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Preview - Dying Light: The Beast : Angespielt: Ob die Zombie-Sause so in Deutschland erscheinen darf?

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Nachdem ihr in Dying Light 2: Stay Human auf ihn verzichten musstet, ist Kyle Crane in dem neuen Teil der Zombie-Metzelreihe endlich zurück. Nach 13 langen Jahren in Gefangenschaft befindet sich seine Laune auf dem absoluten Tiefpunkt. Seine Wut lässt er an den gammeligen Bewohnern von Castor Woods aus, während er Jagd auf den Baron macht. Das verspricht eine vergnügliche Gaudi zu werden, die an den Stärken der Reihe festhält.

Dying Light: The Beast spielt im beschaulichen Nationalpark Castor Woods. Entsprechend rennt ihr nicht mehr ausschließlich über Dächer und flieht durch Häuserschluchten, regelmäßig verschlägt es euch auch auf Feldwege und in die Wildnis. Dieser Wechsel zwischen dicht besiedelten und fast schon menschenleeren Schauplätzen versprach in meinen drei Stunden mit dem Spiel bereits angenehme Tempowechsel mit einigen Ausblicken, die Postkarten-Feeling versprühten. Wären da nicht die Untoten, die sich überall in Castor Woods herumtreiben ...

Halb Mensch, halb Biest

Doch praktischerweise durchlief Kyle Crane ein intensives Trainings-Programm, das ihn mit einigen neuen Fähigkeiten versorgte. Nach dem Ende des ersten Teils landete er in einer Einrichtung des mysteriösen Barons, wo er 13 Jahre lang Experimente über sich ergehen lassen musste. Durch diese entbrannte in ihm nicht nur eine unbändige Wut, er entwickelte auch eine innere Bestie.

Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Sammelt ihr durch besiegte Gegner und eingesteckte Treffer genügend Energie an, wechselt ihr in den Biest-Modus, in dem ihr eure Feinde mit blanken Fäusten regelrecht in Stücke zerreißt. Zudem erleidet ihr weniger Schaden und schaltet sogar besondere Attacken frei.

Allerdings gilt es hierfür, spezielle Skill-Punkte zu verdienen. Die erhaltet ihr von getöteten Chimären, grausam mutierten Zombies, die jeglicher biologischen Logik trotzen. Ihre aufgeblähten Körper und abstrus großen Muskeln machen klar: In den Kämpfen müsst ihr sämtliche zur Verfügung stehenden Register ziehen. Mir stellte sich etwa ein dicker Brocken entgegen, der erstaunlich flott für seine Größe ausfiel. Also musste ich mit gutem Timing ausweichen, ihm im Bestienmodus volles Pfund aufs Maul geben und ihn auch die eine oder andere Kugel in den Körper jagen.

Vom verstärkten Fokus auf Schusswechsel nahm ich in dem sehr frühen Spielstand nur sehr wenig wahr. Lediglich eine Pistole mit sehr begrenzter Munition stand zur Verfügung. Ich hoffe aber inständig, dass Dying Light: The Beast nicht zu einer stumpfen Ballerbude verkommt, sondern sich auf den abwechslungsreichen Nahkampf samt Crafting besinnt, der die Reihe so einzigartig macht.

Immerhin stellte mir die Preview-Version die übliche Auswahl an Alltagsgegenständen und zusammengekloppten Waffen zur Verfügung. Schaufeln reißen riesige Fleischstücke aus untoten Körpern, Heizungsrohre machen mit Köpfen kurzen Prozess und Kampfmesser fügen viele kleine Wunden zu. Der Mix aus leichten und schweren Angriffen, kombiniert mit Dashes und den Möglichkeiten zur Reparatur und Aufwertung eurer Prügel gewinnt sicherlich keine Kreativitätspreise, aber fügt sich perfekt in das Untoten-Endzeit-Szenario ein.

