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Preview - Donkey Kong Bananza : Ein herrlich destruktives Affentheater

  • NSw2
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Gold ist in Videospielen ein stets begehrtes Element. Siehe Marios Münzen, Sonics Ringe, Goldbarren, Goldadern und was es sonst noch so in typischen Games zu plündern gibt. Wir wären also auf viele Varianten des Edelmetalls vorbereitet gewesen. Aber ausgerechnet Bananen? Herrje! Bei Donkey Kong Bananza dreht Nintendo mal wieder völlig am Rad.

Lasst es euch ruhig mal auf der Zunge zergehen: ein Affe, der zersplitterte Gold-Bananen verspeist? Check! Eine Dreizehnjährige, die aus einem sprechenden Stein schlüpft und deren Gesang Geheimgänge öffnet? Check! Und die beiden wollen sich dann Schicht um Schicht tiefer in den Planeten graben, wo jedes Mal ein neuer Himmel samt Sonne erstrahlt, weil ihnen im Planetenkern angeblich Wünsche erfüllt werden? Ähm, nee, ist klar.

Was für eine bekloppte Geschichte. Aber was erwartet ihr von der Firma, die euch mal verzapfen wollte, eine Monsterschildkröte wie Bowser könne Prinzessin Peach ehelichen. Denkt einfach nicht darüber nach. Davon bekommt ihr nur Kopfschmerzen. Donkey Kong Bananza will ja auch gar nicht logisch sein. Es will euch Spaß bereiten, euch aus dem Alltag entführen und mit einer gehörigen Portion virtueller Zerstörungswut mitreißen.

Die Reise zum Mittelpunkt der Erde

Was unser Held Donkey Kong nämlich blendend beherrscht, ist das Zertrümmern von Felsen. Was praktisch ist, denn eines schönen Tages haut er auf seiner Suche nach dem Gold von Ingot so viel Zeug zu Klump, dass die gesamte Insel unter der Oberfläche versinkt. Doch er entkommt dem Schlimmsten: Mithilfe seiner kräftigen Arme reißt er Tunnel in das Gestein, die ihn in eine geheimnisvolle Schicht der Unterwelt bringen. Dort trifft unser haariger Held allerhand seltsame Wesen, darunter lebende Kristall-Pfeile und Verkaufs-Symbole, viele Affen und ihren gigantischen Anführer, der der Älteste genannt wird. Allerdings auch einen magischen singenden Stein, der fortan nicht mehr von seiner Schulter weicht.

Erst als Donkey Kong im Auftrag des Ältesten eine große antike Schallplatte abspielt, befreit er eine dreizehnjährige Sängerin namens Pauline aus dem Stein. Sie stammt ebenfalls von der Oberfläche, und so bildet ihr fortan ein Team mit dem Ziel, immer tiefer in den Planeten einzudringen. Denn erst die legendäre Erfüllung eurer Wünsche im Planetenkern bringt euch wieder nach Hause. Eine aufregende Reise, wären da nicht die Schurken von VoidCo, die ebenfalls zum Planetenkern wollen und alles daran setzen, euch am Vorankommen zu hindern. Ihre nervigen Schergen verstecken sich überall.

Gequirlter Blödsinn für ein knallbuntes Abenteuer

Jetzt mal ehrlich: das klingt doch so, als hätte ChatGPT zufällig irgendwelche Begriffe aus einem Wörterbuch ausgespuckt. Wehe jemand behauptet, wir hätten euch nicht gewarnt.

Ist aber auch egal, denn letztendlich soll euch das Seemannsgarn nur als Aufhänger für ein actionreiches und geradezu knallig buntes Videospiel dienen, das sich zwar ähnlich spielt wie ein 3D-Plattformer aus der Super-Mario-Serie, aber in seinem Kern eher Forscherdrang und Sammelwut befriedigt. Eure Hauptaufgabe besteht nämlich aus dem Suchen etlicher Sammelgegenstände, von denen die meisten im Gestein verborgen sind.

Die Umgebung der Unterweltschichten bietet nämlich beinahe dieselben Zerstörungsmöglichkeiten wie einst im Shooter Red Faction, lässt euch also an fast jeder beliebigen Stelle nach Schätzen buddeln. Dabei fliegen buchstäblich die Fetzen.

Ihr sucht nach Bananenchips, die ihr für das Sammeln von Skillpunkten benötigt, Fossilien, die euch als Währung für den Kleider-Shop dienen, frei herumliegendem Gold, das ihr für Verwandlungen braucht, sowie nach den erwähnten goldenen Bananen. Nur diese sogenannten Banandium-Juwelen bringen euch der nächsten Ebene näher.

Dass sie uns stark an die Monde aus Super Mario Odyssey erinnern, ist bestimmt kein Zufall. Nintendo wollte uns leider nicht verraten, ob das gleiche Entwicklerteam für Donkey Kong Bananza verantwortlich ist, aber wir glauben, eine eindeutige Handschrift im Spieldesign zu erkennen.

