News - NACON : Publisher meldet Insolvenz an
Der französische Spielepublisher und Zubehörhersteller Nacon steht vor einer ernsthaften finanziellen Krise. Das Unternehmen hat offiziell Insolvenz angemeldet und sich selbst in einen Prozess der Gläubigerprüfung begeben. Damit hofft Nacon, Zeit zu gewinnen, um Restrukturierungsoptionen zu untersuchen und mögliche Wege zu finden, wie der Betrieb weitergeführt werden kann. Die Entscheidung erfolgt im Anschluss an mehrere Monate negativer wirtschaftlicher Entwicklung.
Die finanziellen Probleme bei BigBen Interactive und deren Tochter Nacon nehmen bedrohliche Ausmaße an. Nacon hat formell ein Insolvenzverfahren eingeleitet, nachdem es nicht gelungen ist, finanzielle Verpflichtungen wie geplant zu erfüllen. Die Insolvenzmeldung bedeutet nicht zwangsläufig das Ende des Unternehmens, sondern soll vor allem Schutz bieten, während Nacon alle möglichen Szenarien zur Fortführung des Geschäfts prüft. Dazu zählen Gespräche mit Gläubigern, Investoren und möglichen Partnern, um einen Plan zu entwickeln, der den laufenden Betrieb sichern kann.
Das Unternehmen steht damit vor einer der schwierigsten Phasen seiner Geschichte. In den letzten Monaten hatten sich bereits Anzeichen einer prekären Lage abgezeichnet, als Nacon und seine Muttergesellschaft Bigben Interactive mehrfach Schwierigkeiten bei der Refinanzierung ihrer Schulden hatten und geplante Zahlungen nicht wie vorgesehen leisten konnten. Diese Situation hat schließlich zu einer Aussetzung des Handels mit Aktien und Anleihen geführt, was das Vertrauen der Finanzmärkte zusätzlich belastete.
Laut Unternehmensangaben wird geprüft, wie laufende Spieleveröffentlichungen, Support von Spielen, Marketingaktivitäten und die Entwicklung neuer Titel fortgeführt werden können. Ebenso sollen die Bereiche Hardware und Peripherie nicht abrupt eingestellt werden, auch wenn das finanzielle Fundament derzeit instabil ist.
Nacon beschäftigt über 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit. In einer Krisensituation sind solche Personalbestände ein Faktor, der sowohl Kosten als auch kreative Kapazität beeinflusst. Wie viele Arbeitsplätze mittel- oder langfristig betroffen sein werden, hat Nacon bislang nicht offiziell kommentiert. Es ist aber zu erwarten, dass mögliche Restrukturierungspläne auch personelle Anpassungen beinhalten könnten. Abzuwarten bleibt auch, welche Auswirkungen die Insolvenz auf die aktuell 16 Entwicklerstudios haben wird, die zu Nacon gehören, darunter Spiders, Kylotonn oder Daedalic.

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