Test - Code Vein : Dark Souls für alle, denen Dark Souls zu schwer ist

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Greift zu, wenn...

… ihr bisher vom Schwierigkeitsgrad der Souls-Spiele abgeschreckt wurdet oder das Genre zur Abwechslung mal weitgehend frustfrei genießen wollt.

Spart es euch, wenn...

… ihr noch mit deutlich besseren Souls-Spielen wie Sekiro, Nioh und The Surge 2 bedient seid, sie nur richtig knackig akzeptiert oder dem eigenwilligen Anime-Stil nichts abgewinnen könnt.

Fazit

Matthias Grimm - Portraitvon Matthias Grimm
Eine weitgehend frustfreie Dark-Souls-Hommage mit perfekter Spielbarkeit und motivierendem Leveldesign, aber auch einigen Mängeln

Im Vergleich zu seinem großen Idol Dark Souls verhält sich Code Vein wie die Coverband, die die Greatest Hits ihrer Lieblingskünstler zum Besten gibt, nur eben halt nicht in großen Stadien, sondern auf dem Sommerfest vom Schützenverein. Da ist alles ein paar Nummern kleiner und weniger glamourös, besteht die Lightshow lediglich aus einer Discokugel, und die Instrumente stammen unverkennbar aus dem Second-Hand-Laden in der Fußgängerzone. Doch gleichzeitig ist die Leidenschaft und das handwerkliche Können spürbar, mit denen aufgespielt wird, grölt man die Lieder der Lieblingsband auch dann und erst recht noch mit, wenn man kaum noch auf dem Tisch stehen kann, auf dem man tanzt.

Code Vein rockt und bockt, weil es in den Paradedisziplinen dieses Genres brilliert, ein tadelloses Kampfsystem und perfekte Spielbarkeit abliefert und durch sein meisterlich verschlungenes Leveldesign das Erkunden der Spielwelt zur wahren Freude macht.

Durch den stets präsenten KI-Koop-Mitspieler fällt Code Vein deutlich einfacher aus als vergleichbare Souls-like-Spiele und wird daher vor allem auch für solche Spieler von Interesse, die schon immer damit liebäugelten, in ein Spiel dieses Genres hineinzuschnuppern, von dessen Schwierigkeitsgrad aber bislang abgeschreckt wurden. Gleichzeitig bietet Code Vein aber auch ein willkommenes Intermezzo für Souls-Fans, die noch immer vom stellenweise zermürbend schweren Sekiro traumatisiert und ganz froh darüber sind, wenn ein Spiel dieser Sorte seinen Spielern zur Abwechslung mal die Hand reicht, statt ihnen immer nur vors Schienbein zu treten.

Allerdings muss man auch bereit sein, über etliche Unzulänglichkeiten hinwegzusehen: über den schrillen Anime-Stil etwa mit seinen pubertären Allüren und Frauenfiguren, die nur so viel Kleidung am Leib tragen wie absolut nötig. Auch für die teilweise lächerlich leichten Bosskämpfe, die altbackene Grafikqualität und das auf Dauer eintönig werdende Look&Feel des Spiels muss man ein Auge zudrücken, um den wunderschönen Schwan zu erkennen, der sich in diesem vermeintlich hässlichen Entlein verbirgt.

Lesetipps für Souls-Fans

Überblick

Pro

  • Kampfsystem und Steuerung kongenial umgesetzt
  • herrlich verschlungene Levelarchitektur
  • deutlich einsteigerfreundlicher als vergleichbare Spiele
  • extrem motivierendes Erkunden

Contra

  • in jederlei Hinsicht deutlich schwächer als das große Vorbild ...
  • … das etwas zu häufig einfallslos kopiert wird
  • auf Dauer etwas generisch und eintönig
  • grafisch altbacken
  • unausgereifte Boss-KI
  • Anime-Stil fragwürdig

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