Test - Indiana Jones und der Große Kreis : Test: Das Indy-Spiel, das wir schon immer haben wollten?
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Beäugt man die Bedeutung der Indiana-Jones-Filme, speziell des ersten und des dritten Teils, für die Welt des Entertainment, kommt man nicht umhin, dem kauzigen Archäologen eine prägende Rolle zuzusprechen. Beliebte Marken wie Tomb Raider oder Uncharted basieren im Grunde auf Indiana Jones, ebenso wie etliche Abenteuerfilme und -serien, die seit „Jäger des verlorenen Schatzes“ (1981) entstanden sind. Und natürlich gab es auch einige Videospiele, allen voran die legendären LucasArts-Adventures. Nach langer Dürrezeit gibt es nun endlich wieder ein neues Indy-Spiel und das haben wir ausgiebig unter die Lupe genommen.
Dabei unterscheiden sich Indiana Jones und seine Nachfahren durchaus. Während Lara Croft auf Akrobatik setzt, lässt Nathan Drake gern mal die Wummen sprechen. Indiana Jones steht eher für Tempo, Witz und Selbstironie mit sporadischen Ausflügen in den Slapstick. Oder wie Kollege Denis es ausdrückt: „Ich nenn das Spiel für mich schon die ganze Zeit "The original Tomb Raider". Nicht, weil es Tomb Raider nachäfft. Im Gegenteil. Indy ist mehr Grabräuber als es Lara jemals war. Er huscht nicht durch die Katakomben, sondern er erforscht sie bis ins letzte Eck hinein.“
Unsere Hoffnung war jedenfalls, dass Indiana Jones und der Große Kreis am Ende das wird, was wir uns eigentlich schon immer gewünscht haben: Ein spielbares Indiana Jones-Abenteuer mit all den Tugenden, die wir in „Jäger des verlorenen Schatzes“ oder „Der letzte Kreuzzug“ kennen und lieben gelernt haben. Die Chancen dafür standen gut, wenn man den Aussagen im Vorfeld Glauben schenken darf, und mit MachineGames wurde von Bethesda ein Studio beauftragt, das uns die Wolfenstein-Reihe beschert hat - Shooter, an denen es wirklich wenig auszusetzen gibt.
MachineGames hat eine gute Lücke in der Indy-Timeline gefunden und das Spiel im Jahr 1937 direkt nach dem ersten Film angesiedelt, was durch eine schön umgesetzte Hommage an eine der berühmtesten Szenen aus „Jäger des verlorenen Schatzes“ und einen späteren Besuch bei Indys altem Kumpel Marcus Brody deutlich wird. Das Museum, für das Indy arbeitet, wird von einer riesigen Gestalt überfallen. Schnell wird klar, dass der wahnsinnige Nazi-Archäologe Emmerich Voss (brillant gespielt von Marios Gavrilis) hinter Artefakten her ist, die die Macht des Großen Zirkels in die Hände der Nazis bringen sollen. Das muss natürlich verhindert werden, also eine typische Indy-Story.
Indys Jagd nach Voss und den Artefakten führt euch, begleitet von der Journalistin Gina, stilecht an spannende Schauplätze rund um den Globus. Der Vatikan, die Pyramiden von Gizeh und Sukhotai in Siam bilden dabei die Kerngebiete, die als halboffene Areale umgesetzt werden. Dazwischen gibt es aber auch eher lineare Verbindungen wie Shanghai oder den Himalaya. Was genau dort passiert, wird natürlich nicht verraten, nur so viel: Es gibt jede Menge Abenteuer zu erleben und ebenso viele Konfrontationen mit Voss und seinen Schergen, gepaart mit einigen mystischen Ereignissen. Indy pur eben und filmreif inszeniert.
So filmreif sogar, dass die Macher der beiden neueren Indy-Filme vor Neid erblassen müssten. Handlung, Inszenierung und Zwischensequenzen bewegen sich auf einem wahnsinnig hohen Niveau und bringen alle Elemente mit, die man von einem Indy-Abenteuer erwarten darf, von cleveren Dialogen über knackige Rätsel bis hin zu teils irrwitziger, selbstironischer Action, vielen Anspielungen auf die Filme und genau dem Humor, der uns Indiana Jones so sympathisch gemacht hat. MachineGames verstärkt das sogar noch durch ein minimalistisches HUD, das prinzipiell nur Indies Gesundheit anzeigt und alles andere nur bei Bedarf.
