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Preview - Jump Space : Koop-Weltraum-Action-Roguelite mit Hyperraumantrieb

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Gehört ihr vielleicht auch zu denjenigen, die als Kinder bereits den Traum hatten, das Weltall zu besuchen? Aber natürlich nicht als langweiliger Astronaut im klobigen Anzug, der den ganzen Tag nur irgendwelchen Dreck vom Mond einsammelt, sondern als krasser Weltraum-Held vom Rang eines Han Solo oder Captain Kirk? Die Entwickler von Keepsake Games wollen euch mit Jump Space jetzt genau diesen Traum erfüllen, mit dickem Koop-Fokus und einer Mischung aus Weltraum-Simulation und Ego-Shooter.

Ich für meinen Teil habe als kleiner Steppke tagelang mit Kumpels Aliens gejagt, mich vor außerirdischen Invasoren in der Scheune versteckt (#Dorfkindmomente) und bin laut “PEW! PEW!” schreiend über Stoppelfelder gelaufen, um mit meiner imaginären Laserkanone auf ebenso imaginäre Roboter zu schießen.

Zum einen beweist das, dass ich alt genug bin, in einem Zeitalter ohne Internet aufgewachsen zu sein, zum anderen erklärt es aber auch meine aufkeimende Neugier, als ich vor einiger Zeit über die Ankündigung zu Jump Space (sollte damals noch Jump Ship heißen) gestolpert bin. Eine kleine Crew von verwegenen Weltraum-Abenteurern stellt sich einem übermächtigen Feind und übernimmt unter Todesverachtung wichtige Missionen, die das Überleben der Menschheit sichern sollen? Wird Zeit, dass meine Heldengeschichte im vor Kurzem gestarteten Early Access endlich ihre Fortsetzung findet.

Widerstand ist (definitiv nicht) zwecklos!

In einer fernen Zukunft hat es sich die Menschheit so richtig gemütlich gemacht. Dank technologischen Fortschritten - unter anderem auch in der Künstlichen Intelligenz und Robotik - lebt es sich auf den besiedelten Planeten ziemlich angenehm und was soll schon schiefgehen, wenn man sich als Kultur vollkommen von Technologie abhängig macht?

Es könnten sich zum Beispiel die Maschinen erheben und sich gegen ihre Schöpfer wenden. Im speziellen Fall von Jump Space ist dafür der mysteriöse Corruption-Virus verantwortlich, der nach und nach jede einzelne Künstliche Intelligenz befällt und durchdrehen lässt. Die wenigen Menschen, die bisher überlebten, verstecken sich und leben in ständiger Angst davor, von den Maschinen gefunden und getötet zu werden. Nur einige wenige Widerstandszellen kämpfen nach wie vor gegen den haushoch überlegenen Feind.

Genau in dieser schier aussichtslosen Situation werdet ihr in die Geschichte geworfen. Nach einer weiteren Raumschlacht, dessen einziger Überlebender ihr seid, stolpert ihr auf einem Planeten über die eine KI, die scheinbar frei vom Einfluss des Virus ist und sich netterweise dazu bereiterklärt, euch zu helfen. Gemeinsam mit eurer neuen Freundin schraubt ihr euch aus den herumliegenden Wracks ein eigenes Schiff zusammen und macht euch auf, es den Maschinen heimzuzahlen.

Dabei ist der Plan zur Rettung der Menschheit so einfach wie genial: Reist zum Zentrum der Galaxie und greift die Maschinen in ihrer eigenen Hauptwelt an, mit nichts als einer Rumpfcrew, einer KI mit bestenfalls undurchsichtigen Motiven und einem Schiff, welches ihr gerade wortwörtlich vom Schrottplatz gemopst habt. Was soll schon schiefgehen?

Die Early-Access-Phase beinhaltet zum Start das erste Kapitel der Geschichte, das sich um den Aufbau eurer Basis und die Suche nach Verbündeten dreht. Kapitel 2 und 3 sollen dann noch 2026 nachgereicht werden und Dinge wie einen Endlos-Modus und neue Missions-Typen mit sich bringen. Aber ein Endlos-Modus wofür jetzt genau?

Go ahead and jump (space)

Eine Partie von Jump Space startet immer in eurem Hangar beziehungsweise in der äußerst ausladenden Kulisse eurer Basis (in der ich mich auch nur viermal verlaufen habe). Hier nehmt ihr Aufträge von NPCs an, entscheidet über euer Aussehen und trefft euch mit euren Teamkameraden. Entweder allein oder mit bis zu vier Spielern sucht ihr euch dann ein Ziel aus und springt anschließend mit eurem Schiff ins Geschehen.

Jeder Ausflug besteht aus insgesamt 3-5 einzelnen Mission, die jeweils durch einen Hyperraum-Sprung (daher kommt auch das “Jump” in Jump Space) voneinander getrennt sind. So springt ihr zum Beispiel in die Nähe eines Trümmerfelds und sollt dort noch verwendbare Ressourcen aus den Wracks bergen. Dummerweise werden die allerdings von einigen Schiffen der Maschinen bewacht und so geht es erstmal in den Schiffskampf.

Während des Gefechts hat nun jedes Crewmitglied eine bestimmte Aufgabe. Einer steuert das Schiff, während ein anderer zum Beispiel die Geschütze bedient. Kassiert ihr dann noch den ein oder anderen Treffer, sollte vielleicht jemand die entstandenen Löcher flicken und Schildgeneratoren neu aufladen, bevor euch der ganze Kahn um die Ohren fliegt. Bei einer kleinen Crew kann das ganz schön chaotisch werden, wenn ihr zwischendurch aus dem Pilotensitz hechten müsst, um die Geschütze nachzuladen.

