Preview - EA Sports MMA : Das gibt was aufs Maul

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Bisher wurde das Feld des professionellen Kampfsports ja vor allem durch die UFC-Reihe von THQ dominiert. Da will Branchenriese Electronic Arts nun einen dicken Riegel vorschieben und veröffentlicht in Kürze EA Sports MMA. Das Kürzel MMA steht dabei für Mixed Martial Arts, eine Mischung aus fernöstlichen Kampfsportarten wie Jiu Jutsu, Kickboxen, normalem Boxen und Wrestling respektive Ringen. Das soll nicht nur Laune machen, sondern vor allem authentisch über den Bildschirm von PS3 und Xbox 360 flimmern.

Zu diesem Zweck hat sich EA die Mitarbeiter zahlreicher Kampfsport-Koryphäen gesichert. John McCarthy zum Beispiel zählt als einer der besten MMA-Schiedsrichter weltweit. Frank Shamrock ist selbst ein bekannter Fighter und dazu noch Kommentator. Randy Couture und Rickson Gracie zählen ebenfalls zu den bekanntesten Gestalten im MMA-Universum. Das soll sich unter anderem darin auszahlen, dass MMA kein Beat'em'up mit Buttonmashing wird, sondern ein taktisches Kampfspiel, in dem Timing und Strategie gefragt sind. Dazu dient unter anderem eine Ausdauerleiste. Kloppt ihr nur blind durch die Gegend, geht euch sehr fix die Puste aus und ihr bekommt ernste Probleme. Es ist also ratsam, sich durchaus mal vom Gegner wegzubewegen, um wieder zu Kräften zu kommen. Selbst Trefferzonen spielen eine Rolle: wer immer was aufs Standbein kriegt, hat irgendwann Probleme mit Beweglichkeit und Tempo.

Hinter dem Spiel steckt eine ausgebaute Version der Engine des Boxspiels Fight Night Round 4 und entsprechend ähnlich gibt sich die Steuerung. Der linke Analogstick ist komplett für die Bewegung des Kämpfers zuständig, während ihr mit dem rechten Stick den Gegner traktiert. Der linke Trigger dient dabei als Modifikator, um zwischen Tritten und Schlägen zu wechseln. Der rechte Trigger hingegen dient zum Blocken von Tritten und Schlägen. Die Aktionstasten hingegen werden für die Submissions und deren Abwehr verwendet, ebenso dafür, ob der Kampf am Boden weitergeht oder der Kämpfer sich wieder aufrappelt.

Zum Spiel gehört neben den obligatorischen schnellen Spielen, bei denen ihr aus einer ganzen Batterie voll Gewichtsklassen und Originalkämpfern wählen könnt, ein umfangreicher Karrieremodus. Der beinhaltet natürlich auch eine ausgefeilte Kämpfererstellung, bei der ihr selbstverständlich alle bekannten EA Sports Features inklusive des Game Face nutzen könnt. Der Karrieremodus soll euch langsam und ausgiebig an das Spiel heranführen und beinhaltet unter anderem eine längere Trainingsphase mit einem Mentor, währen der ihr euer Können in den einzelnen Kampfrichtungen verbessern könnt. Dazu gehören unter anderem rund 50 Trainingsspiele, die nicht nur banale Minispiele sind, sondern euch echte Kampfsequenzen erlernen lassen, die ihr später im Spiel benötigt.

EA Sports MMA - gamescom 2010 Sizzle Video
Auch EA Sports MMA wird seitens Electronic Arts in Köln gezeigt, u.a. anhand eines neuen Videoclips.

Der Karrieremodus führt euch durch die halbe Welt, vor allem in den USA, Japan, Brasilien und England ist die MMA sehr beliebt. Alle Örtlichkeiten verfügen über kleine, aber feine Unterschiede. So gibt es verschiedene Regelwerke in den einzelnen Ländern, es gibt Käfig- oder Ring-Arenen und selbst das Publikum reagiert in den jeweiligen Kampfstätten anders auf die Manöver. So gibt es in Japan zum Beispiel tosenden Applaus für Ringkampfmanöver am Boden, während die Amerikaner davon eher gelangweilt sind und die Buh-Rufe aus der Hose kramen.

EA Sports setzt aber nicht nur auf den Solomodus, sondern ebenso aufs Onlinespiel sowie Community-Förderung. Interessant sind dabei vor allem die Möglichkeiten zur Erstellung einer eigenen Website eures Kämpfers, auf der komplette Kämpfe oder deren Highlights neben euren Statistiken hochgeladen werden können. Weiterhin geplant ist sogar ein kommentierter Live Broadcast von Matches, sowie ein Erfahrungspunktesystem mit dazugehörigem Matchmaking.

Grafisch sieht das Spiel schon jetzt ausgesprochen schick aus. Die Fight-Night-Engine sorgt für einen sehr realistischen Look der Spieler mit immens vielen Details, vom Schweiß auf der Haut bis zu entstehenden Kampfspuren bis hin zu sehenswerten Muskelanimationen. Lediglich die Gesichter der Kämpfer wirkten zuweilen etwas hölzern und die eine oder andere Animation könnte noch etwas Feinschliff vertragen. Ein Hinweis am Rande: die Unterstützung von PlayStation Move oder Microsoft Kinect ist nicht geplant, hier geht es noch richtig mit dem Controller zur Sache.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
MMA könnte in der Tat eine würdige Konkurrenz für Genreprimus UFC werden und das nicht nur wegen der größeren Vielfalt durch die verschiedenen Regelwerke der MMA-Länder. Vor allem gefällt, wie intuitiv die Steuerung von der Hand geht. Um das Spiel zu meistern, muss man sich aber trotzdem ein bisschen einarbeiten, wenn man von Martial Arts bisher überhaupt keine Ahnung hat. Hier wird viel davon abhängen, wie Neulinge im Rahmen der Karriere an das Spiel herangeführt werden und ob die simpel erscheinende Steuerung letztendlich genug Manöver für echte taktische Kämpfe bieten wird.

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