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Preview - Exoborne : Angespielt: Für diesen Shooter müsst ihr den Wetterbericht beachten

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In Zeiten von globaler Erwärmung und Klimawandel wirkt die Prämisse von Exoborne fast schon erschreckend realitätsnah. Den spannenden Ansatz eines dynamischen Wettersystems garniert das Entwicklungsstudio Sharkmob mit Exosuits und dem Extraction-Shooter-typischen Nervenkitzel. Insgesamt handelt es sich hier im einen spannenden Mix, allerdings gehen einige Elemente ordentlich in die Windhose.

Mein Rucksack ist bis zum Platzen mit Beute gefüllt und der Exfiltrationspunkt liegt in greifbarer Nähe. Die 200 Meter Luftlinie erweisen sich aber nicht als Sonntagsspaziergang, im Gegenteil. Aus dem dichten Sandsturm heraus vernehme ich Schüsse. Ein anderer Squad scheint bereits einen Helikopter angefordert zu haben und liefert sich hitzige Gefechte mit NPCs. Mir bleibt also nichts anders, als mich vorsichtig anzuschleichen und in letzter Sekunde in das Fluggerät zu springen – diese Gedanken gehen mir noch durch den Kopf, als mich eine Kugel seitlich in selbigen trifft und meinen Ausflug vorzeitig beendet.

Flucht als Spielziel

Letztlich lautet eure Direktive bei Exoborne auch nicht anders als bei Genre-Größen wie Escape from Tarkov: Sammelt möglichst viel wertvollen Kram sowie Waffen und Rüstungen ein und verzieht euch möglichst unbeschadet aus der Kampfzone. Dabei stellen sich euch allerdings nicht nur NPC-Soldaten in den Weg, auch andere Spielerinnen und Spieler trachten euch nach Loot und Leben.

Zur Wehr setzt ihr euch mit den üblichen Verdächtigen einer jeden gut sortierten Waffenkammer. Allerdings leiden sämtliche Gewehre, Maschinenpistolen und Schrotflinten unter dem laschen Trefferfeedback. Ohne Hitmarker merkt man teilweise gar nicht, ob sich ein Gegner jetzt wirklich eine Kugel gefangen oder man doch selbst ein paar blaue Bohnen geschluckt hat.

Eher ein persönliches Problem ist außerdem das Zielen via Kimme und Korn: Es fühlt sich für mich einfach ungelenk an, wenn ein Third-Person-Shooter plötzlich in die First Person umschaltet, wenn ich die Feinde genauer ins Visier nehmen will. Für die Übersicht erweist sich das fraglos als besser, aber The Division zeigte beispielsweise, wie eine gute Schultersicht funktioniert.

Voll durch den Wind

Großes Augenmerk legen die Entwicklerinnen und Entwickler von Sharkmob auf ihr Wettersystem und das aus gutem Grund: Es stellt das größte Alleinstellungsmerkmal vom ansonsten eher austauschbar wirkenden Exoborne dar. Der Story nach gab es auf der Erde massive Umweltkatastrophen, die eine bösartige Firma für ihre unmoralischen Zwecke ausnutzte, und entsprechend zerstört ist die Welt nun. Auch wenn das eigentliche Spiel einige Jahre nach dem großen Kataklysmus stattfindet, treten noch immer Wetteranomalien auf. Diese nutzt ihr entweder zu eurem Vorteil oder erlebt einige unschöne Überraschungen.

So bedeutet Regen zwar keine unmittelbare Gefahr, dennoch schränkt er Sicht und Gehör ein, was Gegnern Möglichkeiten für Überraschungsangriffe offenbart – euch aber natürlich ebenfalls. Auch Nebel und Sandstürme trüben die Sinne. Die wohl spannendsten Naturphänomene während meiner Anspielsitzung waren aber die Tornados. Abgesehen vom Lärm taugen sie nämlich auch zur Fortbewegung.

Denn ein jeder Exosuit kommt mit einem serienmäßigen Gleitschirm. Springt ihr also in unmittelbarer Nähe einer Windhose in die Luft und aktiviert ihn, schleudert es euch mehrere Meter in die Luft und ihr legt schnell viele Meter zurück. Das taugt gleichermaßen für Überraschungsangriffe wie auch schnelle Sprints hin zum Exfiltrationspunkt. In Kombination mit dem Greifhaken ergeben sich dadurch die bisher spaßigsten Momente von Exoborne.

Schnell steigt der Puls nach oben, wenn ihr mitten in einem Sturm feindliche Soldaten und Soldatinnen erblickt und noch überlegt: Haben sie mich gesehen? Greife ich an? Halte ich mich bedeckt? Lohnt sich der Loot? In solchen Momenten kommen die Stärken von Extraction-Shootern zum Tragen, an anderer Stelle flacht das Erlebnis aber wieder massiv ab.

Sesam, öffne dich

Die beste Beute erwartet euch in speziellen Untergrund-Bunkern, in denen es besonders starke Waffen oder gelegentlich auch einen frischen Exosuit und jede Menge Cash gibt. Allerdings sind deren Tore natürlich nicht durchgehend geöffnet. Zunächst gilt es nämlich, die erforderliche Zugangsberechtigung zu erlangen. Dazu sucht ihr nach speziellen Datenpunkten und haltet euch eine gewisse Zeit in deren Nähe auf. Habt ihr genügend davon abgeklappert, steigt eure Sicherheitsfreigabe.

Das fällt vergleichsweise öde aus und motiviert entsprechend wenig zum Sammeln der nötigen Punkte. Vielmehr neigen viele Spielerinnen und Spieler dazu, vor den Bunkern zu campen und euch einfach nach getaner Arbeit abzufarmen. Das gehört zwar irgendwie auch zum Genre dazu, frustet aber bisweilen doch sehr. Hier muss Sharkmob zusehen, die eigentliche Erkundung belohnender ausfallen zu lassen.

Fazit

Dennis Hilla - Portraitvon Dennis Hilla
Ein Extraction-Shooter mit einem interessanten Kniff, der nicht über die Schwächen hinwegtäuscht

Bisher wollte es noch keinem Spiel gelingen, Escape from Tarkov auch nur im Ansatz gefährlich zu werden. Weitestgehend konkurrenzlos hockt der Titel auf dem Thron der Extraction-Shooter, trotz zahlreicher Konkurrenten diverser Hersteller. Aber den Nervenkitzel und durchdachten Spielaufbau des Originals zu replizieren, schaffte einfach niemand. Exoborne bietet durch die Wettermechanik zwar einen interessanten Ansatz, flacht aber an vielen anderen Stellen zu stark ab.

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Dem Waffenhandling fehlt es an Wucht, und die Karte wirkt vielmehr zufällig zusammengewürfelt, als dass sie das Gefühl erzeugt, mich durch eine von Umweltkatastrophen gebeutelten Umgebung zu bewegen. Die zufällig auftretenden Unwetter sorgen immerhin für eine Spannungskomponente, diese gleicht die anderweitigen Verfehlungen des Spiels aber nur bedingt aus. Exoborne erzeugt zwar einen gewissen Nervenkitzel, setzt dafür aber zu sehr auf die immer gleichen Mechaniken und auch das Loot muss für eine ernsthafte Überlebenschance des Shooters deutlich besser und spannender ausfallen. Es bleibt abzuwarten, was Sharkmob auf Basis des Playtests ändert.

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