Solltet ihr mal gefährlich unterbesetzt sein, steht euch allerdings euer Lieblingsroboter BU-D3 (oder auch einfach Buddy) zur Seite und geht euch als NPC-Schiffsmitglied zur Hand. Nur fliegen müsst ihr wirklich selbst. Auch wenn ihr die Sicherheit des Schiffs verlassen solltet, bleibt Buddy immer an eurer Seite.

Der beste Diplomat, den ich kenne, ist eine feuerbereite Phaser-Batterie!

Denn in Jump Space steht euch nicht nur das Schiff mit mehreren Ebenen inklusive Pizza-Ofen und voll ausgestatteter Bar als frei begehbare Spielwiese zur Verfügung. Wenn es notwendig sein sollte, verlasst ihr das Schiff durch eine Luftschleuse und macht euch auf zum Weltraumspaziergang. Auf die Art stopft ihr Löcher in der Hülle von außen oder ihr lasst euer Schiff direkt vorübergehend zurück, um Asteroiden, Schiffswracks oder Raumstationen zu erkunden.

Hier mutiert das Spiel zu einem fast schon klassischen First-Person-Shooter. Eure Abenteuer könnten also damit beginnen, dass ihr in ein Asteroidenfeld springt, dort die Wachschiffe ausschaltet, schließlich landet, aus einem Lagerhaus Teile stehlt, während ihr von den Wachen beschossen werdet (und zurückschießt), und das alles am besten noch, bevor die Verstärkung anrückt, um euch den Rückzug möglichst schwer zu machen. Seid ihr mit eurer Beute zufrieden, kehrt ihr in den Weltraum zurück, setzt einen neuen Kurs und springt zum nächsten Gebiet und damit zur nächsten Mission.

Mal abgesehen von den Sprüngen gibt es keine weiteren Ladezeiten. Schiffskampf und Bodenmissionen gehen also nahtlos ineinander über. Habt ihr alle Missionen auf eurem Weg erfolgreich hinter euch gebracht, landet ihr wieder im Hangar und dürft eure gefundenen Ressourcen einsetzen, um euer Schiff aufzubessern. Das erfolgt meist über besondere geplünderte Komponenten. Wenn ihr auf einer Mission einen neuen und größeren Reaktor findet und diesen nach Hause bringt, dürft ihr ihn ab sofort auf jede Mission mitnehmen.

Momentan gibt es sieben verschiedene Ausrüstungskategorien, in denen ihr euer Schiff modifizieren könnt, wie Sensoren, Geschütztürme, Antriebe und Generatoren. Unter der Haube steckt also eine Art Roguelite, bei dem ihr euer Schiff immer weiter verbessert, um anschließend schwerere Mission mit noch besseren Belohnungen annehmen zu können.

Ob sich dieses Fortschrittssystem auf Dauer bewährt, muss sich erst noch zeigen. Andere Vertreter des Multiplayer-Koop-Raumschiff-Hyperraum-Sprung-Roguelite-Genres wie zum Beispiel Void Crew binden den Fortschritt per Skill-System an den Charakter. Der Vorteil ist, dass ihr eure Skills auch mitnehmt, wenn ihr mit einem Kumpel unterwegs seid. In Jump Space zählt nur der Fortschritt des Schiffs des Hosts.

Dennoch muss sich Jump Space nicht hinter der bereits erhältlichen Konkurrenz verstecken, denn mit den verschiedenen Missionen, Waffen und Upgrade-Möglichkeiten für das Schiff bietet Jump Space jetzt schon mehr als genug Content für etliche Abende an Space-Abenteuern mit Freunden. Und nicht einmal die “Pew! Pew!”-Geräusche muss ich noch selber machen.

Fazit

Sebastian Ruppert - Portraitvon Sebastian Ruppert
Perfekte Weltraum-Abenteuer-Happen für spaßige Koop-Abende

Jump Space liefert schon im Early Access ein ziemlich rundes Paket für Koop-Fans, die Lust auf eine Mischung aus chaotischem Raumschiff-Management, taktischen Gefechten und klassischem First-Person-Shooter haben. Der nahtlose Übergang zwischen Schiffskämpfen, Außenmissionen und das Roguelite-Fortschrittssystem machen das Spiel zu einem echten Abenteuer-Mix, der sich nicht hinter der Konkurrenz verstecken muss. Besonders stark: das Gefühl, mit Freunden spürbar zu einer Crew zu verschmelzen, die gemeinsam improvisiert, repariert und ballert, bis der Kahn auseinanderfällt.

Natürlich merkt man an manchen Stellen, dass es sich noch um ein Spiel im Early Access handelt. In Sachen technischer Feinschliff und Abwechslung in den Missionen gibt es zum Beispiel noch Luft nach oben. Aber wenn Keepsake Games die Roadmap einhält, wartet hier ein Dauerbrenner für alle Koop-Weltraum-Abenteurer.

>>Nichts für schwache Nerven: Die besten Space-Horror-Spiele<<

Unterm Strich ist Jump Space schon jetzt ein lohnenswerter Trip durch die Galaxie, der vor allem zusammen mit Freunden seine volle Stärke entfaltet. Wer das Genre mag, sollte spätestens jetzt den Hyperraumantrieb hochfahren.

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