Test - NVIDIA GeForce NOW : Endlich AAA-Gaming auf dem Steam Deck ohne Qualitätsverlust
So beeindruckend die Technik von Valves Steam Deck auch sein mag, langsam kommt die Hardware des Handheld-PCs in die Jahre. Über drei Jahre hat die Standard-Version mittlerweile auf dem Buckel und AAA-Games waren ohnehin noch nie seine Stärke. NVIDIA hat jetzt aber den Streaming-Service GeForce NOW auf dem Steam Deck verfügbar gemacht, mit dem ihr in der Ultimate-Mitgliedschaft die Leistung einer RTX 4080 auf euren Handheld bringt.
Im Steam-Store findet sich GeForce NOW nicht, ihr müsst das Programm im Desktop-Modus von NVIDIAs Homepage herunterladen und anschließend ein paar simple Schritte befolgen. Eine Maus oder Tastatur benötigt ihr hierfür nicht, die Trackpads des Steam Decks reichen dafür vollkommen aus. Selbstverständlich sollte euer Gerät dafür auf dem aktuellsten Stand sein. Nach der Installation müsst ihr nicht mehr zwingend in den Desktop-Modus, GeForce NOW nistet sich auch in der Steam-OS-Oberfläche ein.
Fette Technik im kleinen Gehäuse
Wenn ihr das Prinzip von GeForce NOW nicht kennt, eine kurze Auffrischung: Der Dienst stellt euch die Hardware eines High-End-PCs zur Verfügung und lässt euch Spiele aus einer aktuell 2.200 Titel umfassenden Bibliothek streamen. Im Ultimate Abo steht euch eine GeForce RTX 4080 zur Verfügung, mit der ihr eure Lieblingsspiele in bis zu 4K-Auflösung mit HDR, Raytracing und mit Technologien wie NVIDIA Reflex, G-Sync und auch DLSS erlebt.
Dafür müsst ihr in der App die Kontos eurer genutzten Spieleshops verknüpfen, denn die Titel selbst sind nicht in dem Abo enthalten. Unterstützt werden aktuell Steam, der Epic Games Store, Ubisoft Connect, der Xbox Store, die hauseigene Lösung von Electronic Arts und GOG. Für sämtliche Titel verspricht NVIDIA optimale Unterstützung.
Die Verknüpfung mit den Shops, sofern nicht schon am PC erledigt, geht schnell und problemlos vonstatten. Dankenswerterweise wurde mein Konto für den Test auf eine Ultimate-Mitgliedschaft aufgewertet. Entsprechend hatte mein Streaming-Rechner eine virtuelle CPU mit 16 Cores, eine GeForce RTX 4080 und die maximale Auflösung lag bei 4K120.
Dazu gesellt sich Nvidia DLSS 3.5 samt Frame Generation, Ray Reconstruction, NVIDIA Reflex und das brandneue Transformer-KI-Modell. Dieses wurde erst mit DLSS 4 eingeführt. Natürlich ist diese geballte Technik ein kleiner Overkill für das Steam Deck, zumindest wenn ihr im Handheld-Modus zockt.
Das Display hat nur 1.280 x 800 Pixel und die LCD-Version hat einen 60-FPS-Bildschirm. Die OLED-Fassung bietet immerhin 90 Bilder pro Sekunde, hierfür soll schnellstmöglich ein Patch nachgereicht werden. Auf externen Displays werden in 4K-Auflösung 60 Bilder die Sekunde möglich, WQHD läuft mit 120 FPS und die vollen 240 Bilder pro Sekunde gibt es auf Full-HD-Displays.
Starke Leistung, minimaler Verbrauch
Im Praxistest erweist sich GeForce NOW auf dem Steam Deck als erfreulich stabil. Eure Internetleitung sollte natürlich entsprechend aufgestellt sein, aber selbst im digitalen Ödland Deutschland sollte 25 Mbit/s und ein 5-Ghz-WLAN mittlerweile möglich sein.
Sämtliche von mir getesteten Spiele liefen problemlos auf maximalen Einstellungen. Als erster und offensichtlichster Kandidat musste Cyberpunk 2077 herhalten. Das Rollenspiel läuft bei maximalen Details mit Raytracing und Pathtracing problemlos in 60 Bildern pro Sekunde und Input Lag spürte ich ebenfalls nicht. Selbiges gilt für Monster Hunter Wilds und Clair Obscur: Expedtition 33. Aufgrund der Natur von Game-Streaming würde ich aber von kompetitiven Online-Shootern wie Counter-Strike 2 oder Call of Duty abraten, hier gehen dann doch ein paar wertvolle Millisekunden flöten.
Die Darstellung fällt aufgrund der hohen Pixeldichte knackscharf aus, das wahre Highlights ist aber tatsächlich die Akkulaufzeit. Normalerweise hält mein Steam Deck in der LCD-Fassung maximal zweieinhalb Stunden unter Last durch.
Im Streaming-Betrieb mit GeForce NOW läuft die CPU aber maximal auf 1,2 Watt und die GPU ging in meinem Test-Zeitraum nicht über 0,6 Watt hinaus. Dadurch wurden Spielzeiten von vier bis fünf Stunden möglich, die OLED-Variante dürfte hier noch einmal problemlos zwei bis drei Stunden drauflegen.
Die Benutzeroberfläche ist selbsterklärend und im Spiel ruft ihr durch einen langen Druck auf die Start-Taste (die mit den drei Balken) jederzeit das GeForce-NOW-Menü auf. In diesen dürft ihr diverse HUD-Elemente ein- und ausblenden, die Streaming-Einstellungen beispielsweise auf maximale Leistung oder geringe Latenz einstellen und noch einiges mehr.
Greift zu, wenn...… ihr keinen starken PC euer Eigen nennt, aber nicht auf maximale Details verzichten wollt.
Spart es euch, wenn...… eure Internetverbindung eine Katastrophe ist.


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