Länderauswahl:
Du wurdest von unserer Mobile-Seite hierher weitergeleitet.

Special - Gaming-Tastaturen: Standard, Mini oder TKL? : Es kommt eben doch auf die Größe an

    Von  |  | Kommentieren

    Mehr Tasten, mehr Kontrolle – oder doch mehr Chaos? Gaming-Tastaturen gibt’s in allen Formen und Größen. Doch welche passt wirklich auf euren Schreibtisch – und zu eurem Spielstil? Ein Tasten-Check zwischen Vollausbau, abgespeckter Mittelklasse und ultra-kompakten Mini-Boards.

    Mechanische Gaming-Tastaturen sind neben der Maus unerlässlich auf dem digitalen Schlachtfeld, sofern man nicht (nur) zu den Gamepad-Zockern gehört. Ob FPS, MMO oder gepflegtes Strategie-Gefummel: Wer seine Eingaben schnell, präzise und zuverlässig ins Spiel bringen will, achtet längst nicht nur auf die Switches oder RGB-Effekte. Auch Layout und Formfaktor der Tastatur selbst – also wie viele Tasten und wie sie angeordnet sind – spielen eine zentrale Rolle. Und da gibt es mittlerweile drei Lager: Fullsize-Fans, TKL-Taktiker und Mini-Minimalisten.

    Abgespeckte Tastaturen gibt es schon länger, aber erst in den letzten paar Jahren ist daraus ein Trend entstanden. Ursprünglich kamen TKL-Layouts vor allem aus dem professionellen Arbeitsumfeld, etwa für Entwickler oder Vieltipper, die mehr Platz für Mausbewegungen oder ergonomische Setups brauchten. Im Gaming-Kontext waren sie dagegen lange Zeit Exoten – bis einige Hersteller auf die Bedürfnisse von Esportlern und LAN-Fans reagierten.

    Waren es zu Beginn noch spezialisierte Hersteller wie Filco, Leopold oder Ducky, sind mittlerweile auch große Hersteller wie Razer, Logitech, Steelseries oder Corsair auf den Zug aufgesprungen und bieten unterschiedlichste Modelle an. Werfen wir mal einen Blick auf die Vor- und Nachteile der verschiedenen Bauformen.

    Die Standard-Tastatur (100%): Der Allrounder mit Num-Block 

    Die klassische Fullsize-Tastatur mit ihren 104/105 Tasten ist der Goldstandard unter den Eingabegeräten. Funktionstasten, Ziffernblock, Pfeiltasten, Insert/Home/Page-Block – alles da, alles erreichbar. Für Büroarbeit ideal, für Excel-Fetischisten unerlässlich und bei Simulationsspielen wie Euro Truck Simulator 2, Microsoft Flight Simulator oder Football Manager ein willkommener Komfort. Doch genau dieser Komfort hat seinen Preis: Platz.

    Wer sich einmal dabei ertappt hat, wie die Maus an die Gehäusekante schabt, weil rechts von der Tastatur kaum noch Spielraum bleibt, weiß, was ich meine. Fullsize-Modelle wie die Corsair K70 RGB Pro, SteelSeries Apex Pro oder die Razer BlackWidow V4 Pro bringen alles mit – inklusive stattlichem Format (noch mehr mit Handballenablage) und Gewicht. Für kompakte Setups oder Low-DPI-Spieler kann das zum Nachteil werden – denn wer weiter ausholen muss, braucht Platz.

    TKL (Tenkeyless): Die goldene Mitte 

    Der TKL-Formfaktor (Tenkeyless) verzichtet auf den Nummernblock und spart damit rund 20% Breite gegenüber dem Fullsize-Modell. Klingt nach wenig, fühlt sich aber direkt besser an – vor allem, wenn ihr eurer Maus gern etwas mehr Platz gönnt. Klassiker wie CS2, Valorant oder Overwatch 2 profitieren direkt davon: entspanntere Armhaltung, mehr Bewegungsfreiheit. Die Logitech G Pro X TKL, die HyperX Alloy Origins Core oder die Glorious GMMK TKL zählen zu den beliebtesten Modellen in diesem Segment.

