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Preview - Dune: Awakening : Angespielt: Ein Sandbox-MMO, das seinen Namen verdient hat

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Frank Herberts Dune-Universum gehört sicherlich zu den einflussreichsten und bekanntesten Science-Fiction-Werken überhaupt und hat in jüngster Zeit durch die Neuverfilmungen nochmal ordentlich an Beliebtheit zugelegt. Jetzt widmet sich Funcom (Conan: Exiles) einer Videospiel-Interpretation des Stoffs als Multiplayer-Survival-Game. Ich durfte die Entwickler in Oslo besuchen und im verschneiten, norwegischen Winter schonmal in die ersten Stunden des brandheißen Wüsten-Abenteuers reinschnuppern.

Wer bisher noch keine Ahnung von Dune hat, der darf es sich ein bisschen wie Game of Thrones im Weltall vorstellen. Einige mächtige Familien-Clans (bzw. Häuser) kämpfen um die Vorherrschaft im Universum und schrecken dabei vor keiner Intrige oder fiesem Schachzug zurück.

Ob Dune: Awakening ein Survival-Spiel mit MMO-Aspekten oder ein MMO mit Survival-Mechaniken ist, sei mal dahingestellt. Laut Funcom soll der Fokus des Spielgeschehens nämlich wechseln, und anderen Spielern begegnet ihr außerhalb von Städten oder größeren Außenposten eher selten. Was für ein Spiel ist Dune: Awakening also?

Spice up your life

In den Geschichten von Frank Herbert ist der wichtigste Ort in der Galaxie fraglos der Wüstenplanet Arrakis (auch bekannt als “Dune”). Denn so wie für uns die Erde der einzige Planet mit Schokolade ist, ist im Dune-Universum Arrakis die einzige bekannte Quelle der Spice Melange (kurz: Spice). Der glitzernde Staub wird direkt aus dem Wüstensand extrahiert und ist sehr begehrt, denn die Droge verlängert die Lebenserwartung, erweitert die Wahrnehmung, verbessert die kognitiven Fähigkeiten und sorgt für Visionen. Einige Individuen können mit genug Spice im Blut sogar in die Zukunft blicken.

Durch diese Eigenschaften ist es unerlässlich für die Raumfahrt und spielt eine wichtige Rolle in religiösen Belangen. Unbestätigten Quellen zufolge hilft es außerdem gegen Mundgeruch, schmeckt lecker auf Salat und entfernt zuverlässig Rotweinflecken aus dem Teppich. Kurzum: Alle wollen das Zeug haben und es ist schweineteuer - also genau wie Dubai-Schokolade. Doch wer das Spice kontrolliert, der kontrolliert das Universum (anders als bei Dubai-Schokolade).

Was nun die Story des Spiels anbelangt, wirft Dune: Awakening eine Frage auf, die die Menschheit seit Jahren umtreibt: Was wäre, wenn Timothée Chalamet nie geboren worden wäre? Oder besser gesagt Paul Atreides, der Charakter, den der Schauspieler in den neuesten Dune-Filmen verkörpert.

Pauls Mutter gehört nämlich der Schwesternschaft der Bene Gesserit an, die aus dem Verborgenen heraus die Geschicke der Welt lenken. Laut dem großen Langzeit-Verschwörungsplan der Schwestern hätte sie eine Tochter gebären sollen, hat sich aber aus Liebe zu ihrem Mann für einen männlichen Stammhalter entschieden - eben jenen Paul Atreides. Diese Entscheidung setzt dann die Ereignisse der eigentlichen Geschichte von Dune in Bewegung. Aber wie wäre die Geschichte denn weitergegangen, wenn sie sich doch für ein Mädchen entschieden hätte? Und wo sind auf einmal die Fremen, also die eigentlichen Bewohner von Arrakis, hin verschwunden?

Man merkt bereits, dass die Dune-Lore enorm umfangreich und tiefgründig ist, und um den Fans nicht zu sehr auf den Schlips zu treten bzw. wenigstens ein bisschen Freiheit in der Erzählung zu haben, entschied sich Entwickler Funcom eben für ein alternatives Universum. Wahrscheinlich ist das auch gut so, denn richtige Dune-Enthusiasten haben so die Gelegenheit, eine vollkommen neue Geschichte in der von ihnen geliebten Welt zu erleben, und für Neulinge ist es wohl ohnehin egal, wie nah das Spiel an der Vorlage bleibt.

Keinen gelben Sand essen!

Für ein Survival-Game ist Arrakis eine äußerst dankbare Kulisse. Überall nur Sand und Felsen, kaum Vegetation und der Weg zum nächsten Aldi wird in Lichtjahren angegeben. Jeder Tropfen Wasser ist auf dem Wüstenplaneten Gold wert und könnte den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen. Entsprechend aufgeschmissen seid ihr anfangs, wenn ihr mit nichts als einem Lendenschurz bekleidet, mit einem Raumschiff mitten im Sandmeer abstürzt.

