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Preview - La Quimera : Angespielt: So nicht, liebe Metro-Macher!

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Wenn eines der beiden Studios hinter der Metro-Reihe einen neuen Story-Shooter entwickelt, darf man schon hellhörig werden. Doch der ruppige Weg hin zum Release von La Quimera ließ bereits nichts Gutes vermuten. Leider bestätigt die veröffentlichte Early-Access-Version viele der Sorgen und Bedenken.

Ursprünglich erscheinen sollte La Quimera am 25. April 2025. Das Studio Reburn, ehemals 4A Games Kiew, gab dieses Datum nur wenige Tage vorher bekannt, um es schließlich nicht einzuhalten. Gar erst am besagten Tag wurde angekündigt, dass der Shooter aufgrund von "unvorhergesehenen Umständen" verschoben werden muss. Dann tauchte das Spiel plötzlich am 7. Mai 2025 auf Steam auf – im Early Access. Diese schräge Geschichte spiegelt sich eindeutig in der Qualität des Produkts wider.

Story interruptus

Im aktuellen Zustand umfasst La Quimera lediglich drei Missionen und bietet entsprechend wenig Spielzeit. Nach drei Stunden landet ihr wieder im Hauptmenü, Credits fehlen ebenso wie anderer Inhalt. Die Story endet gerade, als sie so richtig Fahrt aufnimmt. Das frustriert, denn trotz maximal klischeehafter Figuren fährt sie eine interessante Prämisse auf.

Als frisch gebackenes Mitglied der Söldner-Gruppierung Palomo lautet eure erste Mission, die Tochter einer reichen Familie zu retten. Die ist nämlich in den Außenbezirken abgestürzt – in La Quimera fungieren südamerikanische Städte quasi wie eigene Länder. In den Dschungeln, die rund um die Mega-Metropolen wuchern, herrscht weitestgehend Gesetzlosigkeit. Wild gewordene Roboter und Drohnen treiben dort ebenso ihr Unwesen wie Banditen und anderes Gesocks.

Inmitten dieses Wahnsinns im Jahr 2064 findet ihr euch also auf einer Rettungsmission wieder, bei der die Dinge eine überraschende Wendung nehmen: Die gerettete Dame transportiert nämlich in ihrem Rucksack den Prototypen eines neuralen Interfaces, das für die Kommunikation mit einem ebenfalls neuartigen Exosuit direkt das Hirn des Patienten oder der Patientin anzapft.

Richtig geraten, euch wird so ein Teil eingepflanzt. Durch das Robo-Skelett erhaltet ihr einige nette Zusatzfunktionen: Fallschaden existiert nicht, einfachen Gegner dreht ihr mit einem schnellen Griff die Gurgel um und kleine Drohnen schützen euch kurzzeitig vor Schaden. Ebenso nutzt ihr einen Scanner, um Feinde auch durch Wände hindurch zu orten. Allerdings bringt das Upgrade ein paar fiese Nebenwirkungen wie Halluzinationen mit sich.

In einer solch dystopischen Welt ist Korruption selbstverständlich allgegenwärtig. So landet ihr schnell zwischen den Fronten und trefft in der Folge auf knüppelharte Söldner, wild fluchende Latinas oder auch machtgeile Firmenbosse – das Team von Reburn lässt wahrlich kein Klischee aus.

Mechaniken mit Macken

Mal ehrlich: Für besonders gutes Gunplay war Metro nicht unbedingt bekannt. In dieser Hinsicht kann ich aber Entwarnung geben: Die Knarren in La Quimera fühlen sich gut an und auch das Trefferfeedback sitzt. Ganz oben im Genre kann der Shooter zwar nicht mitspielen, aber für vergnügliche Feuergefechte reicht es allemal.

Allerdings fällt die Waffenauswahl mit ein paar automatischen Knarren und Pistolen sowie Granaten sehr gering aus. Immerhin einen netten Kniff bietet das System, auch wenn er aus anderen Titeln bekannt ist: Je nach Feind müsst ihr einen anderen Munitionstypen wählen. Menschen ohne Schild oder anderweitige Rüstung reagieren allergisch auf normale Projektile, Drohnen und Exoskelette tragende Feinde erlegt ihr am besten mit Energie-Kugeln.

Von beiden Arten gibt es aber viel zu wenig in den Levels. Mehr als einmal stand ich mit gänzlich leeren Magazinen im Raum, während mich La Quimera fröhlich weiter mit Gegnern zuwarf. Nach dem unweigerlichen Ableben kam ein weiteres Kuriosum zum Vorschein: Munition und Medipacks liegen nicht immer am selben Ort, sondern verteilen sich scheinbar willkürlich in der Spielwelt. Also rannte ich wie ein aufgescheuchtes Hühnchen durch die Gegend, stets in der Hoffnung, noch ein paar Kugeln zu finden.

Besonders im Koop-Modus könnte das tödlich ausgehen, denn theoretisch dürft ihr mit zwei Verbündeten in den Kampf ziehen. Ein weiteres Problem betrifft die Kampfarenen selbst: Es tauchen stets extrem viele Feinde gleichzeitig auf und Deckung ist rar. Somit kann jedes Nachladen für euer Ableben sorgen.

Absolvierte Missionen bringen Geld ein, mit dem sich weitere Extras für den Exosuit oder auch die Waffen kaufen lassen. Doch selbst hier schießt sich La Quimera derzeit selbst ins Bein. Denn bei nur drei Missionen muss jede zwangsweise mehrfach gespielt werden, um genug Zaster für gute Ausrüstung zu ergattern. Merkwürdigerweise dürft ihr beim zweiten Auftrag mit eigens gewählten Wummen losziehen, bekommt aber im Rahmen der Story andere Waffen in die Hand gedrückt – eines von vielen Beispielen dafür, dass Reburn Features nicht zu Ende gedacht hat.

Fazit

Dennis Hilla - Portraitvon Dennis Hilla
Unfertig, überteuert und nicht durchdacht – hier steht jede Menge Arbeit an!

Unter der oftmals schicken Grafik mit Crysis-Anleihen und der grundsätzlich spannenden Story von La Quimera steckt ein bröckelndes Gerüst, das vor allem eines für Entwickler Reburn bedeutet: einen Haufen Arbeit. Denn das Spiel wurde allzu schnell auf den Markt geschmissen. Mit dem Label „Early Access“ will das Studio fehlende Missionen und grobe Bugs entschuldigen. Durch Wände glitchende Gegner und fehlende Soundeffekte stehen an der Tagesordnung. Diesen unfertigen Mix für knapp 30 Euro zu verkaufen, grenzt fast schon an Dreistigkeit.

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Die Zukunft muss zeigen, ob Reburn die versprochenen Missionen nachliefert, Fehler ausbügelt und sinnvolle Ergänzungen liefert. Gute Ansätze gibt es ja, beispielsweise sind das Gunplay und die Story vollkommen in Ordnung. Im aktuellen Zustand kann ich La Quimera aber niemandem empfehlen, alleine schon, weil mit Doom: The Dark Ages gerade ein deutlich besserer Shooter erschienen ist.

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