News - Embracer Group : Konzern sucht externe Partner für Deus Ex, TimeSplitters und Saints Row
Die weitreichende Aufspaltung der Embracer Group in drei eigenständige Aktiengesellschaften bringt frischen Wind in die Zukunftspläne des schwedischen Medienriesen. Im Zuge der Neuausrichtung hat der Konzern angekündigt, für eine ganze Reihe seiner bekanntesten, aber zuletzt brachliegenden Spielemarken aktiv nach externen Partnerschaften zu suchen. Darunter befinden sich prominente Namen wie Deus Ex, TimeSplitters und Saints Row. Durch dieses strategische Modell will Embracer das wirtschaftliche Potenzial dieser Marken ausschöpfen, ohne das volle finanzielle Risiko für kostspielige Eigenproduktionen allein tragen zu müssen.
Hinter der neuen Ausrichtung steht vor allem die neu gegründete Firma Fellowship Entertainment. Diese fungiert künftig als Verwalter für einen Großteil der verbliebenen Embracer-Markenrechte, darunter Schwergewichte wie Der Herr der Ringe, Tomb Raider, Metro und Dead Island. In einer offiziellen Mitteilung erklärte das Management, dass man sich bei den großen Kernmarken auf interne Produktionen konzentrieren werde. Gleichzeitig wolle man jedoch das Portfolio an legendären Legacy-IPs nicht verstauben lassen. Neben Deus Ex, TimeSplitters und Saints Row stehen daher auch Marken wie Legacy of Kain, Thief und Red Faction auf der Liste für potenzielle Lizenzdeals mit externen Entwicklern und Publishern.
Dieser Schritt folgt auf eine extrem turbulente Phase für die genannten Franchises. Die Entwicklung eines neuen Deus Ex-Hauptspiels beim Studio Eidos Montreal wurde Anfang 2024 nach zweijähriger Vorbereitungszeit im Zuge von Sparmaßnahmen komplett gestoppt. Noch härter traf es die Teams hinter den anderen beiden Marken: Das Traditionsstudio Volition wurde nach dem kommerziellen Misserfolg des Saints Row-Reboots im Jahr 2022 vollständig geschlossen, und auch das Studio Free Radical Design, das an einer Wiederbelebung des Kult-Shooters TimeSplitters arbeitete, fiel dem harten Rotstift des Mutterkonzerns zum Opfer.
Indem Embracer diese Marken nun für externe Kooperationen öffnet, orientiert sich das Unternehmen an erfolgreichen Modellen der Konkurrenz. Branchenriesen wie Sony oder Nintendo lizenzieren eigene Marken ebenfalls regelmäßig an externe Partner aus, um neue Spiele auf den Markt zu bringen, während die Markenhoheit beim Rechteinhaber verbleibt. Für die Entwicklerstudios weltweit bedeutet dies, dass sie künftig bei Embracer anklopfen können, um Konzepte für ein neues Deus Ex oder ein runderneuertes TimeSplitters zu pitchen. Finanziert und vertrieben würden diese Projekte dann maßgeblich von den externen Partnern.
Auch wenn die Ankündigung noch keine konkreten Spielebestätigungen beinhaltet, scheint Embracer verstanden zu haben, dass diese zugkräftigen Namen zu wertvoll sind, um sie ungenutzt im Archiv liegenzulassen. Wäre auch mal an der Zeit. Nach den exzessiven Einkaufstouren der Gruppe kam bisher nicht viel Produktives ans Tageslicht, abgesehen von reihenweise schlechten Nachrichten.

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