Test - Fimbul : Der kleine Bruder von God of War

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Ein viel zu langer Winter hat nicht nur die Umgebung in Eis verwandelt, sondern auch die Herzen der Menschen. Als Auserwählter müsst ihr euch nun auf eine beschwerliche Reise durch das Land der Wikinger begeben, um die Menschen vor einem alles vernichtenden Krieg zu retten. Eine ordentliche Prise Skills, Hack-’n’-Slay-Action und ein zauberhafter Baum, der euch Entscheidungen überdenken lässt, inklusive.

Obwohl es langsam Frühling wird, möchten wir euch heute ein eher frostiges Spiel vorstellen. Das Wikinger-Game Fimbul kommt vom kleinen Kopenhagener Entwickler Zaxis Games und wird in wenigen Tagen von Publisher Wild River auch in Deutschland und für alle aktuellen Konsolen sowie PC veröffentlicht.

Was ist Fimbul?

Aber was macht man eigentlich als Wikinger den ganzen Tag in der Eiseskälte? Das sollte euch eigentlich die Eröffnungssequenz verraten. Doch die in Sprechblasen erzählte Geschichte aus der nordischen Mythologie klingt wie mit dem Google-Übersetzer in unsere Sprache transferiert und ist daher nahezu unverständlich – bis wir nach kurzer Zeit feststellten: mit voller Absicht. Lasst ihr euch darauf ein, fängt die Erzählung schnell an, Stimmung aufzubauen.

Der ungewöhnliche Name „Fimbul“ leitet sich übrigens vom mythologischen Fimbulwinter ab. Darunter ist eine Art Eiszeit zu verstehen, die über mehrere Jahre hinweg andauert und als Vorbote der Götterdämmerung Ragnarök gilt.

Der Winter in Fimbul ist nicht nur sehr lang, sondern scheint auch die Menschen zu verändern. Sie werden aggressiv und blutrünstig. Das geht sogar so weit, dass sie nicht mal vor ihrem eigenen Blut haltmachen.

Kveldulver, der Auserwählte

Ihr schlüpft in die Haut eines Berserkers mit langem Bart. Sein voller Name ist noch schwerer auszusprechen als der eines Ikea-Möbelstücks. Doch mit derlei Überlegungen solltet ihr euch nicht lange aufhalten, denn das Haus, in dem ihr euch befindet, steht in Flammen. Also schnappt ihr euch euer Schwert und bahnt euch einen Weg ins Freie.

Kurz darauf geht es auch schon in den ersten Kampf gegen menschliche Gegner, die sich mit ein paar Schwerthieben schnell besiegen lassen. Ein Kinderspiel! Zumindest, bis ihr auf ihren Anführer trefft, der dem Protagonisten Kveldulver wohlbekannt ist. Bei eurem ersten großen Gegner handelt es sich um den eigenen Bruder, der das Schwert gegen euch erhebt. Ein Anfänger, wie ihr einer seid, schafft es nicht, gegen ihn zu bestehen, und so fallt ihr leblos zu Boden.

Fimbul - Announcement Trailer
Im Action-Abenteuer Fimbul versucht ihr als Wikinger-Krieger, den Untergang der Welt zu verhindern.

Natürlich ist das Spiel nach fünf Minuten noch nicht ansatzweise vorbei. Als Auserwählter werdet ihr nämlich einfach wiederbelebt, um den Untergang der Welt aufzuhalten. Damit das gelingt, müsst ihr ein Amulett verstecken. Klingt schon fast ein bisschen zu einfach. Doch lasst euch nicht täuschen, das Hack ’n’ Slay hat es in sich. Zahlreiche Schlachten in eisiger Umgebung warten nur darauf, dass ihr sie schlagt.

Raue Wikinger im Comicstil

Optisch erinnert das Abenteuer in der Kälte an ein Comicbuch in einem Endzeitszenario. Der Look ist typisch für einen Indie-Titel: irgendwie außergewöhnlich und mit einem gewissen Wiedererkennungswert. In dieser Welt scheint es dauerhaft zu schneien, was die Optik stimmungsvoll, aber auch leicht verwaschen macht. Die Story wird durch regelmäßig eingeblendete comicartige Sequenzen erzählt.

Besonders interessant an Fimbul sind die verschiedenen Gameplay-Ansätze. So gibt es eine Passage am Anfang, in der ihr die jüngere Version von Kveldulver spielt und dabei sogar sterben könnt. Im Unterschied zu anderen Spielen ladet ihr dann aber nicht einfach einen Checkpoint, sondern werdet wie bereits zuvor nach dem Kampf gegen den eigenen Bruder wiederbelebt. Das übernehmen die Nornen, die die Fäden des Schicksals neu spinnen. Andere Abschnitte im Spiel wiederum erfordern ein bisschen Köpfchen und Kombinationsgabe bei kleinen Rätseln und Adventure-Passagen. Eine nette Abwechslung zum recht einfach gehaltenen Kampfsystem.

Doch so simpel das ausfallen mag, eines ist klar: Button-Masher kommen hier nicht weit. Wichtig sind vor allem die Ausweichrollen und das geschickte Manövrieren mit Schild und Schwert. Außerdem könnt ihr Artefakte nutzen, um noch stärker zu werden und gegen die Riesen zu bestehen. Mit ihnen ist nämlich nicht zu spaßen.

Fimbul bietet euch die Möglichkeit, verschiedene Waffen zu nutzen, sodass auch der Kampfstil variiert. Mit einem Speer sieht eure Taktik sicherlich anders aus als mit einer kräftigen Axt. Allerdings ist es schade, dass die Anzahl der Waffen doch eher begrenzt ist. Als Auserwählter habt ihr jedoch das eine oder andere Ass im Ärmel.

Ihr ahnt es sicher schon: Kveldulver nutzt eine Menge Kombos im Kampf. Im Laufe der Geschichte kommen stetig neue Aktionen hinzu, sodass ihr den Gegnern schon nach wenigen Stunden mit verschiedenen Tastenreihen kräftig einheizt. Das funktioniert aber nur, wenn die entsprechende Leiste voll ist. Sie dient außerdem dazu, spezielle Skills zu aktivieren. Eine auf dem Schlachtfeld platzierte Fahne beispielsweise heilt euren Helden, solange er sich in einem entsprechenden Radius aufhält. Magisch!

Der magische Lebensfaden

Ein besonderes Feature von Fimbul ist der Lebensfaden, der von den Nornen gesponnen wird. Er erinnert an eine Zusammenfassung, wie wir sie aus entscheidungsfreudigen Spielen wie Life is Strange oder Detroit: Become Human kennen.

An einigen Stellen im Spiel könnt ihr nämlich selbst entscheiden, in welche Richtung sich die Geschehnisse entwickeln sollen.

Um später nachzusehen und zu testen, was ihr hättet anders machen können, gibt es den Zeitlinienbaum. Er zeigt euch genau an, welche Entscheidungen ihr während der Story getroffen habt und welcher Weg sich dadurch geebnet hat. Fimbul speichert kurz vor einer Entscheidung immer in einem separaten Slot ab, sodass ihr an diese Stelle zurückkehren könnt, um einen neuen Weg einzuschlagen.

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