Special - EA Sports FC 25 : Meinung: Das beste Gameplay seit Jahren, aber trotzdem wird gemotzt!
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Das “Gameplay Refresh Update” vom 16. Januar verbesserte die Spielbarkeit von EA Sports FC 25 enorm. Aber die Freude darüber hielt nur wenige Tage an. Seitdem verliert sich die Community in einer Verschwörungstheorie: EA soll das Spielgefühl mit einem “Soft Patch” wieder zurückgedreht haben. Da ist nichts dran, findet Sascha. Aus seiner Sicht liegen die Gründe für die vermeintliche Verschlechterung woanders.
Electronic Arts zeigte sich bei der Verkündung seiner Geschäftszahlen im Januar enttäuscht: Vor allem die rückläufigen Einnahmen durch die immens wichtigen Mikrotransaktionen im dritten Quartal 2024 dürften nicht nur bei EA-CEO Andrew Wilson für eine ganz miese Stimmung gesorgt haben. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Netto-Einnahmen von 1,945 auf 1,883 Milliarden US-Dollar. Mit Blick auf die letzten 12 Monate waren es sogar 300 Milliarden US-Dollar weniger. Infolgedessen korrigierte EA die Prognose für das Geschäftsjahr 2025 deutlich nach unten. Das tut weh!
Eine sehr große Rolle spielte dabei EA Sports FC 25: Nach starkem Start im Oktober brachen das Interesse am Fußballspiel und damit auch die Umsätze durch den Live-Service Ultimate Team kräftig ein. Hauptverantwortlich für das schwindende Interesse war das Geschehen auf dem virtuellen Platz. Eine zu starke KI-Unterstützung in der Defensive, ungenaue Pässe, bizarr abprallende Bälle nach Tacklings und eine orientierungslose, teilweise schläfrige Offensive bildeten die zentralen Kritikpunkte der Community.
Vom frisch eingeführten System FC IQ, das ein neuartiges Positionsspiel und flexible Taktiken ermöglichen sollte, war wenig bis nichts zu merken. Selbst absolute Superstars mit irrsinnig guten Werten, beispielsweise Weltklasse-Flügel wie Vinícius Júnior oder Mohamed Salah, rannten nicht selten über den Platz, als hätten sie vor dem Anpfiff ein paar Schnäpse zur Beruhigung getrunken. Das alles hat auch mich enorm genervt. Die genannten Faktoren wirkten sich auf jedes Spiel aus, egal ob Squad Battles gegen die CPU oder Rivals-Matches gegen menschliche Gegner. Alles fühlte sich gehemmt, verzögert und oftmals einfach falsch und unlogisch an. Darum nahm meine Ultimate-Team-Spielzeit bereits gegen Ende des vergangenen Jahres deutlich ab.
Ein bärenstarkes Update
Doch dann geschah etwas Überraschendes als Reaktion auf die bescheidenen Geschäftszahlen: EA veröffentlichte am 16. Januar ein “Gameplay Refresh Update”, das alle genannten und noch viele weitere Probleme beseitigen sollte. In den Pitch Notes sprach man – gewohnt bescheiden – von der größten Überarbeitung am Spielablauf, die jemals während einer Saison am hauseigenen Fußballspiel vorgenommen wurde. Doch tatsächlich lieferte der Patch die angekündigten Verbesserungen.
Vor allem das aufgebohrte Positionsspiel ist die reinste Freude, weil meine Profis die ihnen zugewiesenen Rollen endlich erkennbar ausfüllen. So agiert Viní Jr. inzwischen als bärenstarker Innenstürmer, der mit massig Tempo vom Flügel ins Zentrum läuft und regelmäßig Tore schießt. Dabei hilft natürlich enorm, dass sämtliche Pässe präziser spielbar sind und er nicht mehr von jedem Nullachtfünfzehn-Verteidiger eingeholt wird. Allgemein gestaltet sich das Verteidigen anspruchsvoller, da die KI weniger stark eingreift, als es noch vor dem Update der Fall war.
Dass auch vormals mäßige Spielertypen in verschiedenen Aufstellungen nicht nur brauchbar, sondern ausgesprochen effektiv sind, zeigt sich am Beispiel von Harry Kane. Seine Team-of-the-Year-Variante verfügt über eine geniale Kombination aus Positionsspiel und Abschluss, die zu zahlreichen Toren führt. Zudem brilliert er als Vorbereiter, da seine Pass-Werte für einen Stürmer sehr hoch ausfallen. Vor dem Patch wäre Kane deutlich weniger zur Geltung gekommen. Vielmehr hätten ihn sein relativ geringes Tempo und die überschaubare Beweglichkeit ordentlich ausgebremst.
Genau wie ich waren auch weite Teile der Community begeistert über die zahlreichen spielerischen Verbesserungen. Ausgelöst durch ihr schwindendes Interesse übte die gleiche Community genug Druck auf EA aus, um das Unternehmen zu einer Reaktion zu bewegen – mit dem besten Ergebnis für FC 25. Fußball machte endlich wieder Spaß!