Besonders hervorzuheben ist die sehr gute Vertonung der deutschen Fassung. Nicht nur die Übersetzung ist einwandfrei und auf hohem Niveau, auch die Sprecher leisten hervorragende Arbeit. Neben dem bereits erwähnten Marios Gavrilis als Voss ist hier vor allem Florian Clyde als Indiana Jones hervorzuheben, der für dieses Abenteuer die allseits bekannte Stimme von Wolfgang Pampel ersetzt. Clyde macht seine Sache hervorragend und kommt der gewohnten Stimme und Ausdrucksweise sehr nahe. Und auch Maria Wardzinska als Gina leistet sich keinen schwachen Moment. Dazu noch ein gelungener Soundtrack, bei dem die ikonische Melodie nicht fehlen darf, und schon ist ein visueller Leckerbissen garantiert.
Der Sprung vom Ego-Shooter zum Semi-Open-World-Action-Adventure ist groß und herausfordernd. Aber keine Angst, MachineGames bleibt zwar der Ego-Perspektive treu, aber viel Shooter ist nicht im Spiel - das würde auch gar nicht zu Indiana Jones passen, der auch in den Filmen nur selten die Knarre zückt und sich eher auf Fäuste und Peitsche verlässt, um den Nazischurken die Fresse zu polieren. Ab und zu hüpft Indy mal nahtlos in die Third-Person-Perspektive, damit ihr Überblick beim Klettern oder in engen Durchgängen habt. Das geht so fließend, dass man es nach einer kurzen Weile kaum noch wahrnimmt.
Spielerisch erwartet euch eine bunte Mischung von allem, was zu einem zünftgigen Action-Adventure gehört. Neben einigen linearen Abschnitten gibt es große, offene Gebiete wie den Vatikan oder Gizeh. Zusätzlich zu den Story-Missionen warten Nebenmissionen auf eure Aufmerksamkeit. Dazu gehören komplette Quests, aber auch Sammelobjekte aller Art wie Artefakte, Notizen oder - ganz wichtig - Bücher. Und ab dem Vatikan-Abschnitt könnt ihr jede Menge Fotos machen. Die Neben- und Sammelaufgaben entdeckt ihr anfangs eher zufällig, aber mit dem erbeuteten Geld könnt ihr Dokumente und Bücher kaufen, die die Orte auf eurer Karte (die ihr auch erst finden müsst) markieren.
Im Gegensatz zu Spielen wie Assassin’s Creed, in denen die meisten Sammelaufgaben eher dem Zeitvertreib oder dem Auffüllen der Map dienen, haben die Sammelobjekte hier einen Sinn. Neben dem besagten Geld erhaltet ihr Abenteuerpunkte, mit denen ihr wiederum Upgrades für Indy freischalten könnt - vorausgesetzt, ihr habt das passende Abenteuerbuch entdeckt. Damit könnt ihr dann Indys Ausdauer oder Schaden erhöhen, das Inventar für Vorräte vergrößern, die Heilung verbessern und vieles mehr. Diese Quests sind natürlich völlig optional, aber gerade die Verbesserung von Indys Fähigkeiten ist sehr hilfreich.
Wer sich auf die Hauptgeschichte konzentrieren möchte, kann das natürlich auch tun und ist etwa 15-20 Stunden beschäftigt, das gesamte Spiel hat aber deutlich mehr zu bieten und dürfte locker bei 40 Stunden liegen, wenn man alles mitnimmt. Über das Reisemenü und die Funktion „Wiederholen“ kann man jederzeit zu früheren Orten zurückkehren und die Aufgaben erledigen. „Wiederholen“ ist dabei etwas missverständlich, denn im Grunde wiederholt ihr nichts, sondern reist einfach zurück und könnt jederzeit wieder in die Story einsteigen. Das ist sehr praktisch, wenn ihr irgendwo festsitzt, weil euer Indy doch zu luschig ist. Aber auch so solltet ihr die Aufgaben erledigen, denn nicht selten warten spannende Schleichpassagen oder knackige Rätsel und Umgebungserkundungen auf euch.
