Test - Epson EF-72 : Test: Kompakter Projektor für Streaming und Gaming
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Bereits bei der Lieferung sind wir erstaunt: Da steht keine große und schwere Verpackung vor uns, sondern ein sehr kompakter Karton, den man beinahe auf dem Gepäckträger seines Fahrrads transportieren könnte. Flexibilität gehört definitiv zu den größten Stärken des rund 1350 Euro teuren Projektors.
Im Juni und Juli findet die Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika statt. Public Viewing dürfte dann wieder hoch im Kurs stehen. Wer darauf keine Lust hat, veranstaltet mit dem Epson EF-72 einfach seine eigene Fußball-Party – auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten. Dank des geringen Gewichts von vier Kilogramm steht der Projektor selbst auf kleinen Tischen sicher; alternativ platziert man ihn einfach auf dem Boden. Eine LED-Leiste an der Unterseite sorgt dabei für warme Farben – ein nettes Plus an Atmosphäre.
Da sich das Gerät um 90 Grad nach oben kippen lässt, ist sogar eine Deckenprojektion möglich. Das klingt wenig praktikabel, funktioniert jedoch sehr gut und macht den EF-72 selbst auf engstem Raum nutzbar. Schärfe und Winkel stellt der Epson in jedem Fall automatisch und zügig ein – nach wenigen Sekunden passt alles. Die manuelle Korrektur ist aber ebenfalls möglich, ebenso zahlreiche Einstellungen rund um Schärfe, Farbe, Kontrast und Bildverbesserung.
Laut Herstellerangaben kann der EF-72 auch mit einer Powerbank betrieben werden. Dafür ist ein Power-Delivery-Anschluss vorhanden. Leider versteht sich der Epson nicht mit allen kompakten Energiespendern: Unsere Modelle, die sonst beispielsweise einen Laptop betreiben, verweigerten im Test den Dienst. Das lag vermutlich an Problemen bei der dynamischen Aushandlung der Energieversorgung, die zwischen Powerbank und Projektor stattfand.
Grundsätzlich sollte die verwendete Powerbank leistungsstark sein, ansonsten ist unter Umständen mitten im Elfmeterschießen der Spaß zu Ende. Der klassische Anschluss via Netzkabel ist in jedem Fall besser, um den Energiebedarf von rund 135 Watt im Vollbetrieb zu befriedigen – und bösen Überraschungen vorzubeugen.
Kinofeeling im Handumdrehen
Die Projektionsfläche reicht von 76 bis 381 Zentimeter, abhängig vom Abstand zur Leinwand. Ein integrierter Bose-Lautsprecher transportiert den Ton verständlich und mit ausreichender Lautstärke für den Außeneinsatz. Spätestens dann ist das leise Lüftergeräusch des Projektors nicht mehr hörbar. Anschlussseitig verfügt der Projektor über einen HDMI-Eingang mit eARC-Unterstützung, einen USB 2.0-A-Port, den oben genannten PD-Anschluss sowie eine 3,5-mm-Klinkenbuchse für Kopfhörer oder portable Lautsprecher.
Über Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2 nimmt der EF-72 die Verbindung mit Internet, Smartphone und Co. auf. Die Ersteinrichtung dauert dank QR-Code und klar strukturierter Menüs keine fünf Minuten, erfordert aber zwingend die Synchronisierung mit einem Google-Konto. Danach können zahlreiche Streaming-Apps installiert werden, darunter YouTube, Netflix, Prime Video und Disney Plus. Die Fernbedienung verfügt über Schnelltasten für einige der Dienste, hinzu kommen die wichtigsten Funktionen wie Lautstärke, Bildeinstellung und Sprachassistent. Der Signalgeber liegt gut in der Hand, ist sehr leicht und bietet klare Druckpunkte bei sämtlichen Tasten.
Ausgestattet mit einer 4K-Auflösung, HDR10/HLG, 1000 Lumen Leuchtkraft und einem Kontrastverhältnis von 5.000.000:1 sorgt der Projektor für eine klare, farbkräftige und helle Wiedergabe. Bei Serien und vor allem großen Hollywood-Filmen kommt definitiv Kinofeeling auf. Bei schnellen Bewegungen oder Objekten, beispielsweise Sportübertragungen, ist kein “Nachziehen” oder "Verwischen" erkennbar – alles bleibt stets scharf und flüssig.
Die allgemeine Bildqualität hängt vielmehr mit der Oberfläche zusammen, auf der die Projektion stattfindet. Dunkle oder strukturierte Wände sorgen für deutliche Einschränkungen, insbesondere bei der Darstellung von Details. Möchte man den EF-72 regelmäßig für Filme und Spiele nutzen, braucht es eine Leinwand oder ein Tuch.
Zocken auf 3,80-Meter-Diagonale
Sind diese Voraussetzungen erfüllt, macht auch Gaming mit dem EF-72 sehr viel Spaß. Der Auto Low Latency Mode, kurz ALLM, leistet hervorragende Arbeit: Beim Test ließen sich schnelle Titel wie Call of Duty: Black Ops 7 oder EA Sports FC 26 durchgängig mit 60 FPS spielen. Selbst bei Online-Partien gab es keine Probleme in Sachen Bildrate. Genau wie bei Filmen und Serien überzeugten auch hier die scharfe Auflösung und das ausgewogene Kontrastverhältnis. Es ist definitiv ein Ereignis, gemeinsam mit Freunden auf über drei Metern Diagonale ein paar Runden FC 26 zu zocken.
Für den permanenten Einsatz im Heimkino eignet sich der Projektor jedoch nur bedingt. Die Lebenszeit der nicht austauschbaren 3LCD-Lichtquelle gibt Hersteller Epson mit 20.000 Stunden an. Bei einer täglichen Nutzungszeit von fünf Stunden kommt man damit auf zehn Jahre. Allerdings bezieht sich das auf den Betrieb im Eco-Modus, dessen verringerte Leuchtkraft und damit reduzierte Bildqualität weder für Filme noch Spiele die erste Wahl darstellt.
Greift zu, wenn...… du gelegentlich Filme, Sportveranstaltungen oder Games im Großformat erleben willst.
Spart es euch, wenn...… du einen Projektor für den permanenten Heimkino-Einsatz suchst.


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