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Preview - Doom: The Dark Ages : Mittelalterlich, aber nicht von gestern

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Science-Fiction gehört zu Doom wie die BFG zum Slayer. Entsprechend skeptisch könnte man also das mittelalterliche Setting von Doom: The Dark Ages betrachten, aber id Software kombiniert diese beiden scheinbar unvereinbaren Welten spielend leicht miteinander. Passend zum wilden Mix aus futuristischen Elementen und archaischen Designs bietet der First-Person-Shooter aber auch einige frische Ideen.

„Bevor er zum Held wurde, war er die Superwaffe der Götter und Könige.“ Dieser einleitende Satz setzte die Grundstimmung für Doom: The Dark Ages, das Producer Marty Stratton und Game Director Hugo Martin bei einer ausführlichen Präsentation vorstellten. Es erzählt die Vorgeschichte des Reboots von 2016 und soll sich darum perfekt für den Einstieg in die Reihe eignen. Aber ganz ehrlich, die Story spielt bei Doom eine untergeordnete Rolle, wenn überhaupt. Viel wichtiger fällt die Action aus – und die ballert dem ersten Eindruck nach wieder ordentlich!

Ein Paradebeispiel für Action

Schon der erste Trailer zeigte das neueste Spielzeug des Doom Slayers, eine Mischung aus Rundschild und Kettensäge. Diese nutzt ihr nicht nur zum Abblocken eingehender Angriffe, ihr werft die Schildsäge auch gnadenlos in gegnerische Fressen, nutzt sie zum Parieren von Attacken und sogar in Platforming-Segmenten. Ihr werft sie an bestimmte Punkte, zieht euch heran und überwindet so selbst größte Abgründe. Für sämtliche Manöver benötigt ihr nur eine Taste, die kontextabhängig belegt ist. Bei allen Möglichkeiten steht dennoch Zugänglichkeit auf der Tagesordnung.

Besonders beim Thema Paraden bekommen viele unter euch sicherlich Panik, dass euch Sekiro-ähnliche Reflexe abverlangt werden. id Software verbaut aber einige Elemente, die Frust reduzieren. Deutliche optische Hinweise wie grün leuchtende Körperteile der Feinde kündigen eingehende Attacken an. Wenn das nicht hilft, bietet Doom: The Dark Ages sogar umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten. Ihr passt beispielsweise das Zeitfenster für die Paraden an – so macht ihr euch das Spiel entweder leichter oder auch deutlich schwerer.

Laut id Software geht The Dark Ages zurück zum Kern von Doom. Wo euch Eternal viel Bewegung und Springen abverlangte, steht nun eine gänzlich andere Direktive im Mittelpunkt: Stand and Fight! Die Spielszenen muten teilweise wie ein Bullet-Hell-Shooter an: Die feindlichen Projektile bewegen sich deutlich langsamer als in den beiden Vorgängern, weshalb Strafing wieder in den Fokus gerückt wird. Laut den Entwicklern soll sich der Doom Slayer wie ein Panzer anfühlen und die gezeigten Szenen machen klar, was gemeint ist: Er bewegt sich langsam und wuchtig durch die Gegnermassen, wehrt Angriffe mühelos ab und verarbeitet alles in seinem Weg zu Kleinholz und Hackfleisch.

Natürlich fehlen die ikonischen Glory Kills nicht. In The Dark Ages stehen euch drei Nahkampfwaffen zur Verfügung. Egal ob mit Energiehandschuh, Morgenstern oder riesiger Keule: Die Dämonenfratzen aufplatzen zu sehen, bereitete schon in den vorgespielten Szenen höllische Freude. Zumal laut id Software die Finisher deutlich flüssiger ablaufen sollen. Das Spiel zieht euch nicht mehr an bestimmte Stellen der Feinde, stattdessen erledigt ihr sie aus genau der Position und dem Winkel, aus dem ihr die Attacke ausführt.