Apropos Schwierigkeitsgrad: MachineGames bietet zusätzlich eine ganze Reihe von Schwierigkeitsstufen, getrennt nach Action und Abenteuer. Dahinter verbergen sich mehrere Schalter. Wenn ihr zum Beispiel etwas mehr Hilfe bei den Rätseln haben wollt, könnt ihr das ebenso einstellen wie die Anzahl der Gegner, den Schaden, den sie austeilen und vieles mehr. Ihr könnt auch entscheiden, ob Questmarkierungen nur beim Öffnen der Karte in der Umgebung angezeigt werden oder permanent. Als zusätzliche Hilfe erweist sich euer Tagebuch, in dem ihr oft Notizen nachlesen könnt, die euch das Lösen von Rätseln erleichtern. Zettel und Stift solltet ihr aber trotzdem griffbereit haben, denn einige Rätsel haben durchaus Oldschool-Adventure-Charakter, vor allem wenn es sich um Chiffren oder Kombinationsrätsel handelt.
Neben der Erkundung der weitläufigen Areale und den unvermeidlichen, hervorragend inszenierten und vertonten Dialogen gibt es natürlich auch jede Menge Action in bester Indy-Manier. Wie eingangs erwähnt, ist Indy nicht der Typ, der seine Gegner mit geladener Pistole aus dem Weg räumt. Ganz im Gegenteil, der Einsatz von Schusswaffen ist meist riskant, da mehr Gegner auf euch aufmerksam werden und dann selbst schießen und Indy nicht viel einstecken kann. Sollte er doch einmal zu Boden gehen, habt ihr die Möglichkeit (sofern ihr das entsprechende Buch gefunden habt), euch durch das Aufheben des legendären Fedoras wiederzubeleben. Ansonsten wird einfach der letzte Spielstand geladen. Achtung: Es gibt nur ein Checkpoint-System mit drei automatischen Spielständen, ein manuelles Speichern ist nicht möglich.
Heimliches Vorgehen, Schleichen und unauffälliges Ausschalten von Gegnern sind viel wichtiger. Und keine Angst: Entdeckt zu werden bedeutet nicht gleich „Game Over“, in den meisten Fällen gibt es genügend Möglichkeiten zu fliehen oder sich zu verstecken. So nutzt ihr die Umgebung, umgeht die Nazi-Schergen, lenkt sie mit geworfenen Gegenständen ab oder pirscht euch an sie heran und zieht ihnen ein Rohr, eine Zange oder was auch immer ihr in der Gegen findet über den Schädel. Die Aufmerksamkeit der Gegner ist fair gestaltet und wird durch einen sich füllenden Kreis angezeigt, der euch meist genug Zeit für Gegenmaßnahmen lässt (auch das ist übrigens einstellbar). Außerdem kann man Verkleidungen finden, mit denen man sich relativ frei bewegen kann und nur von bestimmten Gegnertypen enttarnt wird, z.B. von Nazi-Offizieren, wenn man eine Wehrmachtsuniform trägt - normale Soldaten erkennen einen nicht und grüßen nur freundlich.
Die Peitsche ist für Indy ein unverzichtbares Mittel. Das gilt sowohl für den Kampf als auch für die Fortbewegung. Mit der Peitsche kann man sich stilecht über Abgründe schwingen und bis zu einem gewissen Grad abseilen oder klettern. Auch Gegenstände lassen sich damit (mit Einschränkungen) bewegen oder zerstören. Völlige Freiheit genießt ihr allerdings nicht, die Peitsche kann nur an bestimmten Stellen zur Bewegung eingesetzt werden. Im Kampf könnt ihr die Peitsche jederzeit und sehr gezielt einsetzen, sofern der Gegner weit genug entfernt ist. Ihr könnt damit Waffen aus der Hand schlagen, Gegner umwerfen oder zu euch heranziehen oder sie einfach mit Peitschenhieben vermöbeln. Das funktioniert hervorragend und sorgt für so einige sehenswerte Szenen.
Ansonsten steht ganz Indy-typisch der Faustkampf im Vordergrund - das passt auch besser zu Indy als eine geladene MP. Das Kämpfen und Klettern ist ausdauerbasiert, genauso wie das Blocken von Schlägen und das Ausweichen. Das solltet ihr immer im Hinterkopf behalten. Ihr teilt kräftig mit linken und rechten Haken aus und es ist schon ein akustischer Genuss, wie satt die Schläge klatschen. Gezieltes Schlagen ist bedingt möglich und das Feedback auf die Schläge ist hervorragend. Es ist eine wahre Freude zu sehen, wie die Gegner taumeln oder sich bei einem Treffer in die Weichteile zusammenkrümmen. Selbst die Stealth-Takedowns sind unglaublich abwechslungsreich animiert, was auch von der jeweils verwendeten Schlagwaffe abhängt.
