News - Alan Wake & Control : Neuer Geschäftsführer sieht ungenutztes Potenzial
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Der kürzlich ernannte Geschäftsführer des finnischen Entwicklerstudios Remedy Entertainment, Jean-Charles Gaudechon, hat sich in einem Interview zur wirtschaftlichen Situation des Unternehmens geäußert. Gaudechon, der Anfang des Jahres die Nachfrage als CEO übernahm, zog eine gemischte Bilanz zu den bisherigen Veröffentlichungen des Studios. Trotz des positiven Feedbacks von Kritikern und der Kern-Community ist der Studioleiter der Ansicht, dass die beiden zentralen Marken Alan Wake und Control hinter ihren kommerziellen Möglichkeiten zurückgeblieben sind und sich besser hätten verkaufen müssen.
Gaudechon betonte im Gespräch, dass die von Remedy kreierten Welten und Geschichten eine hohe Qualität aufweisen, das wirtschaftliche Potenzial jedoch noch nicht zur Hälfte ausgeschöpft sei. Das Studio ist für seine erzählerisch komplexen Singleplayer-Spiele bekannt, die sich oft in einer Nische bewegen. Um die Marken einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, ohne die kreative Identität des Studios zu verändern, setzt der neue Geschäftsführer verstärkt auf eine Crossmedia-Strategie. Das Ziel besteht darin, die Franchises über das reine Spielemedium hinaus zu erweitern und neue Zielgruppen zu erschließen.
Als wesentlichen Baustein für diese Pläne nannte Gaudechon die bereits bestehende Kooperation mit dem Medienunternehmen Annapurna. Diese Vereinbarung sieht vor, das sogenannte Remedy Connected Universe, in dem die Handlungen von Alan Wake und Control zusammenlaufen, für Film- und Fernsehproduktionen zu adaptieren. Das Studio orientiert sich hierbei an aktuellen Branchenbeispielen, bei denen Serien- oder Filmadaptionen zu einem nachträglichen Anstieg der Spielerzahlen bei den zugrundeliegenden Videospiel-Franchises geführt haben. Auf diese Weise sollen auch die bestehenden Spiele im Portfolio nachträglich kommerziell gestärkt werden.
Gleichzeitig soll der Fokus im Software-Bereich wieder auf den Kernkompetenzen des Hauses liegen. Nach dem Flop des Mehrspieler-Projekts FBC: Firebreak im vergangenen Jahr konzentriert sich Remedy nun wieder auf die Entwicklung von kinoreifen Einzelspieler-Erlebnissen. Aktuell arbeitet das Team an Control Resonant, das die Geschichte der Marke fortsetzt und im Laufe des Jahres für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S erscheinen soll. Parallel dazu befinden sich die Neuauflagen der ersten beiden Max-Payne-Teile in der vollen Produktionsphase.
Dass der neue Geschäftsführer die kommerzielle Auswertung der Spiele optimieren möchte, sich im Interview aber gleichzeitig gegen das Image eines rein zahlengetriebenen Managers stellt, deutet darauf hin, dass die kreativen Freiheiten des Studios für zukünftige Projekte wie Control Resonant erhalten bleiben sollen. Warten wir ab, ob den Worten auch Taten folgen werden.

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