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Special - Elgato : Meine Online-Pen&Paper-Runden powered by Elgato

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    Seit über 20 Jahren spiele ich Pen-&-Paper-Rollenspiele und es gibt für mich kaum etwas Schöneres, als mit Freunden an einem Tisch zu sitzen und so zu tun, als wären wir Magier, Detektive oder Weltraumpiraten. Dann kam die Pandemie und plötzlich wurden Chips, Cola und Würfelbeutel durch Discord-Links und Webcam-Kacheln ersetzt. Die Szene hat sich seitdem dauerhaft verändert und das nicht nur zum Guten.

    Online-Runden sind praktisch, aber jeder, der schon einmal versucht hat, eine epische Boss-Szene mit Roboterstimme und Pixelbrei zu leiten, weiß: Schlechter Ton und ruckelndes Bild töten jede Atmosphäre schneller als ein kritischer Treffer. Nach einer besonders chaotischen Session habe ich beschlossen, mein Setup endlich ernst zu nehmen und habe mich an die Jungs und Mädels von Elgato gewendet, deren Equipment ja eigentlich für Streamer gedacht ist. Turns out: Spielleiter sind im Grunde auch Content-Creator, nur mit Würfeln statt Gamepad.

    Die Kommandozentrale

    Das Herzstück meines Setups ist ein Elgato Stream Deck+ und ich frage mich ernsthaft, wie ich jemals ohne leben konnte. Mit den frei belegbaren Tasten und Drehreglern starte ich komplette Kampagnen-Setups mit einem Klick: Foundry-Server, D&D-Tools, Musik-Playlisten, Notizen, Soundboards. Alles ist da, bevor der erste Spieler „Sorry, ich musste noch mit dem Hund raus!“ sagen kann.



    Voice-Changer, Szenenwechsel in OBS, Lautstärken in Discord oder dramatische Soundeffekte lassen sich genauso schnell auslösen. Ein Knopfdruck, und plötzlich spricht der Goblin mit heiserer Stimme, während im Hintergrund ein Sturm aufzieht. Es fühlt sich weniger nach Technik an und mehr nach Bühnensteuerung.

    Wer keine Lust hat, sich zusätzliche Peripherie auf den Schreibtisch zu packen, für den erschien vor Kurzem mit der Corsair Galleon 100 SD eine vollwertige (und wohlgemerkt extrem hochwertige) Tastatur, die statt des Ziffernblockes ein integriertes Stream Deck besitzt (welches ihr aber auch nebenbei wieder als Ziffernblock nutzen könnt, falls euch da was abgeht). Eine wunderbare Alternative für kleinere Schreibtische.

    Nie wieder nuschelnde Orks

    Der größte Qualitäts-Boost kam aber beim Ton. Headset-Mikros sind praktisch, klingen aber oft wie eine Aufnahme aus einem Blecheimer. Ein externes Mikrofon wie das Wave DX bringt plötzlich Wärme, Klarheit und Präsenz ins Spiel. In Kombination mit einem Schwenkarm verschwindet es schnell aus dem Weg, wenn gerade keine Drachen angeschrien werden.

    Mit der Software Wave Link lassen sich einzelne Audioquellen sauber trennen. Musik nur für mich, Soundeffekte für alle, Discord-Lautstärke getrennt vom Rest und plötzlich klingt die Runde wie ein Podcast statt wie ein Funkgerät im Tunnel.

    Kamera, Licht und ein bisschen Zauberei

    Auch beim Bild lohnt sich der Aufwand. Hier gibt es gleich einige Möglichkeiten, auf die Qualität einzuwirken. Als allererstes natürlich mit einer vernünftigen Kamera und hier kommt die Elgato Face Cam 4K ins Spiel.

    Da die meisten Streaming-Plattformen wie zum Beispiel Discord gar kein 4K-Format unterstützen, mag das erst mal ein wenig übermotorisiert erscheinen. Allerdings eröffnen sich durch das größere Bild ganz neue Möglichkeiten. Das Bild der Kamera leite ich in das Streaming-Tool OBS und von dort aus per virtueller Kamera in Discord. Über OBS kann ich jetzt auf jeden Punkt im Bild hinzoomen, ohne wirklich an Qualität zu verlieren, da die Kamera ja ein 4K Bild liefert, ich aber nur 1080p brauche. Schnelle Zooms auf Würfel oder Details an Minis oder ähnliches sind also problemlos drin.