Die Soft-Patch-Verschwörung
Wenige Wochen später ist von der kollektiven Freude und den Lobpreisungen nichts mehr übrig. Stattdessen liest man vielerorts eine regelrechte Verschwörungstheorie: EA soll mit einem “Soft Patch” klammheimlich das alte Spielgefühl wiederhergestellt haben. Woher kommt diese Theorie? Viele beklagen sich über Probleme, die es seit dem Gameplay Refresh eigentlich nicht mehr geben sollte: zu schnelle Innenverteidiger, Auto-Tacklings der KI, unsaubere Pässe, verrückte Abpraller-Tore. Warum EA alles zurückgedreht hat? Darauf gibt es erstmal keine Antwort.
Diese Äußerungen sind primär auf Erlebnisse beim Online-Spiel zurückzuführen. In Rivals und noch mehr in der Weekend League passieren Sachen, die sich schwer erklären lassen. Beispielsweise, wie aus meiner völlig ungefährdeten 3:0-Führung innerhalb von drei Minuten nach der Halbzeit ein 4:3 werden kann. Da teilt sich meine Abwehr schneller als einst das Rote Meer, nachdem Moses mahnend seine Hand gehoben hatte.
In EA Sports FC 25 gehen 13 neue Heroes im Ultimate Team an den Start. Der Trailer zeigt euch einige der ehemaligen Spitzenspielerinnen und -spieler, die dabei sein werden.
Zugegeben, solche Totalausfälle nehmen keine biblischen Ausmaße an, passieren aber regelmäßig und lassen sich nicht bestreiten. Dafür gibt es zu viele Videos und Livestreams, die das dokumentieren. Allerdings sind die genannten Probleme keine Neuerscheinung in FC 25, sondern bestehen seit Jahren. Und dafür gibt es Gründe, die nichts mit einem “Soft Patch” zu tun haben.
Ein schwaches Zusammenspiel
Der erste und offensichtlichste Grund sind die Server. Zu Stoßzeiten am Abend und insbesondere an den Wochenenden ist der Lag sicht- und spürbar. Teilweise werden Tasteneingaben mit einer halben Sekunde Verzögerung umgesetzt, was viele Spiele von vornherein zu einem reinen Stresstest macht. Gerade in der Weekend League, dem wichtigsten Wettbewerb im kompetitiven Ultimate Team, geht es in vielen Partien wie bei einer Lotterie zu. Ergebnisse, die an Handballspiele erinnern, sind dabei keine Seltenheit.
Wie viele EA-FC-Server es in den verschiedenen Regionen gibt und wie deren Auslastung aussieht, lässt sich höchstens mutmaßen. Sonnenklar ist allerdings: Als Multimilliarden-Dollar-Unternehmen tut Electronic Arts entschieden zu wenig, um die Online-Qualität seiner Fußballspiele dauerhaft zu verbessern. Und selbst wenn etwas passieren sollte, kriegt es niemand mit.
Der zweite Grund für den andauernden Trubel liegt in der Programmierung begründet. So gut und wichtig der Refresh-Patch auch war, am Ende bügelte dieser Schnitzer aus, die während der Entwicklung gemacht wurden oder im Zuge nachträglicher Updates entstanden waren. Das ist ebenfalls nichts Neues: Ich erinnere nur an die schwachsinnige Lengthy-Meta in den ersten Wochen von FIFA 23. Damals waren selbst Spieler mit 60er-Tempowert einem Mbappé oder Salah überlegen, sofern sie nur den genannten Sprinttyp aufwiesen. Abhilfe schuf erst ein Update im November.
In EA Sports FC 24 und heuer 25 waren es übertrieben starke Playstyles wie der angeschnittene Schuss, mit dem sich der Ball aus bestimmten Positionen nahezu garantiert im Tor unterbringen ließ. Mir kann niemand erzählen, dass sowas in Testphasen nicht aufgefallen ist. Gleiches galt für die enorm starke KI-Defensive, die in jedem Ableger aufs Neue kritisiert wird. Einige Tutorials rieten dazu, kaum noch manuell zu verteidigen – das Meiste erledigten Kaliber wie Virgil Van Dijk und Rio Ferdinand automatisch. Das war zweifellos gewollt und sollte defensiv schlechten Spielern kräftig unter die Arme greifen, hatte aber nichts mit einem nachvollziehbaren Spielablauf zu tun.
Das umfangreiche Update hat Großes geleistet, aber weg sind die genannten Probleme darum nicht. Ob die Ausfälle mit der Hypermotion-Engine zusammenhängen? Ich spare mir irgendwelche Mutmaßungen. Klar ist aber, dass während eines Spiels permanent Unmengen an Daten verarbeitet werden müssen: die individuellen Werte der Spielerinnen und Spieler, das Verhalten des Balls, physikalische Ereignisse wie Zusammenstöße und so weiter. Ich halte es für möglich, dass manche dieser Berechnungen merkwürdige Ergebnisse hervorbringen ...