Euer Inventar ist begrenzt. Ihr führt nur eure Peitsche und eine Pistole mit euch. Aufgesammelte Schlag- oder Schusswaffen schleppt ihr nur so lange mit euch herum, bis sie kaputt gehen (was recht schnell passiert) oder ihr sie für Kletteraktionen oder in engen Gängen ablegen müsst. Es ist wirklich eine wohltuende Abwechslung, nicht mit einem Inventar von dutzenden Schuss- und Schlagwaffen herumzulaufen. Ansonsten sammelt ihr wichtige Quest-Items ein (die kontextsensitiv eingesetzt werden können), Verbandszeug und Nahrung, mit der ihr Ausdauer und Gesundheit buffen könnt. Nach und nach kommen etwas speziellere Items hinzu, wie zum Beispiel ein Feuerzeug. Damit könnt ihr Hindernisse abbrennen, Fackeln anzünden, Umgebungen erhellen und - ganz wichtig - Nazi-Plakate verbrennen.
Aus all diesen Elementen ergibt sich eine spannende und abwechslungsreiche Mischung, die es auch dank der Gestaltung der Umgebungen sehr gut schafft, nichts zu überstrapazieren. Der Vatikan mit seinen Gebäuden erinnert manchmal an Dishonored, die Erkundung der offenen Areale an Assassin’s Creed (im positiven Sinne), das Stöbern in Ruinen und alten Gebäuden wiederum an Tomb Raider - nur alles etwas langsamer und bedächtiger, Indiana Jones ist schließlich kein so agiler Athlet wie Lara Croft.
Auch die Open-World-Abschnitte wirken nie zu groß oder aufgesetzt, da die Größe der Areale schließlich begrenzt ist, die Erkundung ihre Vorteile hat und man auch hier verschiedene Gameplay-Elemente nutzen kann. Zwischenabschnitte wie der Himalaya oder Shanghai sind linearer Natur mit teilweise ganz anderem Gameplay-Vibe und verhindern, dass ihr in einer Endlosschleife hängen bleibt. Abgesehen davon, dass ihr spielerisch ohnehin viele Freiheiten habt und euch jederzeit wieder der Hauptgeschichte und ihrer fulminanten Inszenierung widmen könnt.
Bethesda hat wie versprochen einen großen Gameplay-Deep-Dive zu Indiana Jones und der Große Kreis veröffentlicht.
Natürlich kann man sich auch einfach nur dem Sightseeing widmen, denn die Umgebungen sind mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzt und absolut sehenswert, egal ob die Paläste des Vatikans, die Ausgrabungen rund um Gizeh oder der siamesische Dschungel mit seinen schlammigen Flussläufen. MachineGames kennt sich mit der idTech-Engine bestens aus und zaubert ein beeindruckendes Abenteuer auf den Bildschirm, und das sogar mit recht guter Performance und schicker Global Illumination. Mit einigen Updates nach Release sollen auch Full Raytracing und DLSS Ray Reconstruction folgen, um dem Spiel noch mehr Glanz zu verleihen.
Das hat natürlich seinen Preis, aber auch daran haben die Entwickler gedacht und zumindest DLSS und Frame Generation integriert, wenn auch leider weder AMD FSR noch Intel XeSS. Aber immerhin: Auf einer RTX 4090 konnten wir das Spiel in 4K mit maximalen Details auch ohne DLSS und Frame Generation mit stabilen 100 Bildern pro Sekunde und mehr spielen. Mit beiden Upscaling-Features ging es sprunghaft auf 180-200 fps hoch. Mit einer RTX 4070 Ti in der Auflösung 3.440 x 1.440 im 21:9 Format waren auch Ultra Settings mit über 100 fps kein Problem.
Aufgrund der unzähligen fehlerhaften (PC-)Releases ist natürlich auch eine andere Frage interessant: Wie sieht es mit Bugs aus? Tja, da kann man nicht so eine klare Aussage treffen. Meine Wenigkeit hatte ziemlich wenig Probleme. Abstürze gab es überhaupt nicht, genauso wenig wie Quest Bugs. Was auftrat, waren hauptsächlich kleinere Clipping-Fehler, der eine oder andere Physikbug, hauptsächlich bei der Kleidung, und einige Unsauberkeiten bei der DLSS-Umsetzung, wobei wir noch keine dedizierten Game-Ready-Treiber zur Verfügung hatten, die solche Probleme in der Regel beheben.
