacken noch über besondere Fähigkeiten, wie zum Beispiel Giftpfützen oder andere Umgebungsgefahren.

Denn nicht nur eure Pokémon, sondern auch ihr selbst könnt im Kampf zum Ziel dieser Angriffe werden. Ihr müsst also immer schön ausweichen und den Überblick behalten, während ihr nebenbei noch eurem Pokémon Befehle erteilt. Bekommt ihr selbst zu viele Angriffe ab, fallt ihr ähnlich wie schon in Legenden: Arceus in Ohnmacht und der Kampf ist zu Ende.

Raus aus dem Feuer!!!

Bereits in Arceus wichen die Kämpfe von dem System ab, das man eigentlich seit 30 Jahren aus der Hauptreihe gewöhnt ist. Zwar waren diese immer noch rundenbasiert, aber ihr konntet zumindest frei herumlaufen, während euer Partner gerade einem anderen Pokémon gegenübersteht. Z-A geht jetzt einen Schritt weiter, kickt das rundenbasierte System zugunsten einer Cooldown-Mechanik und bringt noch mehr Dynamik in die Kämpfe. Nicht nur ihr, sondern auch die Pokémon bewegen sich jetzt im Kampf und ihr steuert beide Figuren - zumindest indirekt.

Stellt euch eine Koop-Session vor, in der statt eurem Kumpel, mit dem ihr eigentlich zockt, sein kleiner 8-jähriger Bruder den hart überlevelten Charakter steuert. Ja, natürlich gibt es dicke Schadenszahlen, wenn ihr ihm sagt, welche Knöpfe er drücken soll. Allerdings wird er auch ständig in Giftpfützen stehenbleiben, in Feuerbälle laufen und Fallen auslösen, weil er es einfach nicht besser weiß und kann. Exakt das Gefühl bieten die Kämpfe und vor allem die Begegnungen mit den Megamanie-Pokémon in Legenden: Z-A.

Euren Monstern mangelt es nämlich vollkommen an Autonomie. Wenn ihr ihnen eine Nahkampf-Attacke wie Schlitzer befehlt, dann werden sie zum Gegner laufen und die Attacke ausführen. Seid ihr dann aber nicht schnell genug mit dem nächsten Befehl, drehen sie dem Gegner den Rücken zu und laufen in gerader Linie zu euch zurück, nehmen jeden Brandherd und jede Giftpfütze auf dem Weg mit und bieten dem Feind ein leichtes Ziel.


Vor allem in den Megamanie-Kämpfen seid ihr aber permanent selbst mit Ausweichen beschäftigt und könnt währenddessen nicht den ZL-Button drücken, um das Menü zum Erteilen von Befehlen aufzurufen. Eigentlich ist der Gedanke, das eigene Pokémon taktisch geschickt zurückrufen zu können, um zum Beispiel einem Angriff auszuweichen, total cool, aber gleichzeitig ist es auch umständlich und unintuitiv gelöst.

Aber eigentlich ist Legenden: Z-A mit dem neuen Kampfsystem auf einem verdammt guten Weg, die langgehegten Träume alteingesessener Pokémon-Fans zu verwirklichen. Wer als Kind den Anime verfolgt hat, wird sich oft vorgestellt haben, selbst Teil der krassen Action aus Ausweichen, Angreifen und Taktieren zu sein. Da war der rundenbasierte Kampf der Spiele mit starren Bildchen, die maximal ein wenig wackelten, wenn sie getroffen wurden, schon ein Downgrade. (Was mich nicht davon abgehalten hat, ungefähr drölfmillionen Stunden in Pokémon Blau zu versenken.)

Ein so dynamisches Kampfsystem schlägt genau in diese Kerbe, nur funktioniert es eben noch nicht so, wie man sich das vorstellt. Warum muss denn mein Pokémon-Partner intellektuell und das Reaktionsvermögen betreffend auf dem Niveau einer Schüssel Salat sein? (Selbst der intelligenteste Kopfsalat weicht dem Dressing nur aus, wenn ich ihn selbst aus dem Weg schiebe. Die Analogie ist also wasserdicht!)

Aber vielleicht muss man das auch einfach als Herausforderung sehen. Es dürfte zumindest spannend werden, welche Strategien dieses System in kompetitiven PvP-Kämpfen hervorbringen wird, und als richtiger Pokémon-Fan ist man eh über jeden Versuch der Entwickler froh, das angestaubte Konzept etwas aufzupeppen.

Greift zu, wenn...

ihr Lust habt, die Pokémon-Formel endlich in Bewegung zu sehen.

Spart es euch, wenn...

ihr den entspannten, rundenbasierten Kampf der Action vorzieht.

Fazit

Sebastian Ruppert - Portraitvon Sebastian Ruppert
Nintendo benutzt Innovation. Das ist sehr effektiv!

Pokémon-Legenden: Z-A ist vielleicht nicht das beste Pokémon-Spiel aller Zeiten, aber es ist verdammt gut und ein weiterer, mutiger Schritt in die richtige Richtung. Die Rückkehr nach Illumina City ist ein Geschenk an Nostalgiker und ein visuelles Highlight für eine Reihe, die technisch oft weit hinter ihren Möglichkeiten blieb. Der urbane Schauplatz bringt frischen Wind in die Formel, die neuen Bosskämpfe des Megamanie-Systems sorgen für Adrenalinschübe, und die kleinen, aber feinen Open-World-Elemente schaffen ein glaubwürdiges Gefühl von Entdeckung mitten im Großstadttrubel.

Das Kampfsystem wirkt trotz seiner guten Ideen oft holprig und überladen, als würden die Entwickler noch nach der perfekten Balance zwischen Action und Strategie suchen. Trotzdem macht genau dieser Versuch, die alte Formel aufzubrechen, Hoffnung – denn man spürt förmlich, dass Game Freak hier experimentiert, riskiert und lernen will.

>>So praktisch wie ein Pokéball aus Holz: Die 10 nützlichsten Gadgets in Videospielen<<

Wenn Pokémon-Legenden: Z-A die Basis legt, auf der zukünftige Teile aufbauen, dann könnte hier der Beginn einer spannenden neuen Ära liegen – einer, in der Pokémon endlich so lebendig wirkt, wie es unsere Kindheitserinnerung uns schon immer vorgelogen hat. Und selbst wenn es (noch) nicht alles richtig macht, ist es schwer, den Reiz dieser Evolution zu leugnen.

Überblick

Pro

  • Wunderschön inszeniertes Illumina City mit vielen Details
  • Mega-Entwicklungen sind ein großartiges Comeback
  • Spannende neue Dynamik im Kampfsystem
  • Tolle Atmosphäre

Contra

  • Wiederkehrende, platte Texturen und Copy-Paste-Objekte
  • Kämpfe mitunter unübersichtlich
  • Indirekte Steuerung der Pokémon oft frustrierend

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