    Auch der Schreibtisch wirkt bei TKL-Tastaturen aufgeräumter, was vor allem Streamer und Content Creators mit engen Setups zu schätzen wissen. Der einzige echte Nachteil: Wer viel tippt, kalkuliert oder Makros auf den Num-Block gelegt hat, muss umdenken. Für die Arbeit sind die TKL-Tastaturen nur dann geeignet, wenn ihr wenig Zahlen eintippen müsst.

    60%-Keyboards: Reduktion auf das Minimum

    Die sogenannten 60%-Tastaturen oder Minis lassen alles weg, was nicht bei drei auf den Bäumen ist: Nummernblock? Weg. Pfeiltasten? Versteckt hinter FN-Funktionen. Funktionstasten? Ebenfalls nur über Mehrfachbelegung. Was bleibt, ist ein ultrakompaktes Layout, das ungefähr die Größe von zwei Scheiben Toast hat und damit den Minimalismus auf die Spitze treibt.

    Klarer Vorteil: maximale Bewegungsfreiheit für die Maus, ideales Packmaß für LAN-Partys oder mobile Setups – und in der Ästhetik-Sparte natürlich ganz weit vorn. Modelle wie die Razer Huntsman Mini, Ducky One 2 Mini, Wooting 60HE oder die Cooler Master SK622 zeigen, dass kleine Bretter trotzdem ganz groß rauskommen können – wenn man sich an die FN-Gymnastik gewöhnt.

    Aber das ist der Knackpunkt: Für MMO-Spieler oder Hotkey-Fanatiker ist das 60%-Layout oft ein Krampf. Auch produktives Arbeiten wird zur Geduldsprobe, sobald Pfeiltasten oder "Entf" nur noch via Tastenkombination erreichbar sind. Wer aber sowieso alles auf WASD und ein paar Quick-Casts reduziert, findet hier ein schnörkelloses und oft auch besonders stylishes Gaming-Werkzeug.

    Was passt zu wem?

    Wie so oft hängt die ideale Wahl von eurem Spielverhalten – und eurem Platzangebot – ab. Wer viel Wert auf Produktivität oder Simulations-Komfort legt, fährt mit einer Fullsize-Tastatur besser. Shooter-Fans, die Wert auf Präzision und Ergonomie legen, sollten sich TKL-Tastaturen ansehen. Und wer extrem reduzierte Setups liebt oder einfach nur das nächste stylische Piece für den Gaming-Schrein sucht, wird bei den 60%-Boards glücklich.

    Für Enthusiasten, die ganz genau wissen, was sie wollen, gibt’s inzwischen auch Zwischenformen: 65%- und 75%-Keyboards behalten zumindest Pfeiltasten und einige Navigationstasten bei – beispielsweise bei der Keychron K6 oder der Akko 3068B.

    Die Größe ist nicht alles – aber sie entscheidet oft darüber, wie angenehm und effizient ihr zockt. Tastaturen sind längst mehr als nur Eingabegeräte, sie sind Teil eures Gaming-Ökosystems. Wer sich ernsthaft mit seiner Hardware auseinandersetzt, sollte also nicht nur Switches und RGB-Modi vergleichen, sondern auch das Format hinterfragen.

    In meiner Brust schlagen quasi zwei Herzen. In der Redaktion komme ich um eine Fullsize-Tastatur nicht herum. Die Arbeit besteht eben nicht nur aus Zocken, sondern auch organisatorischen Kram, Bild- und Videobearbeitung und Office-Anwendungen. Zuhause hat es sich eine TKL gemütlich gemacht. Rein fürs Zocken würde auch eine Mini reichen, da ich am PC eh fast alles mit Gamepad spiele und komplexer zu bedienende Genres wie Simulationen oder Strategie ohnehin nicht so meine Baustelle sind - bin nunmal eher der Rollenspieler. Zumal eine kabellose Mini auch prima auf den Couchtisch passt, sollte ich mal mit dem PC über die Glotze statt dem Monitor zocken. Da ich jedoch immer mal wieder auch im Home Office arbeite, aber relativ wenig Platz habe, ist die TKL für mich der beste Kompromiss.

    Könnte dichinteressieren

    Kommentarezum Artikel