News - Hasbro : Milliarden-Investition für AAA-Singleplayer-Titel wie Exodus
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Während weite Teile der Videospielindustrie nach wie vor dem Traum vom nächsten großen, dauerhaft profitablen Service-Spiel hinterherjagen, schlägt der Spielzeug- und Brettspielriese Hasbro einen komplett entgegengesetzten Kurs ein. Wie Konzernchef Chris Cocks in einem ausführlichen Interview verriet, hat das Unternehmen seit dem Jahr 2018 fast eine Milliarde US-Dollar in den Aufbau einer eigenen Gaming-Sparte gesteckt. Das Bemerkenswerte an diesem Mammut-Investment: Keines der internen Projekte, die sich derzeit in der Pipeline befinden, setzt auf ein Live-Service-Modell. Stattdessen konzentriert sich Hasbro vollständig auf klassische AAA-Premium-Erlebnisse für PC und Konsolen.
Hinter der gewaltigen Summe steckt eine langfristige Strategie. Seit 2018 hat Hasbro über seine Firmentochter Wizards of the Coast im Stillen ein Netzwerk aus sechs eigenen Entwicklungsstudios und einer zentralen Publishing-Organisation in Montreal aufgebaut. Im Fokus der Produktionen stehen die zugkräftigen Traditionsmarken des Hauses, allen voran Dungeons and Dragons, Magic: The Gathering sowie Transformers.
Die ersten beiden großen Früchte dieser Arbeit sind bereits fest für das Jahr 2027 eingeplant: Zum einen das ambitionierte Sci-Fi-Rollenspiel Exodus von Archetype Entertainment und zum anderen das frisch angekündigte D&D-Action-Adventure Warlock, das bei Invoke Studios entsteht. Beide Titel orientieren sich an traditionellen Singleplayer-Tugenden mit festem Preis und einem Umfang von 40 bis 50 Stunden.
In dem Interview begründete Konzernchef Chris Cocks die strikte Ablehnung von Live-Service-Modellen mit einer pragmatischen Risiko-Nutzen-Rechnung. Zwar räumte er ein, dass man mit einem extrem erfolgreichen Service-Shooter oder einem Mobile-Hit theoretisch Milliarden verdienen könne. Die statistische Chance auf einen solchen Mega-Erfolg liege im aktuellen, völlig übersättigten Markt jedoch im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Scheitere ein solches Projekt, stehe man am Ende mit leeren Händen da. Wenn man hingegen einem talentierten Team faire Budgets und genügend Zeit für ein traditionelles, in sich geschlossenes Spiel gebe, mache man vielleicht keine astronomischen Gewinne, fahre aber die weitaus sicherere Schiene.
Laut Cocks ist die Wahrscheinlichkeit, die reinen Produktionskosten bei einem klassischen Premium-Titel wieder einzuspielen, ungleich höher. Selbst Spiele, die kommerziell hinter den Erwartungen zurückbleiben, würden erfahrungsgemäß immer noch 50 bis 70 Prozent der investierten Gelder durch reguläre Verkäufe wieder einbringen. Zudem sieht der Hasbro-Chef eine anhaltend hohe und stabile Nachfrage nach guten, traditionellen Spielen, die den Käufern für ihr Geld ein fertiges und rundes Erlebnis bieten, ohne sie mit täglichen Quests, Battle Passes oder Mikrotransaktionen zu gängeln.
Dass Hasbro die Lücke füllen möchte, die andere Publisher durch ihren Fokus auf reine Online-Plattformen hinterlassen haben, verspricht erstklassigen Nachschub für Fans von packenden Geschichten. Mit dem nahenden Start der Großprojekte im nächsten Jahr wird sich zeigen, ob die mutige Milliarden-Wette des Spielzeug-Giganten aufgeht.

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