Aber keine Sorge! Wassermangel ist nicht das einzige, was euch zum Verhängnis werden könnte. Die erbarmungslos brennende Sonne setzt euch ebenfalls ordentlich zu. Arbeitet ihr zu lange ungeschützt an einer gesunden Bräune, trifft euch schnell der Hitzschlag und ihr verbraucht noch mehr Wasser als ohnehin schon. Also huscht ihr die meiste Zeit von Schatten zu Schatten, um kühl zu bleiben. Um größere Abschnitte ohne Deckung hinter sich zu bringen, muss man auch schonmal kreativ werden oder besser gleich die Nacht abwarten.

Der beeindruckendste Tod erwartet euch aber in Form des Shai-Hulud, eines riesigen Sandwurms. Die Hochhaus-großen Würmer ernähren sich normalerweise nur von Sand (gibt ja sonst nichts) und da kommt ihnen so ein kleiner Menschen-Snack zwischendurch sehr gelegen. Sobald ihr euch auf sandigem Boden befindet, erzeugen eure Schritte Vibrationen, die der Wurm wahrnehmen kann. Seid ihr zu laut, macht er sich auf den Weg, euch zu fressen.

Ist der Riesenwurm erstmal auf euch aufmerksam geworden, habt ihr die Wahl stehenzubleiben und zu hoffen, dass er es sich doch nochmal anders überlegt, oder die Beine in die Hand zu nehmen und in Richtung der nächsten Felsformation zu rennen. An denen beißt sich der Shai-Hulud nämlich die Zähne aus.

Fallt ihr dem Riesenwurm zum Opfer, verliert ihr alles, was ihr bei euch tragt und im Gegensatz zu jeder anderen Form des Todes gibt es keine Möglichkeit, die Sachen zurückzubekommen. Ansonsten könnt ihr nämlich einfach zu eurer Leiche laufen und euch selbst looten, der Wurm frisst euren Besitz aber einfach gleich mit. Ist man zu unvorsichtig, wirft einen das ordentlich zurück. Aber dafür habt ihr wenigstens die beeindruckenden Animationen des aus dem Sand herausbrechenden Wurms aus nächster Nähe gesehen. Das ist doch auch was!

Die langsame Klinge durchdringt den Schild

Selbstverständlich tretet ihr den Gefahren auf Arrakis nicht komplett schutzlos entgegen. Bereits zu Beginn dürft ihr euch aus vier Klassen Trooper, Bene Gesserit, Mentat und Schwertmeister eine auswählen und bekommt sofort Zugang zu ihren Fähigkeiten. Theoretisch könnt ihr später sogar alle Klassen freischalten, aber dazu müsst ihr in der offenen Welt erstmal jemanden finden, der bereit ist, euch zu unterrichten, und für ihn ein paar Quests erledigen. Das war aber bereits in unserem frühen Spiel möglich, was sehr viel Individualität in der Wahl der Fähigkeiten ermöglicht.

Der Trooper ist spezialisiert auf das Überwinden von Feinden und anderen Hindernissen. Mit Granaten und offensiven Fertigkeiten glänzt ihr in Kampfsituationen, aber das Glanzstück im Arsenal des Troopers ist definitiv der Greifhaken. Vor allem in den ersten Spielstunden ist der eine enorme Erleichterung, wenn es darum geht, Berge hochzuklettern oder sich schnell in den Schatten zu retten. Alle anderen Klassen dürfen dem Trooper nur traurig hinterhergucken, während der sich an ihnen vorbei hangelt.

Mentaten sind wandelnde menschliche Computer und glänzen auf dem Schlachtfeld mit ihren taktischen Finessen. Konkret scannt ihr nahe Feinde und die Umgebung, um wichtige Informationen zu erhalten. Auf die Art wisst ihr dann ganz genau, auf wen euer Geschützturm schießt, während ihr euch hinter seinem Schild versteckt.

Die Bene Gesserit sind sowas wie die Jedi des Dune-Universums. Der verschwiegene Orden besteht nur aus Frauen, die die “Stimme” beherrschen, mit der sie anderen ihren Willen aufzwingen können. Im Spiel seid ihr aber nicht auf ein Geschlecht beschränkt und dürft auch als Nicht-Frau eure Gegner herumkommandieren.

Zu guter Letzt wären da noch die Schwertmeister, welche dem Namen entsprechend vor allem im Nahkampf ihresgleichen suchen. Dementsprechend zielen die frühen Fertigkeiten darauf ab, den Weg bis zu eurem Ziel unbeschadet zu überstehen. Vor allem bei Feinden mit persönlichem Energieschild ist das wichtig, denn die sind im Dune-Universum ziemlich mächtig und fangen nahezu alle Projektile und Hiebe ab.