Mit der Faust durch die Wand

Mit einem gewaltigen Unterschied: Statt über Marios Kappe Fertigkeiten von Gegnern zu übernehmen, vertraut ihr auf die Macht des Bananza. Alles, was ihr dazu braucht, ist genügend Gold, um die kleine Anzeige am unteren linken Bildschirmrand zu füllen. Haltet ihr dann beide Schultertasten gedrückt. Trommelt der haarige Primat auf seine Brust und verwandelt sich in den kleinen Bruder vom Hulk, dessen unbändige Kraft selbst die stabilsten Wände einreißt.

Diese Verwandlung hält nur für begrenzte Zeit, und in jeder neuen Schicht der Unterwelt zeigt sie eine andere Wirkung. Mal mutiert ihr zu einem galoppierenden Zebra, das sogar über Wasser laufen kann, mal zu einem in der Luft herumflatternden Vogel, der verdächtig an einen Strauß erinnert, obwohl die doch gar nicht fliegen können. Eieiei. Erwähnten wir schon, wie sinnlos es ist, sich über die Logik des Spiels Gedanken zu machen?

Was soll’s, ist ja nicht so, als ob Physik eine bedeutende Rolle einnehmen würde, wenn selbst fitzelige Überreste eines zerschmetterten Felsens weiter in der Luft schweben, als hingen sie an unsichtbaren Fäden. Wir sind uns noch nicht ganz sicher, ob wir das unter dem Eintrag „faule Programmierer“ oder unter „fantasievolle Abenteuergeschichte“ abheften sollen.

Womöglich gilt beides. Angesichts der hohen Anzahl vieler Höhlen und Löcher, die ihr mit Donkey Kong grabt, und den zahllosen Möglichkeiten, eurer Zerstörungswut freien Lauf zu lassen, müsste eigentlich jede Unterwelt-Schicht nach fünf Minuten zusammenfallen wie ein Kartenhaus.

Draufhauen mit Köpfchen

Nicht jede Gesteinsart lässt sich einfach abtragen. Für besonders harte Felsen und durch einen lila Schild gepanzerte Orte, die ihr nicht gleich erreichen sollt, müsst ihr entweder Mechaniken auslösen oder explosives Geröll besorgen, das ihr als Wurfgeschoss einsetzt. So kommen einige Puzzles zustande, von denen wir in unserer Anspielsitzung noch nicht viele zu Gesicht bekamen. Wir durften ja auch nur das Intro spielen und drei weitere Unterwelt-Schichten anhand von vorgefertigten Speicherständen begutachten. Eine sonnige Einstiegswelt, in der wir erst den Wasserspiegel anheben mussten, eine Raffinerie voller Loren und einen dichten Dschungel mit giftigen Sümpfen.

Dennoch fielen uns ein paar interessante Gimmicks auf. Beispielsweise Plattformen, auf denen Donkey Kong surfen kann, um unwegsame Gebiete zu durchqueren, oder Nüsse, die Brücken bilden, wenn man sie gegen eine Wand wirft. Da dürfte wohl die ein oder andere buchstäbliche Kopfnuss zu knacken sein.

Am meisten Spaß bereiteten uns die Bonuslevel, die wir mithilfe von Paulines Gesang freischalten mussten. Einige von ihnen hielten uns nicht länger als eine Minute auf, weil wir zum Abstauben einer Gold-Banane nur ein paar Monster vermöbeln sollten. In anderen mussten wir hingegen einen Weg durch knifflige Parcours finden, um Ballons platzen zu lassen oder rotierenden Laserstrahlen auszuweichen.

Der bisher genialste Knaller war dabei ein zweidimensionales Bonuslevel, das optisch und musikalisch im Stil von Donkey Kong Country 2 gehalten war. Natürlich inklusive eines vertrackten Pfads, den wir mithilfe von Fasskanonen bewältigen sollten. Dieses Level war echt mega! Hoffentlich gibt es noch mehr davon.

Fazit

Denis Lucius Brown - Portraitvon Denis Lucius Brown
Bombenstimmung tief unter der Erde

In unseren bisherigen (noch sehr kurzen) Anspielgelegenheiten sah Donkey Kong Bananza ziemlich einseitig aus. Diesen Eindruck konnte Nintendo bei einer ausführlicheren Vorschau-Sitzung in Frankfurt jetzt komplett revidieren, denn an Abwechslung und spielenswerten Mechaniken gibt es mehr als genug. Eine Verwandtschaft mit Super Mario Odyssey lässt sich meiner Meinung nach nicht leugnen. Ob dessen Qualität erreicht wird, muss das Endprodukt zeigen, das schon Mitte Juli erscheint.

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Ganz ehrlich: ich zweifele ein wenig daran, auch wenn das Spiel grundsätzlich sehr viel Spaß bereitet. Knallige Grafik mit heftigen HDR-Kontrasten, herrliche Zerstörungswut mit zersplitternden Objekten und ein großer Sammelmarathon ergeben garantiert ein sehr gutes Spiel, aber um an Marios Thron kratzen zu können, fehlt meiner Meinung nach noch etwas mehr Tiefgang und Pfiff. Zumindest in den drei Unterwelt-Schichten, die ich anspielen durfte. Aber vielleicht offenbaren sich ja noch die wahren Qualitäten im endgültigen Review, das wir euch so bald wie möglich liefern.

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