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Preview - Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake : Angespielt: Das Fatal-Frame-II-Remake ist schärfer als je zuvor

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Als Fatal Frame (in Europa auch Project Zero) Anfang der 2000er erschien, war das Survival-Horror-Genre bereits fest in der Hand von Resident Evil und Silent Hill. Doch statt Munition und Monster setzte Entwickler Tecmo auf eine ungewöhnliche Idee: Wer überleben wollte, musste Geister fotografieren. Die Camera Obscura wurde zum Herzstück der Reihe und zum Grund, warum Fatal Frame bis heute einen eigenen Platz im Horrorkanon als “Dieses Horrorspiel mit der Kamera” hat.

Das Remake von Fatal Frame II: Crimson Butterfly erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem japanischer Horror gerade wieder Hochkonjunktur hat. Neue Projekte rund um Silent Hill, Resident Evil und Fatal Frame erscheinen fast zeitgleich – ein Revival, wie es das Genre lange nicht erlebt hat. Dass ausgerechnet Crimson Butterfly zurückkehrt, wirkt logisch, denn der 2003 veröffentlichte zweite Teil gilt vielen Fans als emotionalster und atmosphärisch dichtester Eintrag der Serie.

Who you gonna call? Twin sisters!

Die Geschichte folgt den Zwillingsschwestern Mio und Mayu (15 Jahre alt), die sich eigentlich nur einen gemütlichen Tag im Wald machen wollten. Heutzutage schwierig vorzustellen, aber 1988 gab es halt noch kein Fortnite oder Roblox. Dabei stolpern sie über eine alte, verlassene Siedlung, welche sich als das legendäre Geisterdorf Minakami Village herausstellt.

Von dem Wahrheitsgehalt der Legenden können sich die beiden dann auch gleich aus nächster Nähe überzeugen, denn mal abgesehen davon, dass es überall aussieht, als sei die Straßenreinigung das letzte Mal vor hundert Jahren vorbeigekommen (was ja wahrscheinlich sogar stimmt), ist das Dorf auch sehr be-geistert (im Sinne von “von Geistern bevölkert“).

Mayu scheint ihre Überlebenstechniken in gruseligen Situationen von Scooby Doo gelernt zu haben, denn bereits nach kurzer Zeit trennt sie sich von ihrer Schwester und läuft wie besessen tiefer ins Dorf hinein. Zurück bleiben Mio, also auch wir als Spieler, und ein ganzes Kaff voller Geister, die uns ans Leder wollen. Zum Glück sind da auch noch diese leuchtenden roten Schmetterlinge, die uns leiten und sicherlich nichts Böses im Sinn haben.

Deus Ex Camera Obscura

Mio ist aber nicht vollkommen schutzlos, denn immerhin hat sie eine Kamera. Das zentrale Gameplay-Element und Markenzeichen der Reihe bleibt auch im Remake unverändert erhalten. Die Camera Obscura, welche zufälligerweise im Dorf herumliegt, ist keine Waffe, sondern ein Werkzeug, das Mut belohnt und Feigheit bestraft. Geister lassen sich nur bannen, wenn man sie durch den Sucher der Kamera ins Visier nimmt und idealerweise im letzten Moment abdrückt, wenn sie einem schon viel zu nahe gekommen sind, um maximalen Schaden anzurichten.

Die Neuauflage behält diese Idee bei, verfeinert sie aber mit Zoom-, Fokus- und Filteroptionen, die spürbaren Einfluss auf das Spiel haben. Die Kamera fühlt sich dadurch eher wie ein Instrument an, das man lernen muss, statt wie ein simples Gadget. Einfach draufhalten reicht nicht – wer Punkte will, muss Timing, Position und Nervenstärke unter Kontrolle bringen. Ein bisschen erinnert das tatsächlich an eine Runde Pokémon Snap, nur mit deutlich weniger niedlichen Motiven.

Ganz ohne Probleme bleibt das System trotzdem nicht. Schon im Original war das Kampfsystem der schwächste Punkt, und auch im Remake kann es Einsteiger frustrieren. Geister teleportieren sich, greifen unerwartet an oder regenerieren plötzlich ihre Energie. Verpasst man den perfekten Moment, richtet selbst ein guter Treffer kaum Schaden an. Das sorgt in längeren Gefechten schnell für zähe Passagen – und lässt die rund zehn Stunden Spielzeit gelegentlich länger wirken, als sie eigentlich ist.

Die Geister, die ich rief

Optisch ist Crimson Butterfly mehr als nur ein frischer Anstrich. Neue Texturen, überarbeitete Beleuchtung und modernisierte Animationen verleihen dem Spiel ein deutlich zeitgemäßeres Erscheinungsbild. Schatten wirken tiefer, Räume lebendiger (oder eben toter), und Geister treten subtiler in Erscheinung.

Auch beim Spielfluss wurde nachgeschärft. Bewegungen fühlen sich flüssiger an, Komfortfunktionen erleichtern die Navigation, ohne den Survival-Horror zu verwässern. Fatal Frame bleibt bewusst langsam und beklemmend. Es will kein Actionspiel sein und genau das macht seinen Reiz aus.

Das Remake von Crimson Butterfly ist deshalb kein lautes Horror-Spektakel, sondern ein schleichendes Unbehagen. Statt Explosionen gibt es flackerndes Kerzenlicht, statt Maschinengewehren eine zittrige Kamera und genau diese Mischung sorgt dafür, dass der Schrecken länger nachhallt als jeder Jumpscare.

Fazit

Sebastian Ruppert - Portraitvon Sebastian Ruppert
Alte Geister durch neue Linsen

Das Remake von Fatal Frame II: Crimson Butterfly zeigt eindrucksvoll, warum die Reihe bis heute Kultstatus genießt. Die Geschichte der Schwestern Mio und Mayu funktioniert noch immer, weil sie weniger auf Schockmomente setzt als auf Trauer, Schuld und diese unangenehme Stille zwischen zwei Herzschlägen. Die modernisierte Präsentation hebt Atmosphäre und Inszenierung deutlich an, ohne den melancholischen Kern zu verlieren. Gleichzeitig merkt man, dass manche Mechaniken schon im Original sperrig waren und auch in der Neuauflage nicht komplett glattgebügelt wurden.

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Unterm Strich ist Crimson Butterfly kein spektakulärer Neustart, sondern eine liebevolle, respektvolle Rückkehr. Für Fans der Reihe ein Pflichttermin, für Horror-Neulinge eine ungewöhnliche, aber faszinierende Alternative zu den üblichen Shotgun-Schrecken von Resident Evil oder Silent Hill.

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