Nur sehr langsam geschwungenen (oder geschossene) Waffen vermögen Schilde zu durchdringen. Ganz so übermächtig sind sie in Dune: Awakening jedoch nicht. Um auch Fernkämpfern eine Chance zu bieten, geben die Schilde nach einigem Beschuss auch so nach. Dennoch ist der beste und schnellste Weg durch einen Schild auch hier immer noch die meisterlich geführte, langsame Klinge.

Dune: Endgame

Aber was ist, wenn ihr eure Wasserzufuhr geregelt habt, euer Unterschlupf ausreichend Zuflucht vor der Sonne bietet und ihr dank schneller bzw. fliegender Fahrzeuge den Wurm nicht mehr fürchtet? Der Hardcore-Survival-Teil des Spiels beschäftigt euch nämlich laut Funcom nur für die ersten 10 Stunden. Danach kommt nochmal einige Zeit für Optimierungen und Verbesserungen dazu, aber irgendwann müsst ihr euch aus eurer gemütlichen Ecke der Wüste hinaus in die weite Welt und damit in Richtung Endgame wagen.

Sobald ihr einen Ornithopter (ein Libellen-artiges Fluggerät) besitzt, habt ihr freie Bahn, die Weltkarte nach Belieben zu erkunden. Abgesehen von eurem abgeschlossenen Stückchen Wüste finden sich da draußen noch andere Regionen und diverse Städte, in denen ihr auch auf andere Spieler trefft. Hier liegt aber auch die Tiefe Wüste, das Land, wo Spice und Honig fließen - zumindest, wenn man sich traut, es sich zu holen.

Einmal die (Echtzeit-)Woche zieht nämlich ein Sandsturm über diesen Teil der Wüste, verändert das komplette Terrain und sorgt für riesige Ausbrüche an Spice. Jetzt heißt es schnell sein, denn natürlich sind alle Spieler scharf auf den Stoff und in der Tiefen Wüste ist es möglich, andere Spieler anzugreifen. Habt ihr euch einer Gilde angeschlossen, dann arbeitet ihr am besten zusammen und verfügt so eventuell sogar über große Sammler und Panzer, um euren Anteil zu sichern und euren Anspruch geltend zu machen.

Wem das Graben nach Spice in der Wüste noch nicht schmutzig genug ist, der versucht sich einfach an Politik. Während eurer Reise schließt ihr euch entweder dem Haus Atreides oder den Harkonnen an. Erledigt ihr genug Aufgaben für euer Haus, schaltet ihr dadurch einzigartige Belohnungen wie Fahrzeuge, Equipment oder Gebäudeteile frei.

Im Endgame vertretet ihr euer Haus dann im Landsraad, der Versammlung aller namhaften Häuser. Wie genau der Landsraad funktioniert, wollte Funcom bisher allerdings noch nicht verraten. Unsere politische Karriere wird also wohl noch ein wenig auf sich warten lassen. Mehr erfahren wir frühestens in der offenen Beta, die in den nächsten Wochen starten soll. Irgendwann 2025 erscheint Dune: Awakening dann für den PC. Versionen für Xbox und Playstation sind für später geplant.

Fazit

Sebastian Ruppert - Portraitvon Sebastian Ruppert
Überlebenskampf in der Wüste kann also auch Spaß machen!

Bewertet man Dune: Awakening nur als x-beliebiges Multiplayer-Game, dann ist es wohl einfach ein Survival-Shooter neben vielen anderen. Ihr müsst Rohstoffe sammeln, Basen bauen, Waffen und Ausrüstung zusammenzimmern und so nach und nach vom Wüstenlauch zum König der Oase aufsteigen. All das funktioniert so weit ganz gut, haut erfahrene Survival-Gamer aber jetzt auch nicht aus den schallgedämmten Wüsten-Latschen.

Das, was das Spiel wirklich ausmacht, ist der “Dune”-Teil. An vielen Stellen hat Funcom die Eigenheiten der Bücher und Filme wunderbar in Spielmechaniken umgesetzt. Wasser fühlt sich (anfangs) kostbar und selten an, und die Sandwürmer sind furchteinflößend. Die Spice-Rennen in der Tiefen Wüste und der Landsraad versprechen noch mehr Dune-Feeling, aber davon durften wir uns bisher ja nicht selbst überzeugen.

>>Dieses Jahr wird spicy! - Unsere 20 meist erwarteten Spiele 2025<<

Ob das echten Dune-Fans schon reicht oder ob Funcom zu Gunsten des Gameplays doch zu viele Kompromisse eingehen musste, wird sich erst noch zeigen. Gerade das auf Nahkampf zentrierte Kampfsystem mit den undurchdringlichen Schilden und der langsamen Klinge ist eigentlich essenziell für Dune. Selbst als Schwertmeister wirkte Nahkampf aber selten wie eine gute Idee. Mal sehen, ob sich das im späteren Content noch ändert. In den paar Stunden, die ich spielen durfte, hatte ich aber definitiv meinen Spaß und freue mich schon auf die Beta.

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