    Selbst die beste Kamera der Welt ist nichts wert, wenn keine angemessene Beleuchtung gegeben ist, und das unterschätzt man schnell mal. Es heißt ja nicht umsonst “LICHT! Kamera! Action!”! Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass schlechte Beleuchtung der Hauptgrund für die meisten minderwertige Webcam-Aufnahmen ist. Bei zu dunklen Bildern versucht die Kamera nämlich, die Helligkeit digital anzupassen, was in Extremfällen zu ziemlich heftigem Rauschen führen kann.



    Deckenlicht und Co. sind da natürlich schon ein guter Anfang, aber das kommt ja oftmals von hinten, was zum einen eher nachteilig für die Kamera ist, zum anderen unser Gesicht ja auch nicht heller macht. Genau dafür gibt es aber das Elgato Key Light. Die handlichen Scheinwerfer bieten ein weiches Licht und lassen sich problemlos am Tisch, Bildschirm oder mit einem Standfuß auch auf dem Tisch montieren. Licht allein ist schonmal ein massives Update für unser Kamera-Bild.

    Das Licht lässt sich zusätzlich sogar über das bereits erwähnte Stream Deck steuern. Per Wlan verbinden sich die Lampen von Elgato mit dem Netzwerk und im Stream Deck könnt ihr entweder Tasten mit bestimmten Setups oder ein- bzw. ausschalten belegen oder mit einem Drehrad sogar live die Farbtemperatur und Helligkeit einstellen. Kurzes Nachjustieren während einer Session oder dramatische Stimmungswechsel sind also gar kein Problem.

    Wer ohnehin bereits Smartlampen in seiner Wohnung benutzt, profitiert gleich doppelt. Viele Lampen lassen sich nämlich ebenfalls mit dem Stream Deck koppeln. In meinem Fall ist es eine Lampe in meinem Deckenfluter, bei der ich über das Stream Deck Helligkeit und sogar die Farbe ändern kann. Das kommt vor allem bei Spielrunden am Tisch besonders gut, wenn sich die Lichtstimmung passend zur Situation mit nur einem Knopfdruck ändern lässt.

    Grasgrüne Weltenwanderer

    Ton, Kamera und Licht sind also eingerichtet und über das Stream Deck haben wir die Kontrolle über alle Gerät an einem einzigen Ort. Musik und Soundeffekte für uns und unsere Spieler haben wir auch im Griff. Wer sein Setup jetzt noch auf die Spitze treiben will, dem fehlt noch ein Greenscreen.

    Für den normalen Spieler vielleicht ein bisschen übertrieben, sollten Spielleiter die Idee aber mal im Hinterkopf behalten. Zum einen kann ich so mein stets unaufgeräumtes Wohnzimmer verstecken, zum anderen aber auch meinen Hintergrund der jeweiligen Situation anpassen. Dann sitzt der Spielleiter wahlweise in einer Taverne, auf einem Raumschiff oder mitten im Nebelwald und das Chaos im Wohnzimmer bleibt geheim.

    Es bieten sich aber auch noch andere Anwendungsmöglichkeiten an. Den Platz hinter mir kann ich auch nutzen für Karten oder ich teile einfach schnell meinen Bildschirm, wenn ich in Regelfragen mal wieder beweisen muss, dass ich laut Regelwerk natürlich recht habe. 

    Es kommt eben doch auf die Technik an

    Was als Frust über schlechte Online-Runden begann, hat meine Pen-&-Paper-Sessions komplett verändert. Mit ein bisschen Streaming-Hardware fühlen sich digitale Abende plötzlich wieder wie echte Abenteuer und eine (nahezu) vollwertige Alternative zu Vor-Ort-Sessions an. Stimmen klingen klar, Szenen wechseln nahtlos und die Spieler sind schneller in der Geschichte als im Discord-Smalltalk.

    Und das Beste: Man muss kein Twitch-Streamer sein, um davon zu profitieren. Man braucht nur eine Gruppe Freunde, eine gute Kampagne und vielleicht ein paar Knöpfe, mit denen man dramatisch den Donner einspielt, während der finale Bossgegner auftaucht.

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