Das Meta-Problem
Der dritte Grund ist die berühmt-berüchtigte Meta. Viele passen ihr Team ausschließlich an die gerade erfolgversprechendste Taktik an und holen sich das dafür notwendige Spielermaterial. Praktisch jedes Gameplay-Update sorgt für Veränderungen besagter Meta, sodass regelmäßig Mannschaften umgebaut, neue Formationen verinnerlicht sowie andere Playstyles eingesetzt werden. Kommt ein derart großer Patch wie das Refresh-Update daher, braucht dieses Umstellen und Kennenlernen natürlich ein paar Tage länger. In so einer Experimentierphase fühlt sich das Spiel naturgemäß frisch und motivierend an.
Doch nach rund zwei Wochen hatte auch der letzte Content Creator verstanden, worauf es ankam und entsprechende Videos mit Anleitungen, Hilfestellungen und mehr veröffentlicht. Der Code war erneut geknackt worden. Das führte natürlich dazu, dass Spielweisen und Profis, die in den ersten Update-Tagen noch super funktionierten, nun weit weniger gut zu gebrauchen sind. Und je mehr EA Sports FC 25 man zockt, desto stärker fallen selbstverständlich wiederkehrende Muster bei den Spielern, Formationen und Feineinstellungen auf. Die Frische weicht dem alten Kenne-ich-schon-Gefühl. Kommt dann noch Frust über die weiter oben geschilderten Ausfälle auf dem Platz hinzu, entsteht eine Mischung, die sich in Theorien wie dem vermeintlichen “Soft Patch” entlädt.
EA reagierte bereits auf die Vorwürfe und gab an, keinen derartigen Patch aufgespielt zu haben. Alles gelogen, schallte es sogleich aus der Community zurück. An spätestens dieser Stelle gebietet es sich jedoch, für einen kurzen Moment nachzudenken. Warum sollte EA Sports FC 25 nach erfolgreichem Comeback wieder schlechter gemacht werden? Damit die rund zwei Millionen Spieler, die das Update laut EA-Angaben zurückgebracht hat, gleich wieder verschwinden? Oder vielleicht, um die ebenfalls steigenden Einnahmen durch In-Game-Käufe zu bremsen? Leute, das macht überhaupt keinen Sinn!
Kein Stress, sondern Spaß
Ich zähle keinesfalls zur absoluten Hardcore-Gruppe, die nur auf die Meta schaut und jedes Wochenende in der Weekend League schwitzt, bis mindestens 12 Siege aus 15 Spielen zu Buche stehen. Aber ich kenne Ultimate Team lange und gut genug, um sagen zu können: Viele Probleme entstehen durch übersteigerten Ehrgeiz. Wer sich Ziele setzt, will sie auch erreichen. Und wenn das bedeutet, möglichst viele Siege in Champions-Partien einzufahren und sich damit (potenziell) hochkarätige Belohnungen zu sichern, ist das völlig okay.
Doch allein aufgrund der hinlänglich bekannten Server-Problematik hat man das selten vollständig in der eigenen Hand. Ich wohne in der Pampa und merke das bereits, wenn ich die Qualifikation für die Weekend League angehe – an manchen Tagen ist das aufgrund der katastrophalen Verbindungsqualität die reinste Zeitverschwendung. Dann spiele ich meine wöchentlichen Squad-Battles-Partien, schließe einige Squad Building Challenges ab – oder mache EA FC 25 einfach aus. Am nächsten Tag läuft’s besser, und wenn nicht, dann halt am übernächsten.
Passend zum Early-Access-Start von EA Sports FC 25 gibt es hier den Launch-Trailer von EA für euch.
Dass ich immer wieder bei Ultimate Team reingehe, hängt eindeutig mit dem Patch zusammen. Der hat das Spiel definitiv und nachhaltig verbessert, und darum bereitet mir der Kick nach wie vor Freude, unabhängig vom Spielmodus. Ich kämpfe nicht verbissen um jeden Sieg und jeden Rang. Aus dem Alter für irgendwelche E-Sport-Ambitionen bin ich lange raus. Trotzdem nehme ich genug Belohnungen mit, um mein Team langsam weiterzuentwickeln, und das reicht mir vollkommen aus. Zudem stecke ich kein Geld in Packs, die inzwischen 30, 40 oder sogar 50 Euro kosten – und trotzdem reichlich Mist beinhalten können. Es ist total verrückt, dass tatsächlich Leute diese Unsummen ausgeben, andernfalls würde es diese Preise nicht geben.
Mein übergeordnetes Ziel ist es, eine gute Zeit mit EA Sports FC 25 zu haben. Manchmal gestaltet sich das schwierig, keine Frage. Das Spiel hat seine Macken. Aber möglich ist es allemal, wenn man nicht zu verbissen an die Sache rangeht. Darum rate ich allen, die hinter jedem Fehlpass und jedem fehlgeschlagenen Tackling bösartige Machenschaften seitens EA vermuten, einfach mal eine Pause einzulegen, durchzuatmen und sich bewusst zu machen, dass ein Videospiel am Ende stets Vergnügen bereiten sollte. Und ja, das gilt auch für EA Sports FC 25.

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