Special - Call of Duty: Modern Warfare : Crossplay & Gratis-DLCs – überfällig oder revolutionär?

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Die Call-of-Duty-Reihe schlägt mit dem jüngst vorgestellten Modern Warfare ungeahnte Wege ein. Statt bezahlpflichtiger Kartenpakete und getrennter Plattformen erwarten uns Gratisinhalte und Crossplay. Das könnte große Dinge in Gang bringen ...

Die Ankündigung von Call of Duty: Modern Warfare war keine Überraschung mehr. Seit längerer Zeit wurde über eine Fortsetzung oder Neuauflage der beliebten Reihe spekuliert und in den Tagen vor der offiziellen Präsentation durch Activision und Infinity Ward verrieten diverse Leaks bereits viele relevante Details zur neuen Schießerei. Nein, spektakulär sieht anders aus. Und dennoch könnte dieses Call of Duty ein ganz besonderes werden.

Das liegt weniger an der Rückkehr einer Kampagne, auch wenn das all jene freuen dürfte, die das letztjährige Black Ops IIII ausgelassen haben, weil ebenjene fehlte. Auch der neue Koop-Modus ist zweifellos schön, obwohl noch nicht klar ist, was eigentlich dahinterstecken wird. Aufsehen erregten zwei andere Vorhaben, mit denen die Shooter-Reihe absolutes Neuland betritt.

Denn Infinity Ward kündigte an, Crossplay für Call of Duty: Modern Warfare zu ermöglichen. Alle CoD-Zocker sollen mit- oder gegeneinander spielen können, ungeachtet ihrer jeweiligen Plattform. Die Idee an sich ist nicht neu, sondern bereits gespielte Realität: Fortnite, Rocket League und Dauntless sind nur die prominentesten Beispiele von Titeln, die zwischen PC, PS4, Xbox One und Switch keinen Unterschied machen. Dennoch kommt Call of Duty hier eine besondere Bedeutung zu.

Die Marke zählt schon lange zu den größten und einflussreichsten auf dem gesamten Spielemarkt. Wenn ein Call of Duty den Weg des Crossplay geht, dann bewegt das unter Umständen auch andere Hersteller dazu, ihre großen Titel dafür zu öffnen. So könnte Electronic Arts bei FIFA 20 die Grenzen zwischen Konsolen und PC aufheben. Möglicherweise lässt Ubisoft seine Agenten in The Division 2 bald plattformübergreifend auf Washington los.

Spielen ohne Hürden

Ein weiterer wichtiger Schritt hin zu mehr Nutzerfreundlichkeit ist die Abkehr vom bisherigen DLC-Modell. Das stand über Jahre in der Kritik, weil es die Spieler schon auf den einzelnen Systemen spaltete: So konnten Spieler nur nach dem Kauf die frischen Maps zocken, alle anderen mussten draußen bleiben. Dennoch erwies sich das Prinzip als gute Einnahmequelle für Activision und blieb über Jahre hinweg unangetastet. Doch nun hat ein Umdenken stattgefunden.

„Wir schaffen den traditionellen Season Pass ab“, lautet die eindeutige Aussage von Patrick Kelly, Creative Director bei Entwickler Infinity Ward. Stattdessen plane man, regelmäßig neue Karten und andere Updates zu veröffentlichen, und das kostenlos. In diesem Bereich hat Activision sehr spät, aber gerade noch rechtzeitig die Zeichen der Zeit erkannt.

Insbesondere Ubisoft unterstützt praktisch jeden Titel über Monate, teils sogar Jahre hinweg mit immer neuen Inhalten, für die kein einziger Cent fällig wird. Auch andere, beispielsweise Electronic Arts mit Battlefield V, fahren diese Schiene. Entsprechend haben sich die Spieler daran gewöhnt und möglicherweise befürchtet Activision aus diesem Grund, dass das alte Kaufkonzept nicht mehr funktionieren könnte.

Call of Duty: Modern Warfare - Reveal Trailer
Infinity Ward und Activision haben mit Call of Duty: Modern Warfare den nächsten Teil der Shooter-Reihe offiziell angekündigt.

Was auch die Gründe für die beiden Entscheidungen sein mögen, das Wichtigste daran ist, dass sie den Spielern zugutekommen. Während der Verzicht auf den Season-Pass beschlossene Sache ist, hängt die Unterstützung von Crossplay nicht allein von Activision und Infinity Ward ab, denn auch die jeweiligen Plattformhalter müssen mitmachen. Doch die Chancen dafür stehen gut, weil selbst Sony seine ablehnende Haltung gegenüber Crossplay inzwischen aufgegeben hat.

Zwölf Jahre nachdem Call of Duty 4: Modern Warfare eine neue Ära im Shooter-Genre einleitete, könnte die Neuauflage für einen erneuten Umbruch sorgen, zunächst in der eigenen Strategie. Der Spielemarkt hat sich verändert und macht auch vor einem Call of Duty nicht halt. Crossplay und Gratis-DLCs könnten deshalb zwei wichtige Bausteine sein, um die Marke fit für die Zukunft auf Playstation 5 und Co. zu machen.

Während die Abschaffung kostenpflichtiger Inhalte ein beinahe überfälliger Schritt ist, könnte das plattformübergreifende Spielen dagegen tatsächlich für große Veränderungen in der Branche sorgen und auch andere Publisher sowie Entwickler motivieren, diesen Weg einzuschlagen. Call of Duty hat nach wie vor Gewicht, und wenn das in die richtige Richtung bewegt wird, können gute Dinge ins Rollen kommen – vor allem für die Spieler.

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