Anders sah es bei meinem Kollegen aus, der parallel an unseren Guides für das Spiel arbeitete. Bei ihm traten immer wieder Bugs auf, die auf nicht sauber funktionierende Trigger bei Quests hindeuteten, insbesondere wenn ein NPC wie Gina beteiligt war. Dazu kamen gelegentlich schwebende Objekte. Dies konnte ich auf meinem System allerdings nicht reproduzieren. Es bleibt abzuwarten, ob noch ein Day 1 Patch folgt, der die genannten Probleme behebt. Wir haben nachgefragt, aber bisher gibt es nur die Information, dass ab dem 9. Dezember noch Full Ray-Tracing ins Spiel kommt und etwas später Ray Reconstruction.
Es ist also etwas schwierig, den Zustand des Spiels in Bezug auf Bugs sauber einzuschätzen, da es anscheinend auf verschiedenen (wenn auch ähnlichen) Systemen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommen kann. Ähnliches haben wir kürzlich bei S.T.A.L.K.E.R. 2 erlebt, das auf einem Rechner relativ sauber lief, auf einem anderen mit ähnlicher Konfiguration aber reihenweise Abstürze verursachte. Wir halten euch auf dem Laufenden.
Auf der Xbox hinterlässt Indiana Jones und der Große Kreis ebenfalls einen ziemlich guten Eindruck, vor allem auf der Series X. Die Texturen sind knackscharf, die Beleuchtung fein und stimmungsvoll, zudem werden stabile 60 fps beim Gameplay gehalten. Zwar nicht in 4K sondern meist 1800p mit dynamischer Skalierung, aber es sieht damit prachtvoll aus. Seltsamerweise gibt es immer mal wieder kleinere Ruckler und Nachzieher in den Zwischensequenzen und beim Übergang von Gameplay zu Cutscenes - da ist wohl noch ein Patch fällig. Stabile 60 fps gibt es sogar auf der Series S, die grafischen Abstriche die nötig waren, um dies zu erreichen, sind allerdings deutlich sichtbar.
Update 10. Dezember 2024:
Mit Update 1 vom 8. Dezember hat MachineGames dem Spiel noch etwas Gutes getan, denn nun ist auch Full Ray Tracing auf NVIDIA-Grafikkarten ein Thema. Gab es zuvor "nur" Global Illumination in zwei Stufen, gibt es nun auch eine Path Tracing Option in vier Stufen, die allerdings nur bei wirklich starken Grafikkarten wirklich sinnvoll einsetzbar ist. Dazu gehören unter andereem RT-Sonnenschatten, RT-Reflexionen, indirekte RT-Beleuchtung und verbesserte Vegetationsanimation.
Das hat allerdings seinen Preis und zwingt ohne Upscaler sogar eine RTX 4090 beinah in die Knie. Mit maximalen Grafikeinstellungen und vollem RT sackt die Framerate bei 4K von gut über 100 fps runter auf 50 fps plus/minus ein paar Frames. Ohne DLSS und Frame Generation wird richtig flüssiges Spielen damit eher schwierig, wobei natürlich noch genügend Optionen vorhanden sind, um die Qualität anzupassen, um auch mit einer RTX 4070 Super/Ti oder 4080 in den Genuss zu kommen. Mit DLSS auf Qualität und aktivierter Frame Generation kamen wir mit unserer RTX 4090 aber auf stabile 90 bis 115 fps und der visuelle Zugewinn ist zwar nicht überwältigend, aber deutlich sichtbar.
Wer genügend Power im Rechner hat, sollte darauf nicht verzichten. Problematisch ist weiterhin, dass andere Upscaler als DLSS noch nicht unterstützt werden. Immerhin hat MachineGames aber bereits bestätigt, dass AMD FSR in einem kommenden Update ergänzt werden soll. Anscheinend gibt es da einen zeitlich limitierten Deal mit NVIDIA.
Greift zu, wenn...… ihr ein Abenteuer erleben wollt, dass Indiana Jones und den Filmen in allen Belangen gerecht wird und eine überaus unterhaltsame Mischung aus Tomb Raider, Dishonored und zu gewissen Teilen auch Assassin’s Creed bietet.
Spart es euch, wenn...… ihr viel und gerne ballert.






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