Test - Invincible VS : Test: Eine blutige Balgerei
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Wer sich mit Comics und dazugehörigen Serien-Adaptionen beschäftigt, dem ist der Name Invincible vermutlich geläufig. Die Superhelden-Reihe brachte es als Comic ab 2002 auf 146 Ausgaben. Seit 2021 ist eine Animationsserie auf Amazon Prime verfügbar, die aktuell fünf Staffeln umfasst.
Im Mittelpunkt steht Mark Grayson, der mit 17 Jahren Superkräfte entwickelt und fortan als Invincible das Böse bekämpft. Dabei geht es ordentlich zur Sache: Während Kollegen wie Superman oder Spider-Man ihre Gegner stetst am Leben lassen, sind hier massig Blut und abgetrennte Körperteile an der Tagesordnung. Das ist keine bloße Effekthascherei, sondern soll zeigen, wie gefährlich – und mitunter tödlich – das Heldenleben sein kann.
Das (zer)fetzt!
Im Spiel stehen insgesamt 18 Charaktere aus der Vorlage bereit, unter anderem Invincible, Omni-Man, Atom Eve, Rex Splode, Robot, Dupli-Kate oder Allen the Alien. Gekämpft wird immer im Drei-gegen-drei-Modus, inklusive flotter Wechsel zwischen den Figuren und damit verbundenen Teamangriffen. Das Match endet, sobald alle Mitglieder einer Gruppe ausgeknockt sind. Dafür kommen leichte, mittlere und schwere Attacken zum Einsatz, die sich zu Kombos zusammensetzen; in der Defensive kommen verschiedene Block- und Kontermanöver zum Einsatz. Wer schon mal ein Fighting Game gezockt hat, braucht keine lange Aufwärmphase.
Grafisch wird eine farbkräftige Cel-Shading-Optik geboten, die den Flair der Serie hervorragend einfängt. Ebenfalls übernommen wurde der Gewaltgrad. Schläge, Tritte und Specials verteilen den roten Lebenssaft kreuz und quer über die Arena. Sobald die Energieleiste ausreichend reduziert ist, zerlegt die (durch normale Angriffe aufgeladene und mächtige) Ultimate Attack die Gegnerin oder den Gegner buchstäblich in Stücke. Die Moves fallen nicht so verrückt-brutal aus wie in den jüngeren Mortal-Kombat-Titeln, aber ausreichend heftig und mitunter kreativ: Zum Einsatz kommen unter anderem Felsbrocken, Auto, Hammer und Laserstrahl.
Die Parallelen zu Mortal Kombat, Injustice oder auch Killer Instinct lassen sich keinesfalls abstreiten. Tatsächlich haben einige Leute von Quarter Up, dem Studio hinter Invincible VS, an Killer Instinct für die Xbox One mitgearbeitet. Das merkt man auch dem generellen Ablauf an: Die auf Tag-Manöver und Kombinationsangriffe ausgerichteten Kämpfe gehen ein hohes Tempo und steuern sich präzise, egal welchen Charakter man gerade spielt. Sie unterteilen sich in vier Klassen: Grappler attackieren mit vernichtenden Griffen, Distanz-Fighter schleudern Projektile, Striker lassen mächtige Schläge sowie Tritte vom Stapel und Allrounder können von allem etwas.
Einfacher Einstieg
Natürlich macht es Sinn, die 18 Charaktere erstmal kennenzulernen. Dazu bietet sich das Training an, das von einfachen Tasteneingaben bis hin zu verschiedenen Tag-Möglichkeiten reicht – letztere bilden den Dreh- und Angelpunkt des Kampfsystems. Der Wechsel ermöglicht lange Angriffsketten, kann aber auch gegnerische Attacken und sogar Special Moves unterbrechen.
Das lässt schwierige Tasteneingaben vermuten, aber dem ist nicht so. Die Verbindung aus einfacher Richtungsangabe und Button-Druck reicht aus, um Punches, Kicks, Throws und Specials auszulösen, und zwar bei allen Figuren. Selbst die Ultimate-Aktion verlangt lediglich nach dem gleichzeitigen Druck auf drei Tasten. Fingerverrenkende Viertelkreis- und Halbkreis-Eingaben oder Charge-Zeiten braucht es nicht – eine angenehme Abwechslung zum Gros der Fighting Games, das den Titel zudem geeignet für Genre-Neulinge und Gelegenheitszocker macht.
Geringer Umfang
Primär an diese beiden Fraktionen richtet sich der Story-Modus, in dem eine für das Spiel geschriebene Geschichte erzählt wird. Dabei wechseln sich Zwischensequenzen und Kämpfe mit verschiedenen Figuren ab. Dank einiger Originalsprecher aus der Serie, beispielsweise J. K. Simmons als Omni-Man und Gillian Jacobs als Atom Eve, kommt rasch das richtige Invincible-Feeling auf. Leider ist das von sehr kurzer Dauer: Bereits nach rund 60 Minuten endet der völlig überhastete Plot mit einem Cliffhanger.
Weitere Singleplayer-Beschäftigung bietet ein Arcade-Modus: Je nach Auswahl bestreitet man zwischen fünf und zwölf Kämpfe, um – abhängig vom jeweiligen Team-Anführer – verschiedene Enden freizuschalten. Abgesehen davon bleiben noch Einzelkämpfe gegen die CPU im Versus-Modus. Genre-Klassiker wie Survival oder Time Attack gibt es nicht.
Wer die Online-Herausforderung mag, spielt (plattformübergreifend) schnelle Matches oder Ranglisten-Fights. Spätestens hier zeigt sich die Tiefe des vermeintlich simplen Kampfsystems, denn fähige Gegner nehmen einen mit perfekt getimten Kombos, Tag-Moves und Ultimate-Angriffen in Höchstgeschwindigkeit auseinander. Dank Wiederholungs-Funktion dürfen die eigenen Matches aber gespeichert und analysiert werden, um aus begangenen Fehlern (hoffentlich) zu lernen.
Über alle Modi hinweg bringen Erfolge kosmetische Gegenstände ein, darunter Konzeptgrafiken, Musikstücke, Kostüme, Comic-Cover und Deko-Items für die Personalisierung der Profilanzeige – hier können verschiedene Statistiken abgelesen werden, etwa die Anzahl der bestrittenen Online-Matches und der Highscore im Arcade-Modus.
Greift zu, wenn...… du zugängliche Fighting Games magst und gerne im Team kämpfst.
Spart es euch, wenn...… du mit dem 3v3-Konzept nichts anfangen kannst und üppigen Singleplayer-Umfang suchst.



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