Special - The First Avenger: Civil War : Wenn Freunde zu Erzfeinden werden

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    Zwei Jahre nach den Ereignissen von „The Return of the First Avenger“ taucht Captain Americas Jugendfreund Bucky Barnes, besser bekannt als der Winter Soldier, wieder auf. Er versucht in „The First Avenger: Civil War“ seine Vergangenheit als programmierte Killermaschine hinter sich zu bringen, wird aber in ein Attentat verwickelt, das die Avengers auf den Plan ruft. Doch Captain America möchte seinen alten Freund nicht einfach der Staatsgewalt überlassen – ganz zum Missfallen von Iron Man.

    Nach den zuletzt erschienenen Marvel-Filmen, darunter „Ant-Man“, „Age of Ultron“ und „Winter Soldier“, war es nicht schwer, mit „Civil War“ einen weiteren Blockbuster zu erwarten. Zugegebener, mir hat die Vorlage zum Film nie sonderlich gut gefallen. Tony Stark, der den Helden Iron Man verkörpert, kommt wie ein arroganter Schnösel daher, dessen Hauptbeschäftigung es ist, anderen die Laune zu verderben.

    Captain America ist hingegen der ewige Pfadfinder, der alten Damen ihre Katzen aus der Baumkrone rettet. Meine größte Befürchtung war somit, dass sich der Film zu viel vom Comic abschaut und ebenfalls eine triste Schwarz-Weiß-Darstellung der Helden abliefert. Glücklicherweise ist das nicht der Fall.

    Kollateralschäden

    Nach den weltverändernden Ereignissen der Vorgänger, in denen Teile New Yorks, Washington D.C. und die fiktive Stadt Sorkovia vollends zerstört worden sind, schaltet sich Staatssekretär General Ross ein. Denn auch wenn die Rächer jedes Mal viele Menschen gerettet haben, hinterließen sie Chaos und Kollateralschäden – was ein Euphemismus für mausetote Menschen ist.

    Er stellt die Avengers vor die Wahl, entweder staatlich reguliert zu werden oder ihre Aktivitäten komplett einzustellen. Selbstverständlich spalten sich die Lager und während Tony direkt an Bord ist, benötigt Steve erst einmal Überzeugungsarbeit. Doch wer so viel Testosteron in sich trägt, regelt Meinungsverschiedenheiten selten mit zivilisierten Diskussionen.

    „The First Avenger: Civil War“ orientiert sich zwar an der gleichnamigen Vorlage, bringt aber ausreichend eigene Interpretation mit und wiederholt somit nicht die Fehler des Comics: Wir werden weder mit geklonten Thors gequält noch mit einem unsympathischen Iron Man oder klischeebeladenen Dialogen. Denn obwohl es ein Superheldenfilm ist, offenbart das Drehbuch Tiefgang, den man von dem Genre eigentlich nicht gewohnt ist. Zudem kämpft hier nicht Gut gegen Böse, sondern zerstrittene Freunde gegeneinander, die verschiedene Vorstellungen von ihren bisherigen Taten haben.

    Spider-Man

    Die größten Fragezeichen bilden natürlich Black Panther und Spider-Man. Während T’Challa zum ersten Mal in einem Film zu sehen ist, durften wir Peter Parker schon des Öfteren auf der Leinwand bewundern – jedes Mal aber in einer eher unausgegorenen und eingeschränkten Form. Denn die bisherigen Spidey-Filme kamen von Sony und nicht von Marvel. Doch die Spinne ist endlich zu Hause und insbesondere Comic-Fans werden das umgehend bemerken. Mein erster Gedanke war: „So muss Spider-Man sein!“ Ähnliches gilt übrigens für den Black Panther, der nicht nur ausgezeichnet gespielt wird, sondern auch ein Ehrfurcht einflößendes Kostüm bekommen hat.

    Der Film ist definitiv mein neuer Lieblingsstreifen aus dem Hause Marvel und wird mit Sicherheit einer der besten Filme dieses Jahres sein. Nach der Enttäuschung, die „Batman v Superman“ war, mag das aber auch nicht so schwer sein. Die Comic-Vorlage dürft ihr übrigens getrost außer Acht lassen, obgleich das Ende damals für weltweite Aufmerksamkeit gesorgt hat.

    „The First Avenger: Civil War“ ist der bisher beste Blockbuster des Jahres. Er bietet ein Drehbuch, das überraschende Tiefe beweist, und Schauspieler in Hochform, die ihren Comic-Vorbildern mittlerweile in nichts mehr nachstehen – nicht einmal, was die Anzahl der Muskeln angeht. Nicht zu vergessen der gelungene Soundtrack, der die ohnehin schon fesselnde Atmosphäre noch mehr unterstreicht. Der Film startet am 28. April in den deutschen Kinos und sollte unbedingt auf der großen Leinwand geschaut werden.

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