So reiht ihr mehrere Glory Kills aneinander, ohne betäubte Feinde links liegen lassen zu müssen, weil das Spiel euch in eine bestimmte Position verschiebt und sie außer Reichweite kommen. In Kombination mit den abermals brutalen Schießprügeln entsteht ein Ballett der Gewalt, das seine Vorgänger sogar in den Schatten stellen könnte. Für die Waffendesigns betrachtete das Team zunächst mittelalterliche Folterinstrumente und erstellte auf deren Basis abgefahrene Tötungswerkzeuge wie eine Bolzenschussknarre oder den Knochenwerfer, der Dämonenschädel schreddert und euren Gegnern die Einzelteile entgegenspuckt.

Alles eine Nummer größer

Besonders fett dürften die Abschnitte auf dem Rücken des Cyberdrachen ausfallen. In vordefinierten Missionen reitet ihr das futuristische Fabelwesen durch die Lüfte und beharkt die Feinde mit tonnenweise Projektilen. Wenn das für euch schon genial klingt, lasst mich euch sagen: Der Atlan setzt dem Ganzen die Krone auf. Dabei handelt es sich um einen haushohen Mech, in den ihr häufiger schlüpft und euch saftige Faustkämpfe mit ebenso riesigen Dämonen liefert. Oder ihr packt eine gigantisch große Gatling Gun aus und zerlegt bösartige Biester und ganze Landschaftsabschnitte in Schutt und Asche. Das Team will einen wahren Action-Blockbuster von einer Kampagne abliefern und bisher sieht es so aus, als würde der Plan voll aufgehen.

Da Nonstop-Action aber auch die Gefahr von Herzanfällen birgt, steht zwischendurch jede Menge Erkundung auf dem Plan. Ihr findet überall Herausforderungen, versteckte Easter Eggs und natürlich Upgrades für den Slayer. Eine Open World bietet Doom: The Dark Ages nicht, vielmehr klingt das lineare Erlebnis mit seinen relativ offen gehaltenen Gebieten nach dem kürzlich erschienen Indiana Jones und der große Kreis.

Fazit

Dennis Hilla - Portraitvon Dennis Hilla
Ein fulminantes Action-Feuerwerk, bei dem kaum etwas schiefgehen kann

Riesige Dämonen, die ich nach allen Regeln der Kunst in ihre Einzelteile zerballere, tonnenweise Gegner, schnelle Glory Kills, ein unverbrauchtes Science-Fiction-Fantasy-Setting und sogar ein Cyberdrache: Was id Software in der Kampagne von Doom: The Dark Ages auffährt, ist nicht weniger als ganz großes Popcorn-Kino.

Nach dem Reboot von 2016 und Doom Eternal fällt die Erwartungshaltung der Fans natürlich auch riesig aus. Was ich bisher vom Prequel sehen konnte, scheint jedoch genau den richtigen Ton zu treffen. Die etwas zu komplexen und leicht überfordernden Kampf-Puzzles der Vorgänger wurden im richtigen Maße entschlackt und die Schildsäge verspricht herrlich brutale Killstreaks. Laut id Software sollen die vor allem im Zusammenspiel mit den Glory Kills an die berühmte Szene am Strand des Films 300 erinnern.

>> Für die Wartezeit: Die 10 geilsten Shooter 2024: Erst ballern, dann fragen <<

All dieser Kampagnen-Bombast hat allerdings einen Preis, denn einen Multiplayer-Modus bietet Doom: The Dark Ages nicht. Juckt mich ehrlich gesagt herzlich wenig, viel wichtiger ist der Soundtrack. Nachdem Mick Gordon und das Studio sich verkracht hatten, springt nun die Produktionsfirma Finishing Move ein. Was ich bisher an hartmetallischen Klängen zu hören bekam, machte durchaus einen soliden Eindruck. Kurzum: Freut euch auf den 15. Mai 2025. An diesem Tag erscheint Doom: The Dark Ages für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X/S.

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