Außerdem würde sich alles andere als die rohe, ungefilterte Brutalität fehl am Platz anfühlen. Wie schon die Vorgänger zeichnet Dying Light: The Beast ein Bild von einer gebeutelten Welt unter dem Joch der Zombie-Seuche. Noch viel mehr macht sich in Castor Woods der Verfall der Zivilisation bemerkbar, immerhin zogen 13 Jahre ins Land. Die Menschen sind gnadenloser und abgekämpfter, die Untoten ausgehungert und oftmals noch fieser mutiert.

Gemeinsam sind wir stark

Wenn ihr euch nicht gerade dagegen wehrt, euch von den gammligen Gesellen fressen zu lassen, rennt ihr im Affenzahn durch die Welt. Am Parcours-System ändert sich im Vergleich zu den Vorgängern wohl nur wenig und das muss es auch gar nicht. Recht viel besser lässt sich die kreative und vielfältige Art der Bewegung in der First-Person-Perspektive wohl kaum umsetzen. Nach etwas Eingewöhnung sprintet ihr ohne Probleme über Dächer, durch Wohnungen oder Baumkronen.

Ein paar Fragezeichen bleiben noch beim allgemeinen Spielaufbau. Angesiedelt war die Preview-Session sehr früh im Spiel. Schon bald traf ich auf neue Bekannte, die mir erklärten, dass ich mich möglichst schnell auf die Suche nach neuen Verbündeten begeben müsse. Diese habe ich dann aber in dem Anspielabschnitt nicht mehr kennengelernt und kann ihre Bedeutung fürs Spielgeschehen entsprechend noch nicht einschätzen. Zudem erntet ihr durch getötete Chimären eine besondere Substanz, die eure Verwandlung im Zaum hält. Kommt hier eine einzige riesige Fetch-Quest auf uns zu? Hoffen wir mal, dass Techland aus den Fehlern von Dyling Light 2: Stay Human gelernt hat und uns keine öde Open World samt gestreckter Missionen aufdrückt.

Fazit

Dennis Hilla - Portraitvon Dennis Hilla
The Beast setzt auf altbekannte Stärken und könnte gerade deshalb richtig gut werden

Eine große Revolution braucht ihr bei Dying Light: The Beast keinesfalls erwarten. Kyle Crane als wiederkehrender Hauptcharakter lässt alte Fan-Herzen höher schlagen und der fast schon comichaft überzeichnete Gewaltgrad sorgt regelmäßig für beschämtes Lächeln. Techland legt großen Wert darauf, dass ihr die Untoten jetzt noch schöner zerfetzen könnt und das stimmt tatsächlich. Ob mit dem Messer, einer Schaufel oder dem Beil, die wandelnden Leichen erleiden entsprechende Wunden, was natürlich für eine schräg makabere Art von Realismus sorgt – mich aber auch an einem unzensierten Release in Deutschland zweifeln lässt.

Der Biest-Modus stellt vielmehr eine nette Ergänzung als tatsächlich eine Revolution dar. Der erste Ausblick auf den Skilltree offenbarte aber immerhin einige nette Fähigkeiten, die mehr Varianz und Spektakel im Kampfgeschehen verheißen. Mit dem Flächenangriff wird schnell aufgeräumt, ein Ansturm überwindet Distanzen zwischen euch und Feinden flott. Die Kämpfe gegen die Chimären versprechen kleine Highlights zu werden und das Parcours-System flutscht wie gehabt.

>> Die zehn brutalsten Spiele: Nichts für schwache Nerven <<

Ich mag zwar nur drei Stunden mit Dying Light: The Beast verbracht haben und basierend auf so einer kurzen Zeit sollte ich vermutlich keine allzu voreiligen Schlüsse ziehen. Aber ich lehne mich einfach mal weit aus dem Fenster und sage: Hattet ihr eure diebische Freude an den beiden Vorgängern, macht ihr hier absolut